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Todesspiel

Titel: Todesspiel Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: John Sandford
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geleistet. Die meisten Leute, die sich daranmachten, Bobbys Identität zu lüften, waren Computerspezialisten, die ihn online aufspüren wollten. Dieser Mann muss es jedoch auf einem anderen Weg versucht haben, und zwar über die von Bobby unterstützten Computer-Kids …«
    Über die Jahre, erzählte ich John, hätte ich von Gerüchten gehört, Bobby unterstütze solche Jugendliche. Irgendein Kid in einer Stadt bekam eines Tages von einem anonymen Spender einen Computer zugeschickt, dazu bestimmte SoftwarePakete. Bobby war in der Welt der jungen Computer-Freaks zu einer Legende geworden; die Storys über ihn glichen der Geschichte von dem Kid, das sich oft auf dem kümmerlichen Basketballfeld in einem Hinterhof rumtreibt und plötzlich Besuch von Michael Jordan bekommt, der es zu einem kurzen Spielchen auffordert.
    »Der Fallensteller hat also ein solches Kid erfunden, eine Story gebastelt und dafür gesorgt, dass Bobby davon hört. Dieses fiktive Kid bekommt schließlich ein Geschenkpaket, und der Mann kann es zurück zu Baird verfolgen«, sagte John.
    »Bevor er sich aber an Baird ranmacht, überprüft er ihn beim NCIC und den Kreditkarteninstituten, wahrscheinlich auch noch auf anderen Wegen, und er findet raus, dass Baird
nicht der gesuchte Bobby sein kann. Er hat nicht den entsprechenden Hintergrund, nicht die entsprechende Ausbildung. Und er ist vor allem zu alt. Aber er spürt Bobby irgendwie über diese Schiene auf. Wahrscheinlich ist er ein Hacker von einigem Format, und so ist es für ihn kein Problem, Bairds Telefonrechnungen einzusehen, und dort findet er als häufigen Gesprächspartner einen gewissen Robert Fields …«
    Wir dachten beide eine Weile darüber nach, dann sagte John: »Eine Menge cleverer Leute hat jahrelang nach Bobby gefahndet – warum ist nicht einer von ihnen früher auf diesen Gedanken gekommen?«
    »Bei unserem Mann ist eine andere Mentalität im Spiel«, sagte ich. »Er hat die Sache wirklich äußerst clever eingefädelt. Er setzt das Gerücht über ein geniales, aber armes Computer-Kid in die Welt, ganz vorsichtig … Er stellt seinen Namen irgendwo ins Internet, wo Bobby darauf stoßen kann, aber nicht unbedingt muss . Wirklich sehr clever … Dann beobachtet er, wie Bobby Nachforschungen nach dem Kid anstellt und Verbindung zu ihm aufnimmt …«
    »Und er macht das alles so gut, dass Bobby nichts davon merkt?«
    Ich schüttelte den Kopf. »Weißt du was, John? Ich wette, es gibt das Kid wirklich . Dieses Mädchen, an das Baird das Paket geschickt hat … Ich wette, der Kerl hat nach so einem Kid Ausschau gehalten, um es als Köder zu benutzen. Es existiert real.«
    »Und was jetzt?«
    »New Orleans«, antwortete ich. »Mit dem Mädchen reden. Wenn ich Recht habe und es real existiert …«
    »Und wenn es weiß …«
    »Es muss mit dem Kerl über das Paket geredet haben, und er hat den Absender rausgekriegt. Wenn es dieses Mädchen tatsächlich gibt, kennt es den Mörder.«

8
    Lyman Bole, der Sicherheitsberater des Präsidenten, trat nach dem abendlichen Gespräch mit dem Präsidenten zurück. Wir hörten einen Nachrichtensender im Autoradio, während wir durch die Dunkelheit das Flussufer ansteuerten. Nach Meinung aller Kommentatoren war Boles politische Karriere damit am Ende. Eine Lehre für alle Jünglinge in Studentenverbindungen: So manches in unserem Staat ist Änderungen unterworfen, seid sehr vorsichtig mit euren Taktlosigkeiten …
    Nach der Ankunft in Longstreet sprachen wir über das Unternehmen New Orleans. Ich sagte LuEllen, es sei nicht nötig, dass sie mitkomme, aber sie bestand darauf. Sie langweile sich, sagte sie, und es zeichne sich im Moment keine »Arbeit« ab, die sie in Angriff nehmen wolle. Und sie liebe New Orleans – wir könnten die Gelegenheit nutzen und nach einer neuen Wohnung am Lake Pontchartrain Ausschau halten. Wenn sie nicht dort wohnen würde, wo sie derzeit ihr Quartier habe, könne sie sich gut vorstellen, in New Orleans zu leben.
    »Und wo wohnst du?«, fragte John.
    »Oben im Norden«, sagte sie und strahlte John an.
    John war der Meinung, er solle ebenfalls mitkommen. Das Computermädchen sei höchstwahrscheinlich schwarz, und da auch er dieses Privileg besitze, könne das von Vorteil für das Gespräch mit dem Mädchen sein. Marvel gefiel es nicht, dass John sie schon wieder allein lassen wollte.
    »Kidd hat den noch größeren Vorteil, von Computerfreak zu Computerfreak mit ihr reden zu können.«
    »Ich bin kein Computerfreak im

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