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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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Geschöpf aufgefallen war.
    Später, sehr viel später
vermochte
sie sich darüber wieder den Kopf zu zerbrechen.
    Zuvor aber löschte der nie gesehene Glanz am Himmel jeden klaren Gedanken in ihr aus. Spülte aus den Tiefen hervor, was sie sehnlichst erwartet hatte – und wovor sie nun doch instinktiv erschrak.
    »Heh, was ist?«, Caleb war durch das Geräusch aufmerksam geworden, mit dem sie gegen einen kleinen Tisch gestoßen war und ihn umgeworfen hatte. Das Poltern hatte seine Augen geöffnet.
    Und das Entsetzen weitete sie, wie sie noch nie geweitet gewesen waren.
    »Heh!
Heh!
Bleib – stehen! Ich schreie! Du Miststück, bleib stehen, bleib stehen, oder ich –«
    Seine Schreie endeten in Blut. Blut, das durch das Zimmer spritzte, Blut, das Wände und Möbel besudelte, Blut, das Laken und Matratze tränkte...
     
     
    Ernst betrachtete Makootemane den Mann, der ihm nahestand wie ein Sohn.
    »Du wirkst bedrückt«, sagte er, als Wyando den Raum betrat, den Chiyoda ihm zur Verfügung gestellt hatte. »Was kann ich für dich tun?«
    Hidden Moon berichtete ihm von seiner Begegnung mit Esben Storm. Er verschwieg nichts. Auch nicht, dass die Angst in ihm angeschwollen war, als wollte sie den dunklen Trieb ersetzen, den er mit Chiyodas Lektionen zu zähmen versuchte.
    »Lass mich sehen«, forderte Makootemane ihn auf, und Hidden Moon kehrte ihm den Rücken zu, fühlte, wie die schwieligen Hände des Oberhaupts der Arapaho-Vampire in sein Haar tauchten, es teilten und dann den Flaum berührten.
    »Schneeweiß«, hörte er Makootemane sagen. »Wie sonderbar.«
    »Eigentlich bin ich gekommen«, sagte Hidden Moon, »um zu fragen, ob du an dir auch eine ähnliche Veränderung bemerkt hast.«
    Der alte Indianer verneinte, schränkte aber ein: »Die Spiegel leugnen unsere Art. Mir selbst würde es schwerfallen, eine Veränderung des Gefieders zu bemerken. Wie bist du darauf aufmerksam geworden?«
    »Einer von Chiyodas Schülern sprach mich darauf an.«
    Makootemane nickte. »Was machen deine Fortschritte?«
    Hidden Moon zuckte hilflos die Achseln. »Ich weiß es nicht. Es ist anders als früher. Aber ob es besser geworden ist, wage ich noch nicht zu beurteilen. Zumal Storms Worte mich verunsichert haben.«
    »Weiß ist normalerweise nicht die Farbe des Bösen«, sagte Makootemane. »Es könnte ein äußeres Zeichen für den Prozess sein, der in dir begonnen hat.«
    »Du meinst, ich beginne das Dunkle in mir in den Griff zu bekommen? Auch ohne die Unterstützung eines Seelentiers?«
    »Wäre es nicht die naheliegendste Erklärung?«
    Hidden Moon schüttelte den Kopf.
    »So schnell?«, fragte er zweifelnd.
    Hidden Moon merkte, dass Makootemane aufrichtig zu ihm sprach. Dennoch sprang der beruhigende Funke, auf den er gehofft hatte, nicht auf ihn über.
    Der alte Arapaho-Häuptling merkte es. »An welche andere Möglichkeit, die dir so viel Angst bereitet, denkst du?«
    »Ich denke nicht nur daran, ich fürchte sie wie die Pest, die über unser Geschlecht gekommen ist!«, sagte Hidden Moon.
    Und stöhnend hob er die Hände, um sein Gesicht sekundenlang darin zu vergraben. Als er es wieder daraus löste, glitzerten seine Augen wie ein sternenübersätes Firmament. Nur in ihrer Mitte war einsame Schwärze, die Makootemane an Hidden Moons Kelchtaufe während einer Mondfinsternis erinnerte, als er fortfuhr: »Ich stand lange im Bann des leibhaftigen Satans. Er bewegte mich wie eine Figur auf dem Schachbrett. Und alles nur, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und die in mir angesammelte Finsternis auf Heaven abzuwälzen. So wollte er den Teil ihres Selbst, der den Einflüsterungen des Bösen Widerstand leistet, schachmatt setzen. Und ganz offenbar ist Gabriel sein Vorhaben gelungen!«
    »Gabriel...«, dehnte Makootemane den eben gehörten Namen. »Ist das der Name des Teufels?«
    »Sein Name in diesem Leben. Er muss schon viele Hüllen durchwandert haben. Wie ich schon sagte, war ich lange in seinem Bann...«
    »... und nun fürchtest du, er könnte etwas in dich gepflanzt haben, das dich auch weiterhin beherrscht?«
    Makootemane berührte sacht Hidden Moons Stirn und schloss kurz die Augen.
    »Ich kann keine fremde Macht in dir spüren«, sagte er dann.
    »Was nichts bedeuten muss«, warf Hidden Moon ein. »Gabriel ist ein Meister in verborgenen Ränkespielen.«
    Makootemane seufzte schwer und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht.
    »Ich bin erschöpft«, sagte er. »Geh jetzt, bitte. Du darfst den Mut nicht

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