Darkover 18 - Hasturs Erbe
du willst, um deine Ziele zu verfolgen. Drohe nicht mit einer schrecklichen Waffe, sondern mit der totalen, vereinten Kraft von uns allen, um die wahre Stärke Darkovers wiederzubeleben, und das wäre etwas Positives, das wir den Terranern und dem Imperium als Gegenleistung für das geben können, was wir von ihnen erhalten möchten.«
Ich traf auf Regis Blick, und plötzlich glitt die Zeit wieder aus den Angeln. Ich sah ihn in einer großen Halle voller Menschen, Hunderte und aber Hunderte, alle Telepathen, die es auf Darkover gab! Ich glitt beiseite, und da waren wir wieder, wir acht in dem kleinen Kaminzimmer. Ich sagte zu Regis und Danilo: »Ihr würdet doch bei einem solchen Unternehmen mitmachen, oder?«
Regis, dessen Augen vor Aufregung leuchteten, sagte: »Mit ganzem Herzen, Lord Beltran. Ich bin sicher, auch der Rat der Comyn würde alle Telepathen und Türme in Euren Dienst stellen!«
Dies war ein großartigerer Traum als jener, der uns zusammengeführt hatte! Das war es! Ich hatte es vorausgesehen! Auch Beltran mußte es mitreißen!
Beltran starrte uns alle an, und bevor er zu reden begann, sank mir das Herz. In seiner Stimme und seinen Worten lag eisige Verachtung.
»Du verdammter falscher Verräter! « schleuderte er mir entgegen. »Mich unter das Rad der Comyn bringen! Ich soll mich vor den Hali'myn auf die Knie fallen lassen und von ihnen die Macht entgegennehmen, auf die ich ein Recht habe? Dann mache ich es doch besser wie mein alter, zittriger Vater und lasse mich von den Terranern knechten! Aber nun bin ich der Herr von Aldaran, und ich werde zuerst Darkover in ein feuriges Chaos stürzen! Niemals! Niemals! Niemals!« Seine Stimme schwoll zu einem rauhen Wutschrei an.
»Beltran, ich bitte dich… «
»Bitte? Bittet doch, ihr schmutzigen Bastarde! So wie ihr mich zum Bittsteller zwingen wollt… «
Ich ballte die Fäuste in dem fast schmerzhaften Wunsch, mich auf ihn zu stürzen, ihm diesen Spott aus dem Gesicht zu schlagen… nein. Das war nicht sein wahres Selbst, das war Sharra.
»Tut mir leid, Vetter. Du läßt mir keine Wahl.« Was immer auch später passierte, dieser Zirkel war zerbrochen. Nichts konnte mehr so sein wie vorher. »Kadarin, du hast mir die Sharra übergeben und versprochen, dich meinem Urteil zu beugen. Bevor es zu spät ist, muß dieser Zirkel aufgelöst und die Verbindung zerstört werden. Man muß die Matrix isolieren, bevor sie uns alle beherrscht.«
»Nein!« schrie Thyra. »Wenn du dich nicht traust, damit umzugehen, dann werde ich es tun!«
» Breda… ! «
»Nein«, sagte Marjorie mit zitternder Stimme. »Nein, Thyra. Es ist die einzige Möglichkeit. Lew hat recht. Sie kann uns alle zerstören. Bob!« Sie blickte Kadarin mit tränenverschwommenen goldenen Augen an. »Ihr habt mich zur Bewahrerin gemacht. Ich spreche mit dieser Autorität.« Ihre Stimme brach schluchzend ab. »Die Verbindung muß aufgelöst werden.«
»Nein«, sagte Kadarin grob und wies ihre ausgestreckte Hand zurück. »Ich wollte dich nicht als Bewahrerin. Genau das habe ich befürchtet. Nämlich, daß du dich nach Lew richtest! Sharras Zirkel muß bestehenbleiben!« Er starrte sie kämpferisch an. »Du kannst ihn nicht ohne meine Zustimmung auflösen.« Bei seinem Anblick dachte ich an einen Habicht, der über seiner Beute schwebte.
Beltran stand vor Danilo und starrte ihn eindringlich an. »Ich frage dich zum letzten Mal. Willst du tun, um was ich dich bitte?«
Danilo zitterte. Ich erinnerte mich, daß er der jüngste und furchtsamste der Kadetten gewesen war. Seine Stimme bebte, als er sagte: »N-nein, Lord Aldaran. Ich werde es nicht tun.«
Beltran wandte sich Regis zu. Seine Stimme klang neutral und hart. »Regis Hastur. Ihr befindet Euch nicht in den Domänen, sondern auf der Festung der Aldarans. Ihr seid aus freiem Willen hergekommen, und Ihr werdet nicht eher von hier fortgehen, bis Ihr Eurem Lustknaben befohlen habt, seine Kräfte nach meinen Anweisungen einzusetzen.«
»Mein Waffenbruder ist frei, nach seinem eigenen Willen und Bewußtsein zu handeln. Er hat Euch abgewiesen. Ich unterstütze seine Entscheidung. Und nun, Lord Aldaran, bitte ich Euch respektvoll, mich zu entlassen.«
Beltran rief irgend etwas in der Mundart des Gebirges. Plötzlich sprang die Tür auf, und ein Dutzend Wachsoldaten stürzten in das Kaminzimmer. In plötzlichem Erstaunen merkte ich, daß Beltran dies von Anbeginn an geplant
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