1001 Nacht - und die Liebe erwacht
kommen.
AuÃerdem wendete sich gerade alles zum Positiven, denn sie hatte eine unerwartete Gelegenheit erhalten, das Wohltätigkeitsprojekt anzustoÃen. Ihr offizieller Termin im Palast war erst in drei Wochen. Bis dahin wollte sie Land und Leute kennenlernen. Doch nun bot sich völlig unerwartet die Gelegenheit, mit Menschen zusammenzutreffen, die groÃen Einfluss in Sinnebar besaÃen. Als sie von der Empfangsdame des Hotels erfuhr, dass am Abend im Ballsaal des Hotels eine Wohltätigkeitsveranstaltung stattfinden würde, war Antonia wie elektrisiert. Sie hatte zwar keine Einladung, da niemand wusste, dass sie hier war, aber sie würde schon Mittel und Wege finden, um sich unter die geladenen Gäste zu schmuggeln. Auch der Herrscher über Sinnebar würde anwesend sein.
Bei der Vorstellung, dem Mann zu begegnen, den man auch âSchwert der Vergeltungâ nannte, geriet sie vor Aufregung fast aus dem Häuschen. Vielleicht war auch Saif anwesend. Allein der Gedanke an ihn lieà ihr Herz sofort schneller klopfen.
Mit groÃen Gesellschaften kannte sie sich aus. Ihr Bruder verkehrte in den besten Kreisen, und sie begleitete ihn oft. Sie wollte versuchen, so viele Gäste wie möglich anzusprechen, um sie über Rigos Projekt zu informieren. Wenn sie gute Arbeit leistete, würde ihr Bruder sie bestimmt bald in sein Team aufnehmen.
In einer der Hotelboutiquen fand sie ein schlichtes apricotfarbenes Seidenkleid und ein Paar farblich dazu passende hochhackige Sandaletten sowie eine Clutch Bag. Die Friseurin, die sie anschlieÃend aufsuchte, zauberte eine elegante Steckfrisur, die sie mit einer Orchidee verzierte.
Sehr schlicht und elegant, lautete Antonias Urteil, als sie sich im Spiegel des Hotelzimmers betrachtete. Zu dem Abendkleid gehörte auch eine Stola, die die Arme bedeckte. Der Rückenausschnitt war dezent. Zufrieden griff sie nach der Handtasche und verlieà die Suite. Selbst im konservativsten Wüstenkönigreich würde sie in diesem Aufzug niemandem zu nahe treten.
8. KAPITEL
Weit und breit waren nur Männer zu sehen! Damit hatte Antonia nun wirklich nicht gerechnet. Verblüfft machte sie in der Vorhalle des Ballsaals auf dem Absatz kehrt und überlegte anschlieÃend in der Hotellobby, was sie nun tun sollte. Die Sicherheitskräfte beäugten sie bereits misstrauisch und würden ihr ganz gewiss den Einlass verweigern. Doch das hielt sie nicht davon ab, einen verstohlenen Blick in den Ballsaal zu werfen. Angesichts der vielen hochdekorierten Herren in erlesenen Gewändern musste es eine exklusive Veranstaltung sein. Die Gäste hatten bereits an wunderschön gedeckten Tischen Platz genommen. Kristallgläser und Silberbestecke funkelten im Kerzenschein. Alle unterhielten sich angeregt. Wie sollte sie sich unbemerkt hineinschleichen? Das war vollkommen unmöglich! Als einzige Frau im Saal würde sie sofort auffallen.
Ganz offensichtlich war dies kein geeignetes Forum, um Unterstützer für ihr Projekt zu gewinnen. Antonia seufzte resigniert. Nun musste sie tatsächlich drei weitere Wochen warten, bis sie ihren offiziellen Termin im Palast wahrnehmen konnte. Oder gab es vielleicht doch noch eine Chance, mit den Männern zu reden? Vielleicht kam Saif ja auch zu dieser Gesellschaft. Möglicherweise saà er bereits an einem der vielen Tische. Mit etwas Glück konnte sie ihn vielleicht ein letztes Mal sehen.
Sie brachte es nicht übers Herz zu gehen. Hastig legte sie sich einen riskanten Plan zurecht. Sie wollte versuchen, über den Hintereingang in den Ballsaal zu gelangen. Auf der anderen Seite führte eine Treppe zu einem Mezzanin hinauf. Von dort aus hätte sie einen perfekten Ãberblick über den gesamten Ballsaal.
Und sie könnte in Ruhe den Mann betrachten, der Sinnebar regierte.
Widerstrebend wandte sie den Blick vom Ballsaal ab, eilte durch die Lobby und verlieà das Hotel. Unauffällig schlich sie um das Gebäude, bis sie einen Seiteneingang entdeckte. In sicherer Entfernung wartete sie, bis die Sicherheitsleute kurz abgelenkt waren, und schlüpfte ungesehen durch den Personaleingang. Drinnen streifte sie die Sandaletten ab und rannte die Hintertreppe hinauf. Dabei blickte sie sich immer wieder ängstlich um. Weit und breit war niemand zu sehen.
Und sie hatte noch mehr Glück: Die Tür zum Mezzanin war unverschlossen.
Allerdings standen hier weitere gedeckte Tische. Vermutlich
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