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Das Gift der Drachen Drachen3

Das Gift der Drachen Drachen3

Titel: Das Gift der Drachen Drachen3 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: cross
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ihre Faust zwischen meine Schenkel. Ihre Knöchel berührten mein Geschlecht. Wieder wartete sie auf eine Antwort. Diesmal gab ich ihr eine.
    Ich spie ihr ins Gesicht.
    Die restlichen Umstehenden zischten. Die Matriarchin stieß einen Strom von Worten hervor. Sie war wütend auf mich. Nein. Sie war außer sich vor Wut.
    Ich wurde an den Armen gepackt und auf den Rücken geworfen. Die harte Landung nahm mir vorübergehend den Atem, dann zuckte der Schmerz von meinen Rippen aus durch meinen ganzen Körper. Ich bäumte mich auf, wand mich, fluchte und schlug um mich. Immer mehr Djimbi warfen sich auf mich, die Matriarchin schrie immer noch Befehle, dann wurde ich vom Feuer weggeschleppt. Meine Arme und Beine wurden weit gespreizt. Ein Schwarm von Menschen hockte sich auf meine ausgebreiteten Gliedmaßen und knotete dicke Lianen um meine Hand-und Fußgelenke. Neben meinen Händen und Füßen wurden Pflöcke in den Boden gehämmert, ebenso neben meinem Hals und meiner Taille. Ich schrie, schüttelte mich, schlug um mich, schnappte mit den Zähnen, und vielleicht weinte ich auch, ja. Aber wenn, waren es Tränen der Wut, nicht der Resignation.
    Mit ausgestreckten Armen und Beinen wurde ich an die Pflöcke gebunden. Auch meine Taille wurde festgezurrt, und als Letztes kam mein Hals dran. Als ich mich gegen diese Fessel wehrte, schnitt ich mir die Atemluft ab und wäre fast erstickt.
    Ich hörte auf zu kämpfen und schrie stattdessen Beleidigungen und hohle Drohungen.
    Asche wurde auf das Feuer geschüttet, um es zu dämmen. Funken stoben in den sternenlosen Blätterbaldachin hoch über mir. Rauch waberte zwischen den Bäumen, wirkte im Licht der tanzenden Flammen geisterhaft. Ich konnte die gierige Hitze des Feuers fühlen.
    Zwei schlaksige Jünglinge halfen der Matriarchin hoch. Mit einer kurzen Bewegung ihrer fetten Hand winkte sie ein junges Mädchen zu sich. Das Mädchen lauschte ihren Worten, lief dann in die Dämmerung jenseits der Feuergrube und verschwand in einer Hütte, die neben den rippenartigen Luftwurzeln eines Baumes stand.
    Plötzlich beugte sich eine Frau mit einer Maske vor dem Gesicht über mich. Meine Flüche und Schreie blieben mir in der Kehle stecken.
    Die Maske hatte Schuppen und war wie der pfeilspitzenförmige Kopf einer Echse geformt. Darauf saß ein fast mannshoher Totemstock. Grotesk verzerrte Gesichter waren in das Holz geschnitzt, und statt Zungen hingen an Stricken dunkle Knochen aus den lüsternen Fratzen. Die Knochen klapperten wie Zähne.
    Die Maske hatte keinen Mund, sondern an seiner Statt eine große, rüsselähnliche Ausstülpung, so weiß wie Knochen und so weich und wacklig wie Kautschuk.
    Eine zweite maskierte Frau trat zu der ersten, dann eine dritte und eine vierte. Schon bald war ich von maskierten Frauen umringt, die Saugrüssel statt Münder hatten. Die Hitze des Feuers wurde von ihren Leibern abgeschirmt, und die Knochen an den Totemstöcken schwangen klappernd hin und her.
    Die Frauen fassten sich an den Händen und begannen eine Anrufung zu flüstern. Dabei hüpften sie leicht auf ihren Fußballen. Ihre Brüste wogten, Licht und Schatten wechselten sich flackernd ab.
    Sie flüsterten schneller, hüpften hastiger. Schon bald schienen ihre Worte übereinanderzustolpern, und ihr Hüpfen wurde heftiger. Die verschränkten Hände zuckten wie Fische am Haken. Der Gesang wurde zu einem wortlosen, angestrengten Keuchen. Die Frauen zuckten, ohne ihre Hände zu lösen. Der Boden unter mir schien zu beben.
    Nach einer Weile verebbte das faszinierende Beben, und Saugrüssel, Totemstöcke und Frauen schmolzen dahin. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie zurückgewichen, dass sie zur Feuergrube zurückgetreten wären. Es kam mir vor, als würden sie einfach … schmelzen.
    Sofort spürte ich die Hitze des Feuers, das in der Grube dicht neben mir glühte.
    Meine Haut würde verbrennen. Ich fühlte, wie die feinen Härchen auf meinen Armen sich krümmten und in der Hitze schrumpften.
    Ein Mann kniete neben meinem Kopf, packte mein Kinn und riss meinen Kopf zur Seite, weg von dem Feuer. Jetzt blickte ich auf eine Frau, die knapp drei Schritte neben mir stand, am Fuß eines Baumes, mit dem Rücken zu mir. Sie trug einen Umhang und ebenfalls eine Maske. Aber ich konnte nur ihren undeutlichen Umriss von hinten erkennen. Jedenfalls hatte sie keinen Totemstock.
    Woher ich wusste, dass es sich um eine Frau handelte? Eben noch hatte mich der Atem der in Trance gefallenen Frauen umhüllt, und der

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