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Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition)

Titel: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Walter Isaacson
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Wahres dran. Apple hatte sich entschieden, nicht vollständig auf ein neues System umzusteigen, sondern vielmehr das bestehende weiterzuentwickeln. Anwendungssoftware, die noch für das alte Macintosh-System programmiert worden war, war im Großen und Ganzen entweder kompatibel oder ließ sich problemlos in das neue portieren. Und Mac-User, die ein Upgrade installierten, bekamen zwar eine Reihe zusätzlicher Funktionen, nicht aber eine vollkommen neue Schnittstelle.
    Die anwesenden Fans auf der Macworld nahmen die Nachricht natürlich voller Begeisterung auf. Besonderen Zuspruch gab es, als Jobs das Dock vorführte und zeigte, wie die Icons sich vergrößerten, wenn man mit der Maus darüberfuhr. Den größten Applaus allerdings erntete er für die Ankündigung, die er sich für den »Ach ja, da ist noch eine Sache …«-Schlusssatz aufgehoben hatte. Er sprach über seine Verpflichtungen sowohl bei Pixar als auch bei Apple, und meinte, er habe nun keine Bedenken mehr, dass diese Doppelbelastung nicht gut funktionieren würde. »Und deshalb freue ich mich, Ihnen heute mitzuteilen, dass ich den Titel eines Interims ablegen werde«, sagte er mit einem breiten Lachen. Das Publikum sprang begeistert auf, als hätten sich gerade die Beatles wiedervereint. Jobs kaute an der Lippe, rückte das Kabel seines Mikrofons zurecht und zeigte sich von einer Seite eleganter Bescheidenheit: »So wie Sie reagieren, fühle ich mich ziemlich komisch jetzt. Jeden Tag komme ich ins Büro und arbeite dort mit den wohl begabtesten Leuten auf der ganzen Welt zusammen, bei Apple und bei Pixar. Aber dieser Job ist ein Mannschaftssport. Ich nehme Ihren Dank an, stellvertretend für alle bei Apple.«

Kapitel 28 Die Apple Stores: Genius Bar und Siena-Sandstein

    Der Apple Store an der Fifth Avenue, New York
    Das Kunden-Erlebnis
    Jobs konnte es nicht ausstehen, die Kontrolle über etwas abzutreten, insbesondere dann nicht, wenn es das Erlebnis der Kunden beeinträchtigen konnte. Dabei sah er sich jedoch mit einem Problem konfrontiert. Es gab einen Teil des ganzen Prozesses, den er nicht kontrollieren konnte: das Erlebnis, ein Apple-Produkt im Laden zu erstehen.
    Die Tage des Byte Shop waren gezählt. Die Verkäufe in diesem Industriezweig entwickelten sich weg von den örtlichen Computerfachgeschäften hin zu den großen Ketten und Kaufhäusern. Und die meisten Angestellten dort hatten weder das Wissen noch die Motivation, um das Besondere an Apples Produkten herauszustellen. »Das Einzige, was die Verkäufer interessierte, war ihre Prämie von 50 Dollar«, sagte Jobs. Die meisten anderen Computer waren ziemlich unspezifisch, die von Apple hatten jedoch innovative Features und waren gleichzeitig teurer. Es gab eine Sache, die er nicht wollte: Dass ein iMac zwischen einem Gerät von Dell und einem von Compaq im Regal steht und ein Verkäufer in Uniform die technischen Daten des jeweiligen Computers herunterleiert. »Wir mussten eine Möglichkeit finden, unsere Botschaft direkt im Laden an den Kunden zu vermitteln, sonst wären wir geliefert gewesen.«
    Unter größter Geheimhaltung begann Jobs Ende 1999 Vorstellungsgespräche mit Managern zu führen, die in der Lage sein könnten, eine Kette von Apple-Einzelhandelsgeschäften aufzubauen. Unter den Bewerbern befand sich einer mit einer Vorliebe für Design und dem kindlichen Enthusiasmus des geborenen Einzelhändlers: Ron Johnson, stellvertretender Cheffür Merchandising bei der Handelskette Target. Einer seiner Zuständigkeitsbereiche war die Markteinführung von Produkten mit charakteristischem Äußeren, etwa des von Michael Grave entworfenen Wasserkessels. »Mit Steve kann man sehr gut reden«, erinnerte sich Johnson an ihr erstes Treffen. »Plötzlich steht da jemand in zerschlissenen Jeans und Rollkragenpullover und lässt sich ohne Umschweife darüber aus, warum er unbedingt großartige Läden braucht. Er sagte mir, dass Apple nur dann erfolgreich sein könne, wenn man bei den Innovationen die Nase vorn habe. Und man kann nur dann bei den Innovationen die Nase vorn haben, wenn man das Ganze auch gegenüber den Kunden herüberbringt.«
    Im Januar 2000 kam Johnson für ein zweites Bewerbungsgespräch, und Jobs schlug vor, einen Spaziergang zu machen. Sie fuhren zur Stanford Shopping Mall, einer ausgedehnten Anlage mit 140 Läden, und waren bereits um 8.30 Uhr dort. Die Geschäfte hatten noch nicht geöffnet. Sie liefen deshalb einfach mehrmals durch die Mall und sprachen darüber, wie sie

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