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When the Music's Over

When the Music's Over

Titel: When the Music's Over Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Myra Çakan
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Takaheshi vorsichtig.
    »Welchem Deal?« Sunshine setzte sich auf, hellwach und nicht mehr hinter aufgesetztem Desinteresse versteckt.
    »Die große Welle«, sagte Skadi.
    »Das habe ich schon mal irgendwo gehört.« Doc rieb sich die Schläfen. »Aber wo?«
    »Ich hielt es immer für ein Synonym für die zweite Welle der Invasion. Aber was wäre, wenn es überhaupt keine Invasion gibt?«
    »So einen Scheiß muss ich mir nicht anhören!« Wütend sprang Sunshine auf.
    Dies war ihr zweites Treffen und sie drehten sich immer noch im Kreis. Wurde so Revolution gemacht? Als sie noch die Tunnel-Soldaten waren, war alles viel einfacher gewesen. Auf der einen Seite war der Feind, den man mit Brandbomben bewarf, und auf der anderen Seite stand die Gemeinschaft.
    Und was war das hier? Sie warf Wiesel einen scharfen Blick zu, doch der hatte sich hinter seinem Cyber 3 verschanzt und hielt sich aus der Diskussion raus.
    Sunshine trat an die Reling. Vom anderen Ende der Insel klang Musik: das Festival. Morgen war der letzte Tag, dann sollten diese Runners auftreten, von denen Wiesel so beeindruckt war. Sie starrte aufs Meer. Die Erdoberfläche ist zu über siebzig Prozent mit Wasser bedeckt, das hatte sie in der Schule gelernt. Der blaue Planet, Tiefsee, unerforschte Gebiete – was mochte noch alles da unten versteckt sein außer dem komischen Ding, das dieser Mann den Zauberhut nannte?
    Ihre Gedanken kehrten zur Gruppe auf der Jacht zurück. War sie etwa nur sauer, weil sie nicht mehr die Anführerin war? Dabei hatte sie doch nichts sehnlicher gewollt, als von der Verantwortung befreit zu werden.
    »Wenn die Vierfinger tatsächlich hinter Pierce her sind, ist unsere Lage hier ziemlich exponiert«, sagte Doc gerade.
    Sunshine drehte sich wieder um. Ihr war, als wäre sie auf etwas Bedeutsames gestoßen, kurz bevor sie wieder an die Gruppe gedacht hatte. Es hatte mit der See zu tun – mit der Tiefsee. »Tief unten im Meer, tief unten im Meer«, ein albernes Kinderlied drängte sich an die Oberfläche ihrer Assoziationskette. Nein, so ging es auch nicht. Schule, lernen. Sie legte einen neuen Gedankenpfad an. Manganknollen, Morlokmaschinen …
    »Bodenschätze«, sagte sie unvermittelt. Und alle drehten sich zu ihr um. »Was wäre, wenn die Vierfinger da unten irgendwelche wertvollen, wie sagt man …«
    »Rohstoffe?«, half Doc aus.
    »… Rohstoffe fördern?«
    »Und die holen sie direkt aus der Erdkruste, und darum haben wir so ungewöhnlich viele Seebeben«, spann Brad den Faden weiter.
    »Also, das ist doch nun wirklich Science Fiction«, sagte Doc und alle lachten.
    »Angenommen, es stimmt, was nützt uns diese Information?«, brachte Skadi es auf den Punkt.
    »Nun, zum einen wollen die Aliens nicht, dass ihnen jemand draufkommt, sonst wären sie nicht hinter Pierce her, oder?« Garfield sah etwas unsicher in die Runde. Hatte er jetzt wieder etwas Dummes gesagt?
    »Sei’s drum«, meinte Pierce. »Es kann sicher nicht schaden, wenn wir das Ding mit ein paar netten Unterwasserbomben in die Luft jagen.«
    Die Tunnel-Soldaten nickten beifällig. Diese Sprache verstanden sie.
    »Ehe wir anfangen, Bomben zu werfen, sollten wir vielleicht einen Plan machen«, meinte Takaheshi lapidar. Alle verstummten und sahen ihn aufmerksam an. Ohne es zu wollen, hatte er plötzlich die Führung übernommen. »Was wissen wir eigentlich genau und was sind bloße Vermutungen?«
    »Erzähl ihnen, was du weißt, Taka.« Rashala sah ihn ermutigend an. Während der ganzen Diskussion hatte sie sich beobachtend im Hintergrund gehalten. »Erzähl ihnen von Antarctica und dem Deal.«
    »Gut. Ich werde mich kurz fassen.« Takaheshi sah in die gespannten Gesichter dieser Kinder. Erwarteten sie jetzt eine Gutenachtgeschichte? »Es wurden bestimmte Privilegien ausgehandelt, zwischen den Aliens, einigen Regierungen und einflussreichen Leuten. Ich gehöre wohl zu der letzteren Gruppe. Technologien gegen Rohstoffe, so lautete der Verkaufsslogan – und der Köder: Unsterblichkeit.«
    »Unsterblichkeit?« Garfield riss die Augen auf. »Ihr seid jetzt alle unsterblich?«
    »Die Raumstationen«, sagte Doc, dem jetzt einiges klar wurde. »In Schwerelosigkeit verlangsamt sich der Alterungsprozess.«
    Takaheshi nickte.
    »Du hast doch gesagt, ihr habt die Erde verkauft. Was heißt das?«
    »Diese Aliens, was wollen sie noch – unseren Planeten für irgendein Siedlungsprojekt?«, führte Doc Skadis Frage aus. Vor seinem inneren Auge sah er feurige Krieg der Welten

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