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108 - Die Werwölfe des Dr. Satanas

108 - Die Werwölfe des Dr. Satanas

Titel: 108 - Die Werwölfe des Dr. Satanas Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Larry Brent
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Durch das wölfische Antlitz schimmerte hell das Frauenantlitz.
Wie eine Geistererscheinung legte es sich darüber. Es war eine seltsame
Mischung zwischen Mensch und Tier. Als X-RAY-3 ging, sagte Maria Lopez noch
etwas zu ihm. „Vergessen Sie, was Sie gehört und gesehen haben.“ Aber Larry
wusste, dass dies nicht so einfach sein würde.
     
    ●
     
    Er verlor
keine Zeit und verließ das Kloster. Obwohl die Oberin ihm für die Nacht eine
Gastzelle zur Verfügung stellen wollte, lehnte er ab. Es zog ihn nach Salem.
Dort war das Zentrum der Gefahr. Sein Lotus Europa rollte wenig später die
steilen Serpentinen in die Tiefe. Einsamkeit, Berge und der scheinbar endlos
weite, sternenübersäte Vollmondhimmel umgaben ihn. X-RAY-3 erstattete Meldung
nach New York. X-RAY-1 informierte umgehend Iwan Kunaritschew alias X-RAY-7,
dessen Mission sich damit zerschlagen hatte. Der russische PSA-Agent erhielt
die Mitteilung bei der Zwischenlandung in London sofort die Retour-Maschine in
die Vereinigten Staaten zu nehmen.
     
    ●
     
    Das
unmenschliche Brüllen und Knurren erfolgte gleichzeitig mit dem Angriff. Morna
Ulbrandson war trainiert und flink. Das Überraschungsmoment aber lag voll auf
der Seite des Gegners. X-GIRL-C wurde zu Boden gerissen. Brennende Schmerzen
bohrten sich in ihre Schultern, wo die Pranken sie erwischten und ihre Bluse
zerfetzten. Warm lief das Blut ihre Arme herab. Der Werwolf! Wie tollwütig
gebärdete er sich, schlug um sich und krallte sich in ihr fest. X-GIRL-C lag
unter ihm und spürte sein enormes Gewicht und den heißen Raubtieratem, der ihr
entgegenschlug. Durch den Sturz zu Boden und den plötzlichen Angriff aus dem
Hinterhalt war ihr der Smith & Wesson Laser entfallen. Die Agentin setzte
sich mit bloßen Händen zur Wehr, schlug und trat um sich und wandte Taekwon-
do-Tricks an, um die körperliche Überlegenheit des Angreifers auszugleichen.
Eine Pranke ratschte über Brust und Bauch hinweg und fetzte ihr die Bluse vom
Leib. Mornas Rechte flog herum wie ein Dreschflegel. Mit der Handkante
erwischte sie die geifernde Schnauze des Werwolfes, der ihr an die Kehle wollte.
Der Kopf der Bestie flog ruckartig zurück, aber seine Pranken waren noch da und
ließen nicht los. Die beiden Kämpfenden wälzten sich am Boden. Der Tanzbär lag
neben Mornas Füßen, der Kopf hatte sich gelöst. Im Hohlraum steckte - Finch
Preston, zerkratzt, blutverschmiert und tot...
    Die
Werwolf-Bestie hatte ihn nach dem Überfall in den hohlen Braunbären gesteckt.
Das Regal mit den Büchern, Zeitschriften und Tonkrügen wankte bedrohlich bei der
Auseinandersetzung auf Leben und Tod. Die Bücher kamen ins Rutschen und fielen
auf Morna und den Werwolf herab. Der Agentin gelang es, sich herumzurollen und
den Kopf der blutgierigen Bestie erneut zurückzudrücken. Dann konnte X-GIRL-C
die Beine plötzlich anreißen, unter die zottige Brust des Werwolfes stemmen und
wieder abstoßen. Das brachte den Befreiungsschlag.
    Dem Wolf
wurden die Füße förmlich vom Boden gerissen. Er flog gegen das Regal. Das
morsche Holzgestell brach zusammen, mit ihm die Bücher und Zeitschriftenstapel
und die zahllosen Keramikkrüge. Es krachte und schepperte. Die Krüge
zerplatzten, und der Werwolf wurde unter Papier und Tonscherben begraben. Morna
Ulbrandson wusste, dass ihr nur drei, vier Sekunden blieben, um das Beste für
sich aus dieser Situation zu machen. Sie kam in die Hocke. Unter dem Wolf, dem
Regal und allem, was sich über ihn ergossen hatte, lag auch der Smith &
Wesson Laser. Aber selbst wenn Morna Ulbrandson ihn in diesem Moment in der
Hand gehabt hätte, auf keinen Fall hätte sie ihn eingesetzt, um den
Unglücklichen zu töten. Zu viele ungeklärte Fragen gab es noch. Sie musste den
Werwolf unschädlich machen, außer Gefecht setzen. Zwischen dem Gerümpel, vor
das sie sich manövriert hatte, ertastete sie einen harten, glatten Gegenstand:
Ein weißlackierter Kegel, den irgendwann einmal jemand von einer Kegelbahn
mitgenommen hatte. Vielleicht in Erinnerung an alle Neune, die er dort geworfen
hatte. Da gab’s kein Zögern mehr, und es war auch höchste Zeit. Morna warf sich
nach vom, als sich der Werwolf bereits wieder von dem Schutt bis zur Hälfte befreit
hatte. X-GIRL-C schlug zu. Der Kegel war schwer, hart genug, und die Wucht, die
hinter dem Schlag der Agentin saß, reichte aus, um die Bestie außer Gefecht zu
setzen. Ihr sackte der Kopf zur Seite, und die
behaarten Pranken mit den messerscharfen Krallen fielen schlaff

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