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Dave Duncan

Dave Duncan

Titel: Dave Duncan Kostenlos Bücher Online Lesen
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Schatten an die Wände. Rap eilte hinüber zu Yggingi, der direkt hinter dem ersten Treppenschacht lag. Der Kobold erledigte immer die unangenehmen Arbeiten, egal um was es ging, wenn er dabei seine Stärke demonstrieren konnte. Deshalb stieß Little Chicken Rap beiseite, sobald dieser Yggingi bei den Knöcheln packte. »Aus dem Fenster?«
    Dieser schauerliche Gedanke war Rap noch gar nicht gekommen. »Uff! Nein. In den Schrank.«
    Der Kobold zerrte den Leichnam durch den Raum und stopfte ihn zwischen die Roben des Königs, während Rap einen Teppich über die Blutlache zog. Er hoffte, Inos würde sich nicht darüber wundern, und daß das Blut nicht den Teppich durchtränkte. Gerade als er fertig war, erschienen die anderen.
    Sagorn blieb einen Augenblick lang stehen und atmete schwer. »Aber Ihr müßt verstehen«, sagte er gerade, »daß wir nichts gemeinsam haben außer unser Bestreben, dem Fluch zu entkommen, und deshalb suchen wir nach weiteren Worten. Ansonsten gehen wir alle unsere eigenen Wege.
    Jalon hat sich im Wald verlaufen, also rief er Andor. Andor hatte nicht meine Skrupel gegenüber Eurem Vater und seiner Tochter.« Er verbeugte sich leicht vor Inos und ging dann zur Couch hinüber. »Also ging Andor nach Kinvale, um Eure Bekanntschaft zu machen. Er träumte sogar davon, König zu werden, wie ich bedauerlicherweise sagen muß.«
    »Als er uns erzählte, daß er Euch nach Krasnegar zurückgebracht hat, hat er also irgendwie die Wahrheit gesagt?« fragte Inos.
Der alte Mann lehnte sich zurück und lachte keuchend. »Ja, in diesem Fall schon. Hier gab es für ihn die Möglichkeit, zwei Worte zu finden: Eures, nachdem Ihr es erhalten hattet; und das von Master Rap. Durch einen ungeheuren Zufall, den diese Worte oft bewirken, kam er gerade zu dem Zeitpunkt in Krasnegar an, als Rap als Seher entlarvt wurde.«
    Rap schloß die Tür, die nach unten führte und verriegelte sie. Little Chikken begann, mit dem Riegel herumzuspielen, vor und zurück, und zeigte kindische Neugier und Spielfreude. Rap lauschte Sagorns Geschichte nur mit halber Aufmerksamkeit. Der Rest von ihm widmete sich dem Sehen. Die Imps hatten bereits ein paar Äxte gefunden und brachen durch die untere Tür in das Ankleidezimmer. Er nahm an, er sollte sich geschmeichelt fühlen, daß sie hundert Männer auf ihn hetzten.
    »Der Zustand Eures Vaters verschlechterte sich schneller, als ich erwartete hatte«, fuhr Sagorn fort. »Also beschloß Andor, nach Süden zu gehen und Euch zu holen. Er war ärgerlich, daß er Master Rap nicht sein Wort abschmeicheln konnte. Er gab es auch nicht preis, als er von den Kobolden bedroht wurde. Wie seid Ihr entkommen, junger Mann?«
    Rap berichtete mit wenigen Worten. Köter klopfte mit dem Schwanz auf den Boden, als er seinen Namen hörte. Little Chicken machte ein finsteres Gesicht, also mußte er genauso schnell Impisch gelernt haben, wie Rap den Kobolddialekt. Doch es war schwieriger für ihn, denn Impisch war viel komplizierter.
    »Darad ist ein Dummkopf«, stellte Sagorn fest. »Ich verachte seine Mordlust, doch selbst darin taugt er nichts. Er hätte die Kobolde bitten sollen, Euch das Wort abzujagen. Sie hätten nur zu gerne ihre Fähigkeiten demonstriert.«
    Nur, daß Rap kein Wort der Macht kannte; er zitterte. »Die Imps sind gleich im Ankleidezimmer, Eure Majestät.«
     
    Sagorn seufzte und erhob sich von der Couch. »Also weiter.« »Ihr habt mich einmal diese Stufen hinuntergejagt, Doktor«, sagte Inos. »Damals dachte ich, daß ihr bemerkenswert fix seid.«
     
    »Nein. Damals lief Thinal für mich. Der Fluch hat auch seine Vorteile, das gebe ich zu.«
    Rap bat Little Chicken um Hilfe, und sie schoben einen großen Schrank vor die Tür. Dann holten sie noch einen weiteren herbei. Das würde ihnen einige Minuten Zeit verschaffen – doch wofür? Als er zu den Stufen hinüberlief, hörte er Inos Stimme unheimlich von oben herunterhallen.
    “…genau macht es?«
     
    »Es ist ein letzter Überrest von Inissos Arbeiten.« Die Stimme des alten
    Mannes erklang stoßweise, als müsse er heftig nach Atem ringen. »Magische Fenster sind – wie sprechende Statuen – ein echter Prüfstein für Zauberer. Sie zeigen die Zukunft… und geben Rat. Das heißt…, die Szene, die sie zeigen… gibt einen Hinweis… welcher Weg der beste ist…, einen Blick auf diesen besten Weg… sozusagen.«
    »Warum hat mein Vater Euch dann nicht gestattet, es zu versuchen?«
    Sagorn hatte die Tür zum Schlafzimmer erreicht

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