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Celinas Tochter

Celinas Tochter

Titel: Celinas Tochter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brown Sandra
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um ihre Hüllen in Empfang zu nehmen.
    Er brachte sie nach draußen und setzte sie in seinen Wagen. Dann fuhr er los und wartete, bis sie ein ganzes Stück vom Club entfernt waren und die Heizung warme Luft pumpte, ehe er sagte: »Also, was ist los?«
    Â»Warum haben Sie mir nicht erzählt, daß Sie mit Stacey Wallace verheiratet waren?«
    Er starrte sie an, daß er schon fast zu einem Verkehrshindernis wurde, dann wandte er sich wieder der Straße zu. »Sie haben nicht gefragt.«

    Â»Wie praktisch.«
    Ihren Kopf am kühlen Beifahrerfenster fühlte sie sich, als hätte man sie mit einer Kette gepeitscht und würde sie jetzt zwingen, zur zweiten Runde in den Ring zu klettern. Gerade als sie geglaubt hatte, sie hätte die verschiedenen Stücke der Beziehungspuzzles von Purcell aussortiert, tauchte ein neuer Dreh auf.
    Â»Ist es wichtig?« fragte Junior.
    Â»Ich weiß es nicht.« Sie wandte sich ihm zu und lehnte den Kopf zurück an ihr Fenster. »Erzählen Sie’s mir. Ist es wichtig?«
    Â»Nein. Die Ehe hat kaum ein Jahr gehalten. Wir haben uns als Freunde getrennt.«
    Â»Sie haben sich getrennt. Stacey liebt Sie immer noch.«
    Er zuckte zusammen. »Das war eines unserer Probleme. Staceys Liebe ist besessen und besitzergreifend. Sie hat mich umgarnt. Ich konnte nicht atmen. Wir...«
    Â»Junior, Sie haben rumgebumst«, unterbrach sie ihn ungeduldig. »Ersparen Sie mir Ihre banalen Erklärungen. Das interessiert mich alles nicht.«
    Â»Warum haben Sie dann davon angefangen?«
    Â»Weil sie mich in der Toilette zur Rede gestellt hat und mich bezichtigte, daß ich mit dieser Untersuchung das Leben ihres Vaters ruiniere.«
    Â»Du lieber Himmel, Alex. Joe Wallace ist eine alte Heulsuse. Stacey bemuttert ihn. Ich bezweifle keine Sekunde, daß er ihr die Ohren vollgejammert hat. Damit will er ihr Mitgefühl kriegen. Jeder unterstützt die Neurosen des anderen. Machen Sie sich deshalb keine Gedanken.«
    In diesem Augenblick fand Alex Junior gar nicht mehr sympathisch. Seine abfällige Art gegenüber der Liebe einer Frau – jeder Frau – zeugte von miesem Charakter. Sie hatte ihn heute abend beobachtet: Genau wie Stacey es beschrieben hatte, war er von einer Frau zur anderen geschwirrt. Die Jungen und die Alten, die Attraktiven und die Häßlichen, ob verheiratet oder ledig, alle waren willkommene Beute. Er
war zu jeder charmant, wie ein Osterhase, der durch die Menge hoppelt und Süßigkeiten an gierige Kinder verteilt, die nicht merken, daß es ihnen ohne leeren Zucker bessergehen würde.
    Er war daran gewöhnt, daß sie ihn umschwärmten. Diese Art von Arroganz lehnte Alex immer schon als widerlich ab. Junior hielt es für selbstverständlich, daß jede Frau auf ihn reagierte. Flirten war für ihn ein Reflex, wie das Atmen. Ihm würde nie in den Sinn kommen, daß jemand seine Absichten mißverstehen und deshalb emotionell Schmerzen erleiden könnte.
    Wenn sie dieses Gespräch mit Stacey nicht gehabt hätte, hätte vielleicht auch Alex wohlwollend gelächelt, wie all die anderen Frauen, und seine Verbindlichkeit als Teil seiner Persönlichkeit akzeptiert. Aber jetzt irritierte er sie, und sie hatte das Bedürfnis, ihm hinzureiben, daß man sie nicht so einfach abtun konnte. »Stacey hat sich nicht nur über den Richter aufgeregt. Sie sagte, ich hätte Erinnerungen an ihre Ehe aufgewühlt, ihre Schmutzwäsche ans Licht gezerrt. Ich habe den Eindruck, daß sie schwer darunter leidet, Ihre Exfrau zu sein.«
    Â»Das ist aber eigentlich nicht mein Problem, oder?«
    Â»Vielleicht sollte es das sein.«
    Ihr schroffes Kontra überraschte ihn. »Das klingt ja, als wären Sie sauer auf mich. Warum?«
    Â»Ich weiß es nicht.« Ihr Zorn war leider so schnell verflogen, wie er aufgeflammt war. Jetzt fühlte sie sich ausgelaugt. »Tut mir leid. Vielleicht liegt’s nur daran, daß ich immer den Underdogs die Stange halte.«
    Er streckte die Hand aus und legte sie auf ihr Knie. »Ein bewundernswerter Charakterzug, der meiner Aufmerksamkeit nicht entgangen ist.« Alex nahm seine Hand und ließ sie auf den Ledersitz zwischen ihnen fallen. »O je, Sie haben mir noch nicht verziehen.«
    Sie widerstand seinem Lächeln. »Warum haben Sie Stacey geheiratet?«

    Â»Wollen Sie wirklich darüber reden?« Er steuerte den Wagen in

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