Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Silberband 114 - Die Sporenschiffe

Silberband 114 - Die Sporenschiffe

Titel: Silberband 114 - Die Sporenschiffe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
Vom Netzwerk:
Donnermann.
    Täuschte er sich, oder war der Androide gerührt?
    »Ich werde gerne für Ihren Sohn arbeiten.«
    »Gut«, sagte von Veylt, der kein Freund langer Reden war.
    Er bewegte sich am Rand der Schale entlang, bis er vor dem Schlupfloch von Igsorians Zimmer stand. Er machte sich schmal und glitt in den Raum hinein. Gedämpftes Licht umfing ihn. Das Mobiliar wirkte unaufdringlich, aber kostbar. Boden und Wände waren mit synthetischem Moos verkleidet, das leicht fluoreszierte und einen angenehmen Duft verbreitete. Mitten im Raum befand sich ein Sockel mit einem wannenförmigen Behälter aus schwarzem Marmor. Darin lag ein einjähriger Knabe und schlief. Leise näherte sich der Richter dem Behälter und beugte sich zu ihm hinab.
    »Sohn«, sagte er leise. »Ich verliere dich ungern, aber ich weiß, dass dir ein ruhmreiches und langes Leben bevorsteht. Es macht mich stolz und glücklich, dass du einer der Auserwählten bist, und ich wünschte, deine Mutter könnte dies noch miterleben.«
    Seine Stimme zitterte, als er von Creenia sprach. Die Erinnerung drohte ihn zu überwältigen. Er gab sich einen Ruck und richtete sich wieder auf. Creenia hatte immer gewusst, dass ihr Sohn eine Bestimmung hatte.
    »Dies ist der Augenblick des Abschieds«, fuhr von Veylt fort. »Bei der Zeremonie werde ich ganz hinten im Dom Kesdschan sitzen und dich vermutlich kaum sehen können.«
    Das Kind öffnete plötzlich die Augen und schaute seinen Vater an. Es lächelte zufrieden.
    »Richter!«, rief eine Stimme vom Schlupfloch her.
    Von Veylt fuhr herum. »Ich will jetzt nicht gestört werden!«
    »Es tut mir leid«, sagte Donnermann. »Aber hier draußen ist Jarst, einer der Domwarte. Er sagt, dass es sehr wichtig sei.«
    »Er soll warten.«
    »Verzeihen Sie, Richter«, meldete sich eine andere Stimme, und ein Unbekannter streckte den Kopf durch das Schlupfloch. Es war ein feister Kopf, gerötet und verschwitzt, mit zwei kaum sichtbaren grünen Augen.
    »Ich bin Jarst. Es ist ein schlimmer Streit um die Sitzordnung im Dom entstanden, und da Sie gerade hier sind, dachten wir ...«
    »Sie wissen doch, dass dies die letzte Gelegenheit für mich ist, meinen Sohn zu sehen«, erwiderte der Richter ungehalten.
    »Dafür habe ich volles Verständnis. Es ist mir auch ausgesprochen peinlich, Sie in dieser Angelegenheit belästigen zu müssen. Aber es war nicht die Idee der Domwarte, Sie in diesem Augenblick um Hilfe zu bitten – die Zeremonienmeister selbst haben mich geschickt.«
    »Warten Sie!«, sagte von Veylt schwer. »Ich komme sofort.«
    Jarst hielt seinen Kopf ins Zimmer gestreckt und sah sich neugierig um. »Draußen!«, sagte der Richter mit Nachdruck.
    Der Domwart lächelte unbefangen und zog den Kopf zurück. Von Veylt überzeugte sich, dass er mit seinem Sohn allein war. Er küsste ihn und strich ihm zart über den Kopf. Dabei prägte er sich das Gesicht des Kindes so tief ein, dass er davon überzeugt war, den Anblick niemals in seinem Leben vergessen zu können. Es war gut, sich an den eigenen Sohn als an ein lächelndes Kind erinnern zu können.
    »Leb wohl!«, sagte er, dann wandte er sich mit einem Ruck ab und zwängte sich durch das Schlupfloch ins Freie hinaus. Jarst, der an Donnermanns Seite wartete, wich unwillkürlich zurück.
    »Es muss Ihnen unglaublich schwerfallen, sich von Ihrem Kind zu trennen«, bemerkte der Domwart. »Denken Sie an die Ehre, die Ihrer Familie damit zuteil wird.«
    Parcus von Veylt achtete nicht auf ihn, sondern begab sich zur Plattform, um in der gravitationslosen Zone abwärts zu schweben. Jarst und der Androide folgten ihm in einigem Abstand. Von den Schalengebäuden aus war der Dom Kesdschan selbst nicht zu sehen, aber ein heller Lichtschein am südlichen Abendhimmel markierte seinen Standort. Die Schalen waren in Hufeisenform angeordnet, zum Dom hin geöffnet.
    Der Richter landete breitbeinig auf dem Boden und trat auf die Ringstraße hinaus. Jarst war völlig außer Atem, als er von Veylt endlich einholte. Hier unten waren viele Leute unterwegs, Wesen von den Welten der Galaxis Norgan-Tur. Die Atmosphäre im Wohngebiet wirkte hektisch, jeder schien von den fieberhaften Vorbereitungen für die Feierlichkeiten angesteckt zu sein. Nach der Zeremonie würden die meisten der nun hier Lebenden Khrat wieder verlassen und zu ihren Heimatwelten zurückkehren, nur eine kleine Gruppe – die Domwarte und Zeremonienmeister – würde zurückbleiben und die Wartung der Anlage übernehmen. Eine

Weitere Kostenlose Bücher