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Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
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sein«, antwortete Jobs. »Ich möchte lieber ein Flugzeug. Wir haben gerade unser drittes Kind bekommen. Und ich fliege nicht gern mit kommerziellen Fluglinien. Ich würde gern mit meiner Familie nach Hawaii fliegen. Und wenn ich nach Osten fliege, möchte ich das mit Piloten tun, die ich kenne.« Jobs war noch nie dazu in der Lage gewesen, sich höflich und geduldig als Fluggast oder am Terminal einzureihen, selbst vor Einrichtung der Transportation Security Administration (TSA; seit 2001 zuständig unter anderem für die Sicherheitskontrollen an den amerikanischen Flughäfen) nicht. Larry Ellison, ein Mitglied des Board, dessen Flugzeug Jobs manchmal nutzte (1999 zahlte Apple 102000 Dollar an Ellison für Jobs’ Nutzung), hegte keine Bedenken. »Angesichts dessen, was er erreicht hat, sollte man ihm fünf Flugzeuge zugestehen«, argumentierte er. Später sagte er: »Dies war das perfekte Dankeschön an Steve. Er hat Apple gerettet und dafür nichts zurückbekommen.«
    Woolard stimmte Jobs’ Wunsch also gern zu – es wurde eine GulfstreamV – und bot ihm darüber hinaus eine Aktienoption von 14 Millionen Dollar. Doch Jobs antwortete darauf völlig unerwartet. Er wollte mehr: eine Option von 20 Millionen Dollar. Woolard war vor den Kopf gestoßen und aufgebracht. Das Board war seitens der Aktionäre dazu berechtigt, lediglich Optionen in Höhe von 14 Millionen zu gewähren. »Erst hast du gesagt, dass du gar keine willst, und wir haben dir das Flugzeug genehmigt, das du wolltest«, sagte Woolard.
    »Bisher habe ich nicht darauf bestanden, Aktienoptionen zu bekommen. Allerdings hast du angedeutet, dass ich bis zu fünf Prozent des Firmenwerts in Optionen bekommen könnte, und genau das will ich jetzt.« Das Ganze war ein schwieriger und unangenehmer Konflikt inmitten einer im Grunde glorreichen Zeit. Letztendlich einigte man sich auf eine komplexe Lösung (die aufgrund der Pläne für einen Aktiensplit im Verhältnis 2:1 für Juni 2000 noch etwas komplizierter wurde). Man räumte ihm im Januar 2000 eine Option auf Aktien im Wert von zehn Millionen Dollar zum aktuellen Börsenkurs ein, diese wurde jedoch hinsichtlich der Sperrfrist so datiert, als sei sie bereits 1997 gewährt worden. Hinzu kam noch eine weitere, im Jahr 2001 fällige Zuteilung. Die Sache verkomplizierte sich, als der Aktienkurs nach dem Platzen der Dotcom-Blase fiel. Jobs übte die Option nicht aus und bat Ende 2001 schließlich darum, diese durch eine neue zu ersetzen, allerdings zu einem niedrigeren Ausübungspreis. Dieses Ringen um Aktienoptionen sollte das Unternehmen später noch einmal heimsuchen.
    Jobs nutzte zwar seine Aktienoptionen nicht, war jedoch regelrecht verliebt in sein Flugzeug. Wie kaum anders zu erwarten, machte er sich sogleich Gedanken über das Design der Innenausstattung. Dafür benötigte er mehr als ein Jahr. Er ging zunächst von Ellisons Flugzeug aus und stellte dessen Designerin an. Doch schon bald trieb er sie in den Wahnsinn. So befand sich beispielsweise in Ellisons Gulfstream 500 eine Tür zwischen den Kabinen mit einem Knopf zum Öffnen und einem zum Schließen. Jobs bestand darauf, nur einen Knopf einzubauen, der jeweils umschaltete. Außerdem mochte er das Aussehen der Knöpfe aus poliertem Edelstahl nicht und ließ sie durch entsprechende Bedienelemente aus gebürstetem Metall ersetzen. Letztendlich bekam er das Flugzeug, das er sich gewünscht hatte, und er war begeistert davon. »Ich sah sein Flugzeug an und verglich es mit meinem, und alles, was er verändert hatte, war besser«, sagte Ellison.
    Im Januar 2000 auf der Macworld in San Francisco stellte Jobs das neue Apple-Betriebssystem OS X vor, bei dem Teile der Software zum Einsatz kamen, die Apple drei Jahre zuvor von NeXT gekauft hatte. Es passte ins Bild und war sicher kein Zufall, dass er genau zu dem Zeitpunkt bereit war, wieder ganz zu Apple zurückzugehen, als NeXT OS vollständig in das Betriebssystem von Apple integriert wurde. Avie Tevanian war von dem UNIX-ähnlichen Kernel (»Mach«) des NeXT-Betriebssystems ausgegangen und hatte daraus den Mac OS-Kernel (»Darwin«) entwickelt. Zentrale Eigenschaften des Systems waren Speicherschutz, erweiterte Netzwerkfähigkeiten und präemptives Multitasking. Genau das brauchte der Macintosh, und es würde die Grundlage von Mac OS bilden. Doch es gab auch Kritiker, darunter Gates, die hervorhoben, dass Apple letztendlich das NeXT-Betriebssystem nicht komplett übernommen hatte. Und da ist durchaus etwas

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