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Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
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hat, dann fasst man es auch nicht an. Ich stellte mir meine Mutter vor, die Angst davor hat, es anzufassen. Also kam ich darauf, dass ein Handgriff es ermöglichen könnte, eine Beziehung herzustellen. Es ist zugänglich. Es ist intuitiv. Es erlaubt dir, es zu berühren. Es zeigt dir den Respekt, den es dir entgegenbringt. In der Firma, die Apple vorher war, wäre ich in der Diskussion unterlegen. Denn leider kostet es eine Menge Geld, einen eingelassenen Handgriff zu produzieren. Das Tolle an Steve war, dass er es einfach nur anschaute und sagte: »Das ist cool!« Ich habe ihm nicht alle meine Überlegungen dargelegt, aber er hat es intuitiv begriffen. Er hat einfach nur gewusst, dass dies ein Teil der Freundlichkeit und der Verspieltheit des iMac war.
    Es war an Jobs, die Einwände der Fertigungsingenieure zu zerstreuen, deren Standpunkt von Rubinstein unterstützt wurde; dieser brachte häufig die eher praktischen Bedenken hinsichtlich der Kosten in die Diskussion ein, wenn man ihm Ives ästhetische Ansprüche und seine vielen Designkapriolen vorlegte. »Als ich mit der Sache zu den Ingenieuren ging, nannten sie mir 38 Gründe, weshalb sie es nicht machen könnten«, so Jobs. »Aber ich sagte: ›Nein, nein, wir werden es so machen.‹ Daraufhin fragten sie: ›Warum?‹ Und ich sagte: ›Weil ich der CEO bin, und weil ich glaube, dass es machbar ist.‹ Und so realisierten sie es, wenn auch widerwillig.«
    Jobs lud Lee Clow, Ken Segall und einige weitere Mitarbeiter von TBWA\Chiat\Day ein, herüberzufliegen und sich anzusehen, was gerade in Arbeit war. Er ging mit ihnen in das abgeschirmte Design-Studio und enthüllte mit einer theatralischen Geste Ives durchscheinenden, tränenförmigen Entwurf. Er schien aus der Welt der Jetsons zu stammen, jener Zeichentrickserie der achtziger Jahre, die vom Leben in der Zukunft handelte. Im ersten Moment waren sie mehr als nur verblüfft: »Wir waren ziemlich geschockt, aber wir konnten nicht offen reagieren«, erinnerte sich Segall. »Was wir eigentlich dachten, war: ›Herrgott, wissen die eigentlich, was sie da tun?‹ Das Ganze war so radikal.« Jobs forderte sie auf, Namen dafür vorzuschlagen. Segall brachte fünf Vorschläge ein, einer davon war »iMac«. Zunächst mochte Jobs jedoch keinen davon, und Segall präsentierte eine Woche später eine neue Liste. Er fügte allerdings hinzu, dass die Agentur immer noch »iMac« favorisierte. Jobs antwortete: »Diese Woche lehne ich den Namen zwar nicht mehr völlig ab, aber ich mag ihn immer noch nicht.« Schließlich ließ er ihn im Siebdruckverfahren auf bereits vorhandene Prototypen aufbringen, und mit der Zeit fand er Gefallen an dem Namen. Und so wurde es schließlich der iMac.
    Als der Termin für die Fertigstellung des iMac näherrückte, zeigte Jobs mit aller Kraft seine legendäre Reizbarkeit, besonders wenn es um Fragen der Produktion ging. Im Rahmen eines Produktprüfungsmeetings wurde ihm plötzlich klar, dass der Prozess zu langsam vonstatten ging. »Er bekam einen seiner Furcht einflößenden Anfälle, und seine Wut war wirklich echt«, erinnerte sich Ive. Er lief um den Tisch herum und beschimpfte jeden Anwesenden, als Allerersten Rubinstein. »Du weißt ganz genau, dass wir hier versuchen, die Firma zu retten«, schrie er, »und ihr Typen verbockt es komplett!«
    Wie das Team des Ur-Macintosh taumelte auch die iMac-Mannschaft der Fertigstellung gerade noch rechtzeitig zur großen Produktpräsentation entgegen. Zuvor sollte Jobs allerdings noch ein letztes Mal in die Luft gehen. Als der Zeitpunkt gekommen war, um die endgültige Einführungspräsentation zu proben, ließ Rubinstein dafür zwei Prototypen zusammenschustern. Niemand, weder Jobs noch sonst jemand, hatte das fertige Produkt bisher zu Gesicht bekommen. Und als Jobs den Rechner betrachtete, bemerkte er einen Knopf an der Vorderseite direkt unter dem Bildschirm. Er drückte darauf, und die Schublade des CD-Laufwerks fuhr heraus. »Verdammt noch mal, was ist das denn?«, fragte er in nicht gerade höflichem Ton. »Wir schwiegen alle«, erinnerte sich Schiller, »es war allen klar, dass er wusste, was ein CD-Laufwerk war.« Und so schimpfte Jobs weiter. Er bestand darauf, dass der Rechner einen sauber abschließenden CD-Schlitz hätte haben sollen. Er dachte an die eleganten Laufwerke mit speziellem Einzugsschlitz für CDs, die bereits in Oberklassewagen zu finden waren. Er war so außer sich, dass er Schiller hinauswarf. Der rief Rubinstein an, damit

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