Das Reich der Traeume
ganze Menge.«
Ich bin sprachlos.
XI
Ein Sohn für den
Finsteren Zauberer
A rturo war bewusstlos, als er in die Festung des Finsteren Zauberers getragen wurde. Der Weg dorthin war äuÃerst beschwerlich gewesen, mehrere Tage waren sie über verschlungene Pfade gegangen, durch Täler, bergauf, bergab. Irgendwann hatten Arturo die wenigen Kräfte verlassen, die ihm geblieben waren, und seine Erschöpfung hatte ihn an den Rand des Todes gebracht.
In seinem Zustand nahm er nicht wahr, wie Vater und Tochter sich in die Arme fielen und der Teufel Demónicus über die Rückkehr seiner verloren geglaubten Tochter in Schluchzen ausbrach.
»Meine Tochter, endlich habe ich dich wieder«, flüsterte er. »Die Götter waren gnädig mit mir!«
»Ich habe dich vermisst, Vater.«
»Jetzt ist die Stunde der Rache gekommen! Ist das der Kerl, der dich vor ein paar Wochen von hier verschleppt hat?«
»Ja, Vater, das ist er. Ich habe ihn hierher zu dir gebracht, damit du mit deinen eigenen Augen siehst, wozu er imstande ist. Er hat auÃergewöhnliche Fähigkeiten!«
»Das einzig AuÃergewöhnliche, was ihn erwartet, ist der Tod. Er wird büÃen für das, was er mir angetan hat! Er wird es bereuen, dich von meiner Seite gerissen zu haben!«
»Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du dir anhören, was ich dir zu erzählen habe. Dieser Junge hat unvorstellbare Kräfte. Er wird dich in Staunen versetzen. Du wirst dir wünschen, dass er Teil unserer Familie wird. Es ist von Vorteil, ihn an unserer Seite zu haben.«
»Du bist doch wohl nicht in ihn verliebt, oder?«
»Was denkst du nur, Vater?«
»Antworte mir! Bist du in ihn verliebt?«
Alexia schlug die Augen nieder und zögerte mit der Antwort.
»Ich weià es nicht, Vater«, sagte sie schlieÃlich. »Es gibt mehrere Gründe, weshalb ich mich mit ihm verbunden fühle. Du musst wissen, er hat mir das Leben gerettet â¦Â«
»Du darfst dich nicht gleich jedem Mann an den Hals werfen, der dir das Leben rettet«, wies er seine Tochter zurecht. »Du musst härter werden.«
»Arturo ist etwas Besonderes. Du wirst ihn mögen, glaub mir, er verfügt über unglaubliche magische Kräfte.«
Doch das Herz des Finsteren Zauberers war zu verhärtet, als dass die Worte seiner Tochter es hätten erweichen können. Demónicus zog es vor, die Diskussion vorläufig zu beenden.
»Wir sind von den Königen und Rittern angegriffen worden, die die Magie verabscheuen und die Alchemie bevorzugen«, erzählte er ihr stattdessen. »Bald wird es Krieg geben. Wir müssen ihnen unsere Herrschaft aufzwingen, oder sie werden uns versklaven.«
»Ich weiÃ, du hast recht, ich wäre fast selbst eines ihrer Opfer geworden. Um ein Haar wäre ich wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Wir müssen vorbereitet sein auf das, was kommt.«
»Mir wurde berichtet, dass Königin Ãmedi einen Krieg gegen uns anzetteln will. Es heiÃt, sie organisiert ein Treffen mit anderen Königen, um eine schlagkräftige Armee aufzustellen.«
»Ich glaube, Vater, Arturo kann uns dabei von groÃem Nutzen sein. Wenn wir ihn dazu bringen, sich auf unsere Seite zu stellen, sind wir unbesiegbar.«
»Ãbertreibst du da nicht ein wenig? Oder macht dich die Liebe blind?«
»Nein, Vater. Ich selbst habe mit eigenen Augen gesehen, wie er den Drachen besiegt hat, den du geschickt hast, um mich zu retten.«
»Dieser Junge hat den Drachen getötet?«
»Ja, Vater, er ganz alleine!«
Alexias Worte machten Demónicus nachdenklich. Wenn seine Tochter nun recht hatte und dieser seltsame Junge tatsächlich über unbesiegbare Kräfte verfügte?
»Erzähl mir mehr über ihn. Erzähl mir alles, was du über ihn weiÃt.«
»Ich weià nur sehr wenig, aber gesehen habe ich viel. Niemand kann sagen, woher er kommt, und er selbst erzählt kaum etwas. Es ist, als käme er aus einer fernen Welt, die nicht einmal er genau kennt. Er ist etwas Besonderes. Warte, bis du ihn besser kennenlernst, dann wirst du dich selbst davon überzeugen können.«
Demónicus hörte seiner Tochter aufmerksam zu. Vielleicht konnte er auf diese Weise mehr über die Herkunft dieses sagenhaften Kriegers und Drachentöters erfahren.
* * *
In aller Eile hatte Morfidio die Zeremonie seiner
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