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0354 - Toteninsel Teneriffa

0354 - Toteninsel Teneriffa

Titel: 0354 - Toteninsel Teneriffa Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Werner Kurt Giesa
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Mit dumpfem Poltern kam sie auf den Decksplanken auf, rutschte und wäre fast gestürzt. Das Poltern mußte gehört worden sein! Sie rannte zum Achterdeck, wo sich das Rettungsboot befand. Hoffentlich war die Plane nicht festgezurrt…
    Sie dachte auch an die Spuren, die sie auf dem Deck hinterließ. Wasser, das von ihrem Körper tropfte, und Sand von ihren Füßen.
    Aber dann hatte sie das Boot erreicht, riß die Plane hoch und kletterte hinein. Blitzschnell zog sie die Plane wieder hinter sich herunter, so daß es so aussehen mußte, als wäre sie nicht von der Stelle bewegt worden.
    Da waren auch schon Stimmen und Schritte. Sie erkannte sie nur zu gut wieder. Die drei Männer waren wieder an Deck.
    »Anker lichten, Leinen los«, hörte sie Alvarez. »Und dann mit voller Kraft zum Heimathafen!«
    Erleichtert atmete sie auf. Niemand hatte das Poltern gehört oder darauf geachtet, niemand sah ihre Spur.
    Die Maschinen der Yacht sprangen nacheinander an und begannen zu dröhnen. Hinter der »Montego« begann das Wasser zu schäumen. Die Yacht gewann rasch an Geschwindigkeit.
    Rafaela lag unter ihrer Plane.
    Und schlief ein…
    ***
    Reguas spürte seinen Körper bereits wieder – oder genauer gesagt, das, was von seinem Körper noch übrig war. Er war schon vor langer Zeit teilweise zerfallen, und alle Lebenskraft, die Reguas aufzunehmen in der Lage war, reichte nicht aus, ihn wieder richtig zu formen. Nur als Geistwesen war er in der Lage, seine einstige Gestalt ansatzweise wieder zu zeigen.
    Damit mußte er sich abfinden.
    Reguas hoffte, daß seine Rückkehr diesmal von Dauer sein würde. Er mußte genügend Diener finden, genügend Anhänger der Sekte, die dieser Sterbliche namens Valdez gegründet hatte. Es mußte immer wieder Nachschub geben. Und – diesmal durfte ihm kein Dämonenjäger über den Weg laufen.
    Dabei hatte er sie schon gespürt, die Jäger. Sie waren zu zweit. Aber noch wußten sie nicht so recht, was sie mit ihm anfangen sollten.
    Reguas mußte ihnen zuvorkommen und sie vernichten. Aber sie waren nicht dümmer als die anderen einst. Merlin und jener Druide mit den grünen Augen…
    Beiden war es gelungen, Reguas zu bezwingen. Doch jetzt kam er erneut wieder. Er fand immer wieder Menschen, die die Macht lockte. Und die sich von Schätzen berauschen ließen…
    Sollten sie sich Macht und Schätze nehmen. Sie würden schon sehen, was sie davon hatten. Reguas band sie dadurch nur um so fester an sich.
    Dieser Valdez schien als erstes den Schatz haben zu wollen. Er sollte ihn bekommen.
    Ansatzweise war da auch noch eine Beobachtung. Ein Mädchen, wie geschaffen für ein Opfer, war in der Nähe des Körpers, des Schatzes gewesen.
    Reguas hätte sich dieses Mädchen gern genommen. Doch noch konnte er nichts unternehmen. Sein Geist allein konnte nur nehmen, was ihm willig geboten wurde. Erst wenn der skelettierte Körper richtig erwachte, dann…
    Reguas wußte, daß er dicht an der Klippe zum Erwachen stand. Noch ein Opfer… dann würde es soweit sein. Dann war er wieder da, stark wie eh und je. Wie lange war es her? Dreihundert oder dreitausend Jahre, seit er sich zum letzten Mal auf eigenen Beinen hatte bewegen können?
    Er hatte Spuren hinterlassen, die nur Eingeweihte fanden. Eingeweihte, die ihm Opfer bringen wollten.
    Bald schon würde er den Vulkan verlassen können.
    Bald…
    ***
    Rafaela erwachte, als die Maschinen verstummten. Die Veränderung riß sie aus ihrem leichten Schlaf. Unwillkürlich hielt sie den Atem an. Was würde jetzt geschehen? Wo befanden sie sich?
    Sie lauschte. Kommandos ertönten. Schritte polterten über das Deck.
    Eine Kette rasselte. Dann wurde es wieder still.
    Rafaela wartete weiter ab. Sie wollte nicht im letzten Augenblick noch entdeckt werden. Erst als ihrer Schätzung nach eine Viertelstunde vergangen war, hob sie die Plane über dem Rettungsboot vorsichtig an und spähte hinaus.
    Alles war leer und ruhig. Und – das war ein Hafen. Überall waren Yachten, Motor- und Segelboote. Und dahinter die Lichter einer Stadt… das schien Santa Cruz zu sein. Besser konnte es gar nicht mehr kommen…
    Rafaela kletterte ins Freie. Jetzt, als sie draußen stand, merkte sie, wie hart die Planken des Bootes gewesen waren. Sie fühlte sich vollkommen steif und wie gerädert, und sie wußte, daß es in ein paar Stunden noch schlimmer sein würde. Sie seufzte. Aber wichtig war jetzt nur, daß sie es geschafft hatte. Das Unmögliche war wahr geworden.
    Und niemand mehr an Bord der

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