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Shadow Guard: Die dunkelste Nacht (German Edition)

Shadow Guard: Die dunkelste Nacht (German Edition)

Titel: Shadow Guard: Die dunkelste Nacht (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kim Lenox
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sprechen.
    Archer nickte, und seine Augen schimmerten vor Stolz. »Wie Sie alle sehr gut wissen, sind in den letzten Jahrhunderten amaranthinische Geburten immer seltener geworden. Das ist das eine, aber dies ist zudem mein Kind. Meins und Elenas.« Er drehte sich zu Selene um. »Ich hoffe, Sie verstehen, Gräfin, dass ich nicht zulassen werde, dass das Wohlergehen meiner Frau und unseres ungeborenen Kindes gefährdet wird. Ich halte Sie des Mordes nicht für schuldig. Tatsächlich habe ich große Hoffnung, dass Elenas Serum gewirkt hat. Aber bis wir mit Bestimmtheit wissen, ob Sie der Wirkung der Transzendierung entkommen sind und die Kontrolle über Ihre Taten haben …«
    »Natürlich«, antwortete sie und tat ihr Bestes, ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. »Darf ich stattdessen bei Mark und Willomina wohnen?«
    Archer schüttelte den Kopf, und seine Miene war entschuldigend. »Obwohl ich mir sicher bin, dass Ihr Bruder nichts lieber hätte, haben Lord und Lady Alexander die Aufgabe erhalten, Mitglieder für den Atheatos zu rekrutieren.«
    »Atheatos?«, fragte Selene.
    »Es ist viel passiert, während Sie im Turm geschlafen haben«, antwortete Elena. »Die Ahnen trachten danach, eine Phalanx intellektueller Sterblicher mit Kenntnissen in alten Sprachen, Texten und Artefakten zu bilden. Indem sie dieses Wissen sammeln, hoffen sie, Tantalos’ nächsten Schritt vorauszusehen. Ihr Bruder und Mina halten sich gegenwärtig in Ägypten auf, um Kontakt zu einem potenziellen Kandidaten aufzunehmen …«
    Avenage unterbrach sie: »Müssen wir wirklich mit Sterblichen arbeiten?«
    In seiner Rolle als Rabenmeister war es für Rourke notwendig gewesen, Beziehungen zu einer Anzahl von Sterblichen im Haushalt der Königin ebenso wie im Parlament und im Unterhaus zu knüpfen. Abgesehen von wackeren Seelen wie McGregor schien es, dass sie in den kritischsten Augenblicken Krankheit vorschoben oder aufgrund von Skandalen oder nebulösen »persönlichen Angelegenheiten« von ihren Positionen zurücktraten – oder schlimmer noch, dass sie unerwartet starben. Sterbliche waren in dieser Hinsicht unzuverlässig.
    Die Ahnen antworteten: »Die Zeiten haben sich geändert. Im Laufe der Jahrhunderte hat unser Zahl abgenommen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als unsere Reihen mit jenen Sterblichen zu verstärken, die vielleicht in der Lage sind, die Antworten für den Erhalt unserer Rasse zu finden.
    »Was sagt Ihr da?«, fragte Rourke. »Dass die Amaranthiner Gefahr laufen auszusterben?«
    Archer erwiderte: »Noch einmal, Avenage, wann haben Sie das letzte Mal von einer amaranthinischen Geburt gehört?«
    »Unsterbliche Geburten sind schon immer selten gewesen«, konterte Rourke.
    »Wann war das letzte Mal, Avenage?«
    Er schüttelte den Kopf. Er konnte sich nicht einmal erinnern, aber andererseits befasste er sich nicht mit solchen Angelegenheiten.
    Archers Lippen wurden schmal. »Wir sind wieder bei der ursprünglichen Frage angelangt. Wohin soll Selene gebracht werden? Vorzugsweise hinaus aus der Stadt, denn wie wir in Marks Fall gelernt haben, ist Tantalos’ Macht in London, das er für seinen Thron auserkoren hat, besonders stark. Sein Einfluss wird mit der Entfernung schwächer.«
    »
Swarthwick
«, verkündeten die Ahnen.
    Die Feststellung hallte in Rourkes Kopf wider. Er ging an Selene vorbei … an Archer … an Victoria, bis die Hitze der Flammen seine Haut versengte. An die Ahnen gewandt sagte er: »Swarthwick liegt isoliert und ist unterbesetzt. Es gibt dorthin keine Kommunikationsmöglichkeiten.«
    Archer gesellte sich zu ihm vor den Kamin. »Nicht nur das, aber Avenage glaubt, sie habe einen seiner Männer ermordet. Ist er die beste Wahl, um ihr Hüter zu sein?«
    Rourke warf dem Unsterblichen an seiner Seite einen scharfen Blick zu.
    Die Flammen tanzten und intensivierten sich zu einem ätherischen Leuchten. Die Gesichter der Ahnen wurden klarer, und ihre alterslose Schönheit wurde offenbar.
    »Es ist beschlossen.«
    Rourke stürmte auf die massiven Vordertüren des Hauses Black zu. Zwei Türsteher zogen an den Metallgriffen, um ihn passieren zu lassen.
    »Avenage«, erklang eine Stimme.
    Er drehte sich auf dem Absatz um und sah sich Archer gegenüber. Er biss sich auf die Zunge und hielt ein Sperrfeuer aus wütenden Worten und von Sarkasmus triefendem Dank zurück. Irgendwo in den Zimmerfluchten des Hauses zeigte Leeson der Königin Blacks Sammlung von Silber und Porzellan. Er würde das Risiko nicht eingehen,

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