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2305 - Jagd auf die Dunkelkapsel

Titel: 2305 - Jagd auf die Dunkelkapsel Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Unbekannt
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sagte er schließlich. „Sie können leidlich gut schwimmen. Brr!" Wie alle Ganschkaren plagte ihn eine gewisse Scheu vor großen Wasserflächen.
    „Wir suchen das Ufer ab", ordnete Zerbone an. „Wir dürfen niemals vergessen, dass Terraner schlau sind. Vielleicht treibt sie ihr Instinkt, vielleicht vermögen sie mehr zu leisten, als wir meinen."
    „Wenn Marc London lebte, hätten wir seine Lebensimpulse angemessen."
    „Mag sein ... Ich möchte jedenfalls auf Nummer sicher gehen."
    Eine halbe Stunde später fanden sie den Jungen.
     
    *
     
    Er musste sich mit letzter Kraft ins Wasser geschleppt und eine leichte Strömung ausgenutzt haben, die ihn ans andere Ufer des Sees geschwemmt hatte.
    Was auch immer Marc London antrieb – Angst oder Verzweiflung –, es hatte ihn so lange bei Bewusstsein gehalten, bis er unter einem kleinen Felsvorsprung in vermeintlicher Sicherheit gewesen war.
    „Er hat sich mit einer dicken Schlammschicht bedeckt, um die Ausstrahlung seiner Körperwärme einzudämmen", sagte Aroff.
    „Und der Platz ist derart gut gewählt, dass das umgebende Gestein alle anderen Werte auf ein Minimum dämpft." Zerbone kam nicht umhin, dem jungen Terraner Anerkennung zu zollen.
    „Wir müssen ihn so rasch wie möglich versorgen. Sein Bewusstsein ... flackert."
    „Wahrscheinlich ist er unterkühlt. Wir bringen ihn in die Dunkelkapsel."
    „Und dann?" Aroff klapperte zweifelnd mit den Schnabelhälften. „Mein Wissen über die menschliche Anatomie und Gesundheit ist bei weitem nicht ausreichend, um ihn am Leben erhalten zu können. Wir sollten ihn seinesgleichen zur Heilung übergeben."
    „Das würde nur unnötig Sand aufwühlen", flüsterte Zerbone.
    „Wir befinden uns in einem abgelegenen Teil der Erde. Es sollte uns ein Leichtes sein, einen menschlichen Außenposten von allen Kommunikationssystemen abzunabeln und die Besatzung für unsere Zwecke heranzuziehen."
    „Wir würden damit die Terraner auf uns aufmerksam machen."
    „Nicht, wenn wir danach unsere Spuren vernichten und falsche legen."
    „Einverstanden." Zerbone ließ den völlig durchnässten Marc London von einem Projektorstrahl in die Dunkelkapsel schleifen. Anschließend spiegelte er ein Hologramm der kleinen Insel über das hufeisenförmige Pult der Zentrale.
    „Hier befindet sich die nächste menschliche Behausung", sagte Aroff. Er zeigte auf eine primitive Hütte, die im Holo näher herangezoomt wurde. Die Dunkelkapsel, mit um ein Vielfaches besser ausgestatteten Messinstrumenten als ihr Anzug, lieferte ausgezeichnete Informationen.
    „Sie ist bewohnt", zischte Zerbone und deutete auf einen roten Wärmefleck. „Ein einzelner Terraner. Ausgezeichnet."
    „Wir sollten sofort starten. Unser Gast kühlt immer mehr ab."
    Marc London lag inmitten einer sich ausbreitenden Wasserlache auf dem Boden der Zentrale und zuckte konvulsivisch. Möglicherweise litt er an einer beginnenden Versteifung der Glieder, wie sie die Mor’Daer in kühlen Stunden kannten.
    Aroff zog die Dunkelkapsel hoch. Er glitt den Berghügel hinab, blieb dabei stets knapp über den Wipfeln des Urwalds. Selbstverständlich konnte sie im Ortungsschutz niemand sehen. „Dort ist die Hütte", sagte er schließlich. „Wir landen am Strand."
     
    13.
     
    Wer auch immer diesen Scherz initiierte – sein Leben war verwirkt.
    Ian Grant hatte sich während der Jagd nach dem brutzelnden Braten verzehrt.
    Nur sein großes Repertoire an Flüchen und die Gedanken an eine herrliche Mahlzeit hatten ihn Bogs, Wind, Regen und Sandfliegen vergessen lassen.
    Schließlich hatte der Braten liebevoll gewürzt im eigenen Fett am Spieß gebrutzelt. Knollige Folienkartoffeln im Holzfeuer und einige Biere aus dem Kühldepot des nahen Baches rundeten den Traum eines jeden Jägers von einem gelungenen Arbeitstag ab.
    Und nun zerquetschte eine unsichtbare Faust den Braten.
    Sand wirbelte meterhoch in die Luft.
    Ian presste die Hände schützend über die Augen, während er vor den heftigen Luftverwirbelungen in Deckung sprang. Knisternd verging hochgewehte Materie in einem Schutzschirm und zeichnete die Umrisse eines riesigen, unsichtbaren Hindernisses nach, das sich auf dem schmalen Strandstreifen niederließ. Nahezu die Hälfte des Schiffskörpers ragte ins Wasser hinein.
    Welcher Wahnsinnige wagte es, hier mit einer ausgewachsenen Space-Jet zu landen?! Das ging weit über einen der üblichen Scherze der Jungs aus Bluff oder Invercargill hinaus, die hier ab und zu illegale Partys

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