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Waffenschwestern

Waffenschwestern

Titel: Waffenschwestern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Moon
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versucht, ganz schlaff zu werden, wenn es geht – Muskelkontraktionen verbrauchen Sauerstoff -, und friedliche Gedanken zu denken.«
    Das Schiff erbebte leicht, und alle schluckten – die natürliche Reaktion auf einen Systemeintritt nach dem Sprung; der
    Unterlichtantrieb lief seit einer halben Stunde im
    Bereitschaftsmodus, und sein konstantes Summen stieg jetzt um eine halbe Note.
    »Ein Gebet schadet auch nicht«, ergänzte Sirin. »Falls man an irgendwas glaubt.«
    Esmay wollte schon höflich fragen, an was Sirin glaubte, als die Alarmsirenen losheulten.
    »Eins O auf die Brücke…« Sie war schon unterwegs, ehe der Aufruf wiederholt wurde.
    »Kommandant?«
    Solis funkelte sie an, als hätte sie etwas Schreckliches angestellt, und sie war sich keiner Schuld bewusst. Sie hatte beim Kommandanten letztlich in gutem Ansehen gestanden; er schien seine anfängliche Animosität abgelegt zu haben.
    305
    »Wir haben eine Alarmmeldung erhalten, Lieutenant.«
    Krieg? Esmays Magen verkrampfte sich.
    »Lord Thornbuckles Tochter ist von einer unbekannten
    Macht entführt worden, die Vergeltungsschläge gegen die Familias angekündigt hat, falls irgendwelche Schritte zur Rettung Sera Meagers eingeleitet würden. Sie ist verstümmelt worden…«
    »Doch nicht … Brun!?« Esmay spürte, wie ihr das Blut aus dem Kopf wich; sie lehnte sich mit einer Hand an die
    Lukenkimming.
    »Ja. Anscheinend liegen unanfechtbare Beweise für die
    Entführung vor. Alle Schiffe sind aufgefordert, jede Spur von einer Allsystems-Mietyacht namens Jester zu melden, die sie finden…« Solis schüttelte den Kopf, als wollte er ihn klären, und bedachte Esmay mit einem weiteren herausfordernden
    Blick. »Sie scheinen gar nicht erfreut, dass sich Ihre
    Prophezeiung erfüllt hat, Sera Meager würde zu Schaden
    kommen …«
    Einen Augenblick lang konnte sie nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hatte. »Natürlich nicht!«, entgegnete sie dann.
    »Es hat nichts zu tun mit… Ich wollte nie, dass etwas
    Schlimmes passiert…«
    »Dann hoffen Sie lieber, dass sie bald und in guter
    Verfassung gerettet wird«, sagte er. »Denn andernfalls werden sich alle daran erinnern – auch, da bin ich sicher, ihr Vater -, dass Sie sie ausgeschimpft haben und sie wutentbrannt von Copper Mountain weggerannt ist. Machen Sie sich lieber klar, Lieutenant Suiza, dass Ihre Zukunft im Regulär Space Service 306
    von Sera Meagers Zukunft abhängt – die in diesem Augenblick verdammt trostlos aussieht.«
    Esmay wollte daran gar nicht denken; es war eine zu ernste Gefahr, um darüber nachzudenken. Stattdessen tastete ihr Verstand nach einer hilfreichen Assoziation herum. »Dieser Kauffahrer«, sagte sie. Solis machte ein ausdrucksloses Gesicht.
    »Das kleine Schiff«, fuhr Esmay fort. »Das Schiff, das auf seiner Spur eingetroffen war, die fünf Leichen, die nicht zur Besatzung des Kauffahrers gehörten, aber verstümmelt worden waren. Das könnte Bruns Schiff gewesen sein.«
    Solis starrte sie erst an und blinzelte dann. »Sie … könnten Recht haben! Es könnte – so gewesen sein. Und wir haben das Gewebe zur Untersuchung…«
    »An die Gerichtsmedizin im Sektor-HQ geschickt –aber die Proben sind dort bestimmt als zur Elias Madero gehörig etikettiert. Und wir haben keine Funkfeuerdaten von dem kleinen Schiff.«
    »Nein … aber wir haben eine Schätzung der Masse. In
    Ordnung, Suiza – und jetzt möchte ich ein weiteres Mal die Wahrheit von Ihnen hören: Liegt auch nur der kleinste
    Schimmer von Befriedigung vor?«
    »Nein, Sir.« Das konnte sie äußern, ohne zu zögern. »Es war ein Fehler, dass ich damals die Beherrschung verloren habe –
    mir ist das klar, und ich hätte mich auch entschuldigt, wäre Brun noch da gewesen, als wir von der Feldübung zurückkehrten.
    Und ich wünsche niemandem, jemals in Gefangenschaft zu
    geraten, am wenigsten jemandem wie ihr…«
    »Wie ihr?«
    »So … frei. So glücklich.«
    307
    »Hmpf. Naja, ich bin weitgehend überzeugt, aber ich
    bezweifle, dass das für irgendjemanden sonst gelten wird.
    Achten Sie lieber darauf, keinen Fehler zu machen, Suiza. Bei den Daten, die wir an Bord haben, können wir damit rechnen, dass man uns auffordern wird, uns mit der Einsatzgruppe in Verbindung zu setzen. Man wird Sie nach Sera Meager
    befragen, und ein einziges falsches Wort reicht, um Sie zu ruinieren.«
    Esmay verbannte diesen Gedanken und stellte sich lieber die lachende, die goldene Brun vor. Seit Jahren betrachtete sie sich

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