Vergebung
zweite Auto ist von Milton und kommt aus Nacka. Das ist frühestens nach zwanzig Minuten hier. Und drittens wird auch noch automatisch die Polizei alarmiert. Mit anderen Worten, es kommen im Abstand von ein paar Minuten mehrere Autos hierher.«
»Okay.«
»Ein Überfallsalarm lässt sich nicht auf dieselbe Art rückgängig machen wie ein Einbruchsalarm. Da können Sie also nicht anrufen und sagen, es war nur ein Irrtum. Auch wenn Sie uns in der Auffahrt entgegenkommen und uns mitteilen, dass es nur ein Versehen war, wird die Polizei trotzdem ins Haus gehen. Wir wollen nämlich sichergehen, dass niemand Ihrem Mann gerade eine Pistole an die Schläfe hält. Den Überfallsalarm sollten Sie also nur auslösen, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist.«
»Verstehe.«
»Ich habe gesehen, dass Sie im Haus Golfschläger deponiert haben.«
»Ja. Ich habe gestern Nacht alleine hier geschlafen.«
»Vielleicht sollten Sie lieber in ein Hotel gehen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Sie eigene Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Aber ich hoffe, Ihnen ist klar, dass Sie einen Angreifer mit einem Golfschläger leicht erschlagen können.«
»Hmm.«
»Und wenn Sie das tun, dann werden Sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wegen Totschlags angeklagt. Wenn Sie angeben, dass Sie die Golfschläger dort hingestellt haben, um im Notfall eine Waffe griffbereit zu haben, kann die Anklage sogar auf Mord lauten.«
»Ich soll also …«
»Ich kann Sie ja verstehen. Aber wir schaffen Ihnen eine Alternative. Sie sollen die Möglichkeit haben, Hilfe zu rufen, und vor allem gar nicht erst in die Situation kommen, dass Sie jemand den Schädel einschlagen müssten.«
»Verstehe.«
»Und was machen Sie mit dem Golfschläger, wenn er eine Schusswaffe dabeihat? Sicherheit heißt, dass man dem anderen immer einen Schritt voraus ist.«
»Wie soll ich das denn anstellen, wenn ein Stalker hinter mir her ist?«
»Sie sorgen dafür, dass er überhaupt keine Chance hat, sich Ihnen zu nähern. In ein paar Tagen werden wir sämtliche Installationen abgeschlossen haben, danach müssen wir uns auch mit Ihrem Mann unterhalten. Er muss sich der Sicherheitsfrage genauso bewusst werden wie Sie.«
»Aha.«
»Bis dahin möchte ich eigentlich nicht, dass Sie hier wohnen bleiben.«
»Ich kann nirgendwo anders hinziehen. Mein Mann kommt in ein paar Tagen nach Hause. Aber er und ich verreisen ziemlich oft, und dann ist immer mal einer von uns allein zu Hause.«
»Verstehe. Aber es geht ja nur um die paar Tage, bis wir alle Installationen vorgenommen haben. Haben Sie denn keinen Bekannten, bei dem Sie wohnen könnten?«
Erika dachte kurz an Mikaels Wohnung, aber dann fiel ihr wieder ein, dass das keine gute Idee war.
»Danke … aber ich will doch lieber hier wohnen.«
»Ich mache mir Sorgen um Sie. Wenn Sie hier bleiben wollen, möchte ich, dass für den Rest der Woche jemand bei Ihnen im Haus wohnt.«
»Hmm.«
»Hätten Sie etwas dagegen, wenn Ihnen eine Kollegin von mir Gesellschaft leistet? Ihr Name ist Susanne Linder, und sie hätte sicher nichts dagegen, sich ein paar Hunderter extra zu verdienen.«
»Was kostet das denn?«
»Das müssen Sie mit ihr selbst aushandeln. Aber ich will wirklich nicht, dass Sie hier alleine sind. Susanne Linder ist außerdem eine ehemalige Polizistin. Und es ist ja nur vorübergehend. Wenn wir eine Leibwache organisieren wollen, dann sähe das alles ganz anders aus - und so etwas wird ziemlich teuer.«
Rosins ernster Ton tat seine Wirkung.
»Einverstanden. Rufen Sie sie an. Ich richte ihr ein Bett im Gästezimmer her.«
Erst gegen zehn Uhr abends kamen Monica Figuerola und Mikael Blomkvist aus dem Bett heraus, gingen in die Küche und rührten sich aus den Resten in ihrem Kühlschrank einen kalten Nudelsalat mit Thunfisch und Speck zusammen. Zu ihrem Abendessen tranken sie Wasser. Plötzlich musste Monica kichern.
»Was ist?«
»Ich glaube nicht, dass Edklinth gemeint hat, ich solle Sex mit dir haben, als er mich beauftragte, ganz dicht an dir dranzubleiben.«
»Du hast das Ganze doch angefangen. Ich hatte ja nur die Wahl, ob ich freiwillig oder in Handschellen mit zu dir komme.«
»Ich weiß. Aber es war auch nicht allzu schwer, dich zu überreden.«
»Stimmt schon. Aber du arbeitest bei der SiPo und steckst gerade in Ermittlungen, bei denen ich zu den Akteuren gehöre …«
»Du meinst, es ist unprofessionell von mir. Du hast recht. Ich hätte es nicht tun sollen. Und ich würde ganz schön
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