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Waffenschwestern

Waffenschwestern

Titel: Waffenschwestern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Moon
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helfen.«
    *
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    Barin Serrano war an Flottenpolitik gewöhnt; er war in diesen gefährlichen Gewässern aufgewachsen. Er navigierte vorsichtig durch die heiklen Einflussströmungen im Hauptquartier der Einsatzgruppe und merkte sich, welche konkurrierenden Familien die derzeitige Verärgerung Lord Thornbuckles über den Namen Serrano ausnutzten. Die Livadhis waren wie üblich gespalten; einige verkündeten ihre Freundschaft und Loyalität zu verschiedenen ranghohen Serranos wie seiner Großmutter, während andere in Freizeiteinrichtungen für Subalternoffiziere abfällige Bemerkungen von sich gaben. Barin ignorierte die Beleidigungen, hielt sich jedoch darüber auf dem Laufenden.
    Jemand in der Familie musste davon erfahren, sobald er genug Daten zusammengetragen hatte.
    In einem anderen Winkel seines geschäftigen Gehirns hielt er Ausschau nach Problemen bei weiteren Master Chief Petty Officers. Einmal ist Zufall, zweimal ist Fügung … Er war bereit einzugestehen, dass der Fall Zuckerman Zufall sein konnte und die übrigen, von denen er gehört hatte, womöglich nur Gerüchte, aber falls sie zutrafen … dann ging irgendetwas vor.
    Sein Kommandant hatte den Fall sicher gemeldet, aber ob in der gegenwärtigen Krise irgendjemand zugehört hatte?
    Barins Pflichten bestanden vor allem darin, persönlich
    Datenwürfel zu befördern; er verbrachte viel Zeit damit, in irgendjemandes Vorzimmer zu warten, und fand damit auch viel Gelegenheit, mit Leuten zu plaudern, die ihrerseits nichts Besseres zu tun hatten.
    »… nehmen Sie zum Beispiel Chief Pell«, sagte gerade ein unmöglich kecker weiblicher Pivot-major. »Ich weiß ja nicht, ob 443
    es an der angespannten Situation oder so was liegt, aber er ist nicht mehr derselbe, der er am letzten Jahrestag der Flotte war.«
    »Wirklich?« Barin spitzte gedanklich die Ohren.
    »Wirklich. Naja, gestern musste ich in seinem Auftrag
    Zugangscodes für juristische Ermittlungen nachschlagen … Ich dürfte die Sperrsequenzen nicht mal kennen, aber er hat mich trotzdem gebeten, mich über diese Vorgänge von vor sechs Monaten zu informieren. Und er selbst konnte sich an keine Sequenz erinnern!«
    »Meine Güte!«, sagte Barin, und in Gedanken ging er rasch mögliche Gründe dafür durch, dass Admiral Hornans leitender Verwaltungs-Unteroffizier gerade jetzt seine Nase in juristische Ermittlungen steckte, wo der Admiral angeblich hinter dem Job von Barins Großmutter als Kommandeur der Einsatzgruppe her war. Versuchte er etwas über Heris Serrano zu erfahren, die ein heikles Verfahren hatte durchstehen müssen? »Sie wissen vermutlich nicht, wessen Dateien er geplündert hat?«
    »Von dieser furchtbaren Esmay Suiza«, antwortete der Pivot-major und warf den Kopf hoch. »Diese Frau, die die arme Tochter Lord Thornbuckles praktisch an die Piraten verkaufl hat.«
    Barin konnte sich gerade noch bremsen, ehe er über den
    Tisch sprang und dem Mädchen den Hals brach, aber es kostete ihn Mühe.
    »Was bringt Sie denn auf diese Idee?«, brummte er.
    »Naja, alle wissen doch, dass sie sie gehasst hat. Und ich habe von Lieutenant Ferradi gehört: Hätten alle gewusst, was sie selbst über Lieutenant Suiza wüsste, dann hätte man diese nie in der Nähe von Sera Meager geduldet.«
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    Barin verschob in Gedanken ein Markierungszeichen und
    wechselte damit die Einschätzung Casea Ferradis von
    »Ärgernis« auf »Feind«.
    »Sie ist so schön, nicht wahr?«, gurrte der Pivot-major.
    »Hmm?«
    »Lieutenant Ferradi. Sie haben Glück, dass sie Sie mag; sie könnte jeden Mann auf dem Stützpunkt haben.«
    »Hat sie wahrscheinlich auch«, versetzte Barin, ohne
    nachzudenken; er blickte auf und stellte fest, dass der Pivot-major ihn entrüstet anfunkelte. »Ich meine, alle haben sie im Kopf«, verbesserte er sich rasch. Sie wahrte die finstere Miene lange genug, um ihm deutlich zu machen, dass sie nicht überzeugt war, und entspannte sich dann.
    »Sie ist ein feiner Offizier, und Chief Pell findet das auch.
    Ebenso der Admiral.«
    Tat er das … wirklich? Barin ging hinaus, dachte angestrengt in mehrere Richtungen nach und stolperte beinahe über den feinen, schönen Lieutenant Ferradi.
    »Oh … Ensign …«
    »Ja, Sir?« Er brachte es fertig, sie anzulächeln.
    »Haben Sie irgendwas von Lieutenant Suiza gehört?«
    »Nein, Sir. Ich glaube, der Lieutenant ist in Urlaub, oder nicht?«
    »Ja, aber … im Grunde wollte ich mit Ihnen über sie reden.«
    Jetzt kam es. Er packte seinen Zorn fest am

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