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Conan-Saga 15 - Conan der Thronräuber

Conan-Saga 15 - Conan der Thronräuber

Titel: Conan-Saga 15 - Conan der Thronräuber Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert E. Howard
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daß er kaum Luft bekam. Mit einem Fuß zog er den Schuh des anderen Fußes aus und griff mit den Zehen nach dem Schlüsselring. Er hob den Fuß hoch und packte den Ring. Nur mit Mühe konnte er den Freudenschrei unterdrücken, der sich über seine Lippen drängen wollte.
    Es dauerte eine Weile, bis er die alten Schlösser aufgesperrt hatte, aber endlich war er frei von seinen Ketten. Er bückte sich nach dem Schwert und schaute sich funkelnd um. Nur Dunkelheit begegnete seinem Auge, Dunkelheit, in die die Schlange den zermalmten Schwarzen gezerrt hatte. Conan wandte sich der offenen Tür zu. Ein paar schnelle Schritte brachten ihn zur Gittertür – da durchschnitt ein schrilles Lachen die Luft. Vor seiner Nase schlug die Tür zu und der Riegel schnappte ein. Ein höhnisches, häßliches Gesicht, einer Teufelsfratze gleich, spähte durch die Eisenstäbe. Shukeli, der Eunuch, war seinen gestohlenen Schlüsseln gefolgt. In seiner triumphierenden Schadenfreude sah er das Schwert in des Gefangenen Hand nicht. Conan stieß zu wie eine Kobra. Die schwere Klinge schnellte durch das Gitter, und Shukelis Gelächter wurde zum Todesschrei. Der feiste Eunuch krümmte sich – es sah kurz aus, als wolle er sich vor Conan verbeugen – und fiel vornüber.
    Conan knurrte in wilder Genugtuung, aber er war immer noch gefangen. Die Schlüssel nutzten bei dem Riegel nichts, der nur von außen betätigt werden konnte. Er tastete ihn durch die Stäbe ab, und seine Erfahrung sagte ihm, daß er genausowenig wie das Gitter durch das Schwert gebrochen werden konnte. Versuchte er es, ging er dabei nur seiner einzigen Waffe verlustig. Aber die Berührung verriet ihm, daß versucht worden war, die Eisenstäbe durchzubeißen – sie wiesen scharfe Dellen auf. Unwillkürlich schaudernd fragte sich Conan, welch gewaltige Monstren sich hier einen Weg in die Freiheit hatten bahnen wollen. Doch wie auch immer, er konnte nichts weiter tun, als einen anderen Weg aus diesen Hallen der Hölle zu suchen. Er nahm die Fackel aus der Nische und machte sich mit dem Schwert in der Hand auf den Weg den Gang hinunter. Von der Schlange oder ihrem Opfer war, außer einem Blutfleck auf dem Boden, nichts zu sehen.
    Die Dunkelheit drängte von allen Seiten auf ihn ein und wehrte sich dagegen, von seiner Fackel auch nur ein paar Fuß weit vertrieben zu werden. Zu beiden Seiten bemerkte er in unregelmäßigen Abständen dunkle Öffnungen, aber er blieb im Hauptkorridor. Immer wieder schweifte sein Blick nach vorn über den Boden, um nicht in eine Fallgrube zu stürzen. Plötzlich hörte er das jämmerliche Weinen einer Frau. Noch eines von Tsothas Opfern, dachte er. Er verfluchte den Hexer und folgte dem Weinen in einen schmaleren, klammen Seitengang.
    Das Weinen wurde beim Näherkommen lauter. Er hob die Fackel. In ihrem Schein sah er undeutlich eine Gestalt in der Düsternis. Nach ein paar weiteren Schritten hielt er grauenerfüllt an. Vor ihm blockierte eine gewaltige Masse den Weg. Ihre verschwommen erkennbaren Umrisse erinnerten ein bißchen an einen Kraken, aber die unförmigen Saugarme waren im Verhältnis zu seiner Größe viel zu kurz, und die ganze Masse wabbelte wie Gallerte. Ihm wurde bei ihrem Anblick übel. Aus der Mitte hob sich ein Schädel, der dem eines Frosches glich. Conan konnte es kaum fassen, aber das klägliche Weinen kam aus dem breiten Froschmaul. Es wechselte jedoch zu einem Kichern über, als die großen Augen dieser Monstrosität auf ihm zu ruhen kamen. Und schon stemmte es sich ihm entgegen.
    Conan wich zurück und floh zu dem breiten Tunnel, denn er war nicht sicher, daß seine Klinge diesem Ungeheuer etwas anhaben konnte. Es mochte zwar aus irdischem Fleisch und Blut sein, aber bei dem Grauen, das es in ihm geweckt hatte, bezweifelte er es, und vor allem glaubte er nicht, daß eine von Menschen gefertigte Waffe dagegen ankam. Eine Weile hörte er noch das schwerfällige Plumpsen der Sprünge dieser Kreatur, als sie ihn offenbar ein Stück verfolgte, und das gräßliche Lachen, das sie ihm nachschickte. Es klang so entsetzlich menschlich, daß es ihn schüttelte, und hörte sich genauso an wie das der fetten Huren in Shadizar, der Verderbten, wenn Sklavinnen auf dem Markt ihrer Hüllen entblößt und versteigert wurden. Durch welche teuflischen Künste hatte Tsotha dieses unnatürliche Wesen ins Leben gerufen? Conan spürte, daß es eine Blasphemie gegenüber den ewigen Gesetzen der Natur war.
    Ehe er den Hauptkorridor erreichte,

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