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Auf ewig und einen Tag - Roman

Titel: Auf ewig und einen Tag - Roman Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Joy Arnold Angelika Felenda
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gesprenkeltes Haar, die tief liegenden Augen, all das, was ihn zu einem Erwachsenen machte. Ich sah die Selbstsicherheit seiner Bewegungen, ein Mann, der wusste, was er wollte und wohin er wollte, und dann rief ich mir wieder ins Gedächtnis, wie sein Gesicht aussah, als er hilflos aufgestöhnt hatte.
    Ich trat zwischen den Büschen hervor.
    Er wurde mit einem Schlag puterrot, was ich irgendwie faszinierend gefunden hätte, wenn ich in einer anderen Stimmung gewesen wäre. Die Röte stieg unter dem Kragen seines blauen Hemds über seinen Hals bis zu den Wangen hinauf. Und in diesem Moment, mit seinem breiten Grinsen auf dem Gesicht, hätte er ein kleiner Junge sein können, der begeistert spürte, wie ein Fisch an der Angel zerrte. In diesem Moment glaubte ich, etwas von dem zu verstehen, was Eve in ihm sah.

    Ich sah ihn mit Eves zusammengekniffenen Augen und hochgereckter Nase an. »Tut mir leid«, sagte ich. »Aber das muss aufhören.«
    Er kam näher, und die Röte wich so schnell von seinen Wangen, wie sie gekommen war. »Heiliger Himmel«, sagte er und trat einen Schritt zurück. »Was zum Teufel soll das?«
    Er wusste, dass ich es war. Woran hatte er es erkannt? Es gab eine Zeit, als nicht einmal Daddy uns unterscheiden konnte. Aber die Zeiten hatten sich offensichtlich geändert. »Herr Abgeordneter«, sagte ich.
    »Was willst du.« Keine Frage. Eine Drohung.
    »Was ich will? Ja, was will ich wohl?« Das alles fühlte sich zu erwachsen für mich an. Ich wusste natürlich genau, was ich wollte, aber plötzlich war ich mir ziemlich sicher, dass dies nicht der richtige Weg war, es zu bekommen.
    Er blickte auf sein Haus zurück, dann schüttelte er den Kopf. »Nicht hier.« Seine Stimme klang angewidert. Er wischte sich mit der Hand über den Mund und ging, ohne in meine Richtung zu sehen, den Weg hinunter. Ich folgte ihm.
    »Ich nehme an, Ihre Familie hat keine Ahnung«, sagte ich.
    Er antwortete nicht, hielt nur den Blick auf den Weg vor sich gerichtet, wo die Brombeersträucher über den Kies wucherten und die Kletterrosen uns anlächelten.
    »Was tun Sie, Mr. Maclean?« Der melodische Klang meiner Stimme erschreckte mich. Ich gab vor, Eve zu sein, und war es nicht. Ich wusste nicht, wie lange ich das noch durchhalten würde, bevor ich etwas Dämliches tat, mich entschuldigte oder wegrannte. »Lieben Sie sie?«
    Er ging schneller. »Was willst du von mir? Wenn du etwas von mir willst, Kerry, dann sag es jetzt.«

    »Das ist doch eine berechtigte Frage, oder? Lieben Sie sie?«
    Er schwieg einen Moment, dann brach er plötzlich in schallendes Gelächter aus. Mir schoss durch den Kopf, dass er vielleicht tatsächlich wahnsinnig war, aber dann wandte er sich um, um Nora Beaufort zuzuwinken, die die Veranda ihres viktorianischen Gästehauses kehrte. »Morgen, Nora«, sagte er. »Wie viel sind’s heute?«
    »Drei Paare«, antwortete Nora, »und ein einzelner Gast in der Wyeth Suite. Ein einzelner Mann, der eine ganze Suite braucht, kann man sich das vorstellen?«
    »Dann ist ja alles ausgebucht.« Mr. Maclean legte die Hand auf meinen Rücken und schob mich weiter.
    »Sie sollten lieber aufpassen«, sagte ich fröhlich. »Sonst denken die Leute noch, wir hätten eine Affäre.«
    Er warf den Kopf zurück und stieß erneut ein kräftiges Lachen aus, als er den Arm wegzog. Dann brach das Lachen so schnell ab, wie es gekommen war, wie bei einem Schauspieler, der von der Bühne abging. »Hör zu«, sagte er im Flüsterton. »Ich weiß nicht, was für ein Spielchen du spielst. Ich hoffe, du bist erwachsen genug, um etwas Vernunft zu zeigen.«
    »So, Sie hoffen, ich bin erwachsen genug. Und wenn nicht, ist es Eve wahrscheinlich auch nicht, und was heißt das dann? Dass Sie ein Kind missbrauchen?«
    »Ich frage dich noch einmal, Kerry. Was willst du? Soll ich dir sagen, dass ich sie liebe?«
    Doch ich stellte fest, dass es mir eigentlich lieber wäre, wenn er sagte, er liebe sie überhaupt nicht. Dass sie bloß eine Affäre war, dass er sein Leben lang solche Affären mit hübschen Mädchen gehabt hatte. Bedeutete die Tatsache, dass er es nicht abstritt, vielleicht, dass doch mehr an der Sache dran war?

    »Wollen Sie sie heiraten?«
    Bei der Frage blieb er wie angewurzelt stehen. Er zog die Zeitung unter dem Arm hervor und sah darauf, als würde er die Schlagzeilen überfliegen. »Ich weiß, dass du dir Sorgen um deine Schwester machst«, sagte er. »Ich verstehe das gut.«
    Natürlich verstand er gar nichts, aber das mit

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