Aerzte zum verlieben Band 39
begehrte?
Gemma wachte früh auf, obwohl sie schlecht geschlafen hatte. Um den Frauen aus Yusefs Familie aus dem Weg zu gehen, bat sie Miryam, ihr das Frühstück ins Gästehaus zu bringen. Sie fürchtete neugierige Blicke und Fragen, weil Yusef und sie Fajella gestern Abend zusammen zu Bett gebracht hatten.
Als Miryam mit einem groÃen Tablett zurückkam, war Gemma bereits fertig angezogen. Gemma trug das Tablett zusammen mit ihrem Laptop hinaus auf die überdachte Terrasse, wo weiche Teppiche und groÃe Kissen zum Verweilen im Schatten einluden.
Vor ihrem Treffen mit Noura und den anderen Frauen konnte sie wenig tun. Da fiel ihr zu ihrem Schrecken ein, dass sie sich seit ihrer Ankunft hier noch nicht beim Frauenzentrum in Sydney gemeldet hatte. Sie schaltete den Laptop ein und ging online. Zum Glück fand sie in ihrem Postfach beruhigende E-Mails ihrer Mitarbeiter. Alles schien auch sehr gut ohne sie zu laufen. Sie schickte eine Antwortmail und griff dann nach der Landkarte von Fajabal, die Yusefs Sekretär ihr bereits in Sydney gegeben hatte.
Fajabal war ein kleines Land, fast nur an der Küste besiedelt. Dort lag auch die Hauptstadt, in der sie sich jetzt befand. Im Inland gab es ein paar bewohnte Orte, vermutlich abgelegene Oasen.
âMöchten Sie sich hier oder im Krankenhaus unterhalten?â, riss Nouras Stimme sie aus ihren Gedanken, und Gemma blickte auf. Noura, fünf weitere Frauen im Gefolge, standen da, einfach gekleidet und mit unbedeckten Köpfen. Nomadenfrauen.
âWären Ihre Freundinnen denn einverstanden, wenn wir hier miteinander reden?â, fragte Gemma und registrierte überrascht, dass alle nickten.
âSie können ein bisschen Englischâ, klärte Noura sie auf. âNomaden sind Händler und mussten sich schon immer in fremden Sprachen verständigen.â
âSelbst die Frauen?â, fragte Gemma, als Miryam weitere Kissen für die Gäste holte. Hausdienerinnen brachten wenig später Kaffee und Schalen mit Obst und SüÃigkeiten.
Noura lächelte. âMänner mögen im Kampf stärker sein, aber Frauen sind klüger beim Handelnâ, sagte sie stolz.
Sie stellte Gemma die Frauen vor, dann erhielt jede eine winzige Tasse Mokka und zuckriges Konfekt. Anscheinend gehörte dieses Ritual zu den hiesigen Gepflogenheiten, ehe man sich mit dem wahren Zweck des Treffens befasste. Sobald die Tassen geleert waren, begannen die Frauen von ihren Sorgen und Wünschen zu reden.
âIn der Wüste hatten unsere Kinder vielleicht einen Schnupfen oder Fieber, aber hier in der Stadt gibt es viele andere Krankheiten wie Masern und Windpocken. Krankheiten, wie sie Stadtkinder bekommen. Werden unsere Kinder sich auch damit anstecken?â
Gemma, die wusste, dass diese eigentlich harmlosen Kinderkrankheiten in Australien und Amerika ganze Völkerstämme ausgerottet hatten, weil diese keine Abwehrkräfte dagegen besaÃen, erklärte den Frauen die Notwendigkeit von Schutzimpfungen. âIn meiner Heimat werden die Kinder schon als Babys geimpft. Hier könnten wir die gleichen Impfprogramme einführen.â
âManche Eltern haben Angst davorâ, wandte eine ein. Die anderen nickten zustimmend.
Sie diskutierten das Problem, und Gemma beantwortete viele Fragen. SchlieÃlich erzählte sie ihnen von Yusefs Krankenhausprojekt.
âDas ist eine gute Ideeâ, meinte eine der Frauen anerkennend. âWir gehen nicht gern in die normalen Abteilungen.â
âUnd auch nicht zu männlichen Ãrztenâ, meinte eine andere.
âDeswegen ist Wardah auch gestorbenâ, berichtete eine dritte. âSie hatte Probleme bei der Geburt, aber der Arzt hat einfach nicht verstanden, warum sie so verzweifelt war.â
âWardah war meine Schwester, Fajellas Mutterâ, erklärte Noura. âIhr Name bedeutet in unserer Sprache Rose. Ihr zu Ehren hat Yusef diese Rosen hier pflanzen lassen.â
Noura deutete auf die üppig blühenden Rosensträucher. Gemma verspürte einen schmerzhaften Stich im Herzen. Er musste diese Frau sehr geliebt haben, um sie auf diese Art zu ehren â und nie zu vergessen.
Dass eine Affäre zwischen Yusef und ihr unmöglich war, das hatte sie inzwischen akzeptiert. Aber hatte sie nicht tief in ihrem Innern doch auf mehr gehofft? Dass er sie vielleicht eines Tages lieben würde?
Warum sonst tat es so weh zu erkennen, dass sein Herz noch
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