Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Und taeglich grueßt die Evolution

Und taeglich grueßt die Evolution

Titel: Und taeglich grueßt die Evolution Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: wissenmedia
Vom Netzwerk:
zunächst im Schambereich und später unter den Achseln Haare zu wachsen – allerdings bleiben Frauen in der Regel weniger behaart als Männer. Die Hüften werden schließlich breiter als die Schultern, Fettgewebe bildet sich an Brüsten, Hüften, Schenkeln und sorgt für eine Rundung des Körpers. Der Kehlkopf allerdings wächst kaum, weshalb Frauenstimmen meist heller sind als die von Männern. Auch die Muskulatur bleibt in der Regel bei Frauen weniger ausgeprägt. Im weiblichen Körper liegt der Anteil des Muskelgewebes durchschnittlich bei etwa 23 Prozent, im männlichen dagegen bei rund 40 Prozent.
    Falten, Haarausfall und Krankheiten
    Auch nach der Pubertät werden noch ein paar Unterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich. Es ist beispielsweise kein Zufall, dass Männer öfter eine Glatze bekommen als Frauen: Eine chemische Variante des Testosterons hemmt das Haarwachstum. Dafür bekommen Männer später Falten als Frauen, weil ihre Haut dicker ist und größere Mengen des Bindegewebsproteins Kollagen enthält. Diese mehr oder minder kleinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern haben mitunter sogar medizinische Folgen. Zwar können die meisten Krankheiten, die nicht unmittelbar mit den Geschlechtsorganen zu tun haben, grundsätzlich Männer und Frauen heimsuchen. Doch manche treten je nach Geschlecht unterschiedlich häufig auf.
    So gibt es fast nur männliche Bluter oder Rot-Grün-Blinde, weil die Erbanlagen für diese Krankheiten auf dem X-Chromosom liegen. Da Männer nur eines davon haben, können sie solche Defekte nicht kompensieren. Auch Leistenbrüche sind ein typisches Männerleiden. Wenn beim Embryo die Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack wandern, bleibt in der Bauchwand eine Schwachstelle zurück. Durch die kann sich dann beim Leistenbruch eine Darmschlinge nach außen wölben. Frauen leiden dafür deutlich häufiger als Männer an Osteoporose. Häufige Ursache dieser auch als Knochenschwund bekannten Krankheit ist ein Östrogenmangel nach den Wechseljahren.

    Die Evolution geht weiter: Neue Krankheiten, mehr Technik
    Alle heute existierenden Lebensformen haben sich im Laufe ihrer Evolution durch genetische Modifikationen an die sich beständig verändernden Umweltbedingungen angepasst. Heute jedoch leben wir in einem Zeitalter, da umgekehrt der Mensch durch den Einsatz von Technik die Umwelt in vielerlei Hinsicht nach seinen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet und tiefgreifend verändert. Es stellt sich daher die Frage, welche möglichen Konsequenzen diese Eingriffe für den Fortgang unserer Evolution und damit auch für die genetische Zukunft der gegenwärtig etwa 6,5 Milliarden Menschen haben werden.
    Der Mensch ist die einzige biologische Art, von der wir wissen, dass sie sich mit Fragen nach der Zukunft und dem Ursprung des Lebens beschäftigt. Ebenso ist uns bekannt, dass Homo sapiens – wie alle anderen Arten – durch evolutionäre Prozesse entstanden ist und sich in deren Verlauf an die Umweltbedingungen des für ihn typischen
    Lebensraumes angepasst hat – an das Klima des östlichen Afrika vor etwa 100 000 Jahren. Von dort aus haben unsere Vorfahren recht bald große Teile der Erdoberfläche besiedelt und umgestaltet. Seit jener Zeit, insbesondere aber seit dem Beginn der Moderne, hat die Art Homo sapiens auf technischem Weg eine Vielzahl von Anpassungen entwickelt, die uns ein zeitweiliges Überleben sogar in extrem lebensfeindlichen Umgebungen ermöglichen – sei es in der Sahara, in Polargebieten, in der Tiefsee oder auf dem Mond.
    Das Individuum – Mittler zwischen den Generationen
    Aus evolutionsgenetischer Sicht ist eine Art ein Übergangsstadium: Wenn sich ihre Überlebensstrategie in einem bestimmten Umfeld als erfolgreich erweist, zweigt sie sich durch die Besiedelung von Nischen oder anderer neuer Lebensräume auf, andernfalls stirbt sie nach einer gewissen Zeit aus. Als Maß für den Erfolg einer Lebensform verwenden Evolutionsbiologen die Anzahl fortpflanzungsfähiger Nachkommen pro Generation. Sie hängt davon ab, wie groß die betrachtete Population ist, wie lange eine Generation dauert, wie viele Nachkommen durchschnittlich innerhalb einer Generation gezeugt werden können und wie viele davon letztlich fortpflanzungsfähig sind.
    Körperliche Eigenschaften werden vordefiniert durch die räumliche und zeitliche Abfolge unvorstellbar vieler Kopier- und Übersetzungsvorgänge, wodurch aus Erbinformationen biochemische Strukturen entstehen, die sich

Weitere Kostenlose Bücher