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Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Deathkiss - Suess schmeckt die Rache

Titel: Deathkiss - Suess schmeckt die Rache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: authors_sort
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dadurch doch einiges erfahren. Er war ein harter Kerl, viel größer und kräftiger als sie. Wenn er ihr etwas antun wollte, hätte sie ihm wenig entgegenzusetzen.
    Deshalb durfte sie ihn nicht reizen.
    Aber sie konnte auch nicht einfach tatenlos herumsitzen und warten, bis er beschloss, dass er sie nicht länger brauchte.
    Ihr Blick ruhte noch immer auf dem Nagel … Er war schätzungsweise knapp fünfzehn Zentimeter lang. Groß genug für ihre Zwecke.
    Bald würde das Ungeheuer zurückkommen. Ihr wurde fast übel bei dem Gedanken, ihm wieder nahe sein zu müssen. Erneut überkam sie der überwältigende Drang, auf der Stelle zu fliehen. Sollte sie es etwa doch riskieren?
    Sie blickte zum Dachfenster auf und sah, dass es später Nachmittag war, vielleicht früher Abend. Schatten krochen über den Himmel, was bedeutete, dass die Sonne im Westen schon tief am Himmel stand. Und wenn er nicht so bald zurückkam? Womöglich vertat sie gerade ihre letzte Chance zur Flucht.
    Sie umklammerte den Nagel.
    Wenigstens könnte sie sich ein wenig in der Hütte umsehen …
    Da glaubte sie in der Ferne ein dumpfes Motorengeräusch zu hören.
    Mist!
    Angst packte sie.
    Verlier jetzt bloß nicht den Mut. Du musst ihn nur noch ein paar Stunden länger ertragen.
    Eilig schob sie ihr Werkzeug wieder in das Loch im Schrankboden und warf sich aufs Bett. Sie musste warten. Musste ihn noch eine Nacht ertragen.
    Abscheu würgte sie in der Kehle.
    Heute Nacht.
    Ganz gleich, wie.
    Wenn er nach ihr gesehen, ihr zu essen gegeben und sein schauriges Ritual vor dem Feuer vollzogen hatte, würde er wieder gehen. Dann war der richtige Zeitpunkt.
    Später, in dieser Nacht, wenn er fort war, würde sie fliehen.

    Als Shannon zu Hause ankam und ihren Wagen vor der Garage abstellte, hatte ihre Unruhe sich beinahe gelegt. Während der Fahrt hatte sie sich selbst zugeredet, sie sei einfach müde und überreizt. Vielleicht hatte sie sich ja doch nur eingebildet, den Mann gesehen zu haben. Nach all den Ereignissen der letzten Tage waren ihre Nerven nun einmal zum Zerreißen gespannt. Sie sehnte sich nach einem ausgedehnten Bad, vielleicht bei Kerzenschein mit einem Glas Wein … und Muße, um ihre Gedanken zu ordnen, oder, noch besser, um ihre Gedanken schweifen zu lassen. Wenn sie ein wenig Zeit für sich hatte, gelang es ihr vielleicht endlich zu verstehen, was vorging, und ihre Ängste zu überwinden.
    Die Belastungen, die sie hier quälten, durften nicht auf ihre Träume vom neuen Heim übergreifen.
    Mit einem Seufzer stieg sie aus dem Wagen. Khan sprang mit einem Satz auf den staubigen Boden, rannte davon und hob das Bein an seinem Lieblingszaunpfahl. Sämtliche Hunde liebten diesen alten, knorrigen Pfosten, und Shannon verbrachte die folgenden zehn Minuten damit, ihn mit dem Wasserschlauch abzuspritzen.
    »Zwecklos, den Geruch bekommst du nicht ab«, sagte Nate hinter ihr. Shannon fuhr erschrocken zusammen.
    Der Schlauch geriet außer Kontrolle, und das Wasser spritzte nach allen Seiten, bis sie ihn wieder fest im Griff hatte.
    Ihr Haar, ihre Arme und ihre Bluse waren tropfnass. »Verdammt«, schimpfte sie, aber im Grunde tat das kalte Wasser gut. Es erfrischte sie.
    »Entschuldige.«
    Er lächelte flüchtig, seine Zähne blitzten weiß in starkem Kontrast zu seiner gebräunten Haut. »Du Mistkerl, das hast du mit Absicht getan, nicht wahr? Es macht dir Spaß, dich an Leute anzuschleichen.« Er öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch Shannon brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen. »Überleg dir gut, was du sagst, bevor du wieder einmal von dem Erbe deiner indianischen Vorfahren anfängst, klar?« Sie richtete den Schlauch auf sein Gesicht. »Ich hätte nicht übel Lust, dich dort zu treffen, wo es die beste Wirkung erzielt.« Damit senkte sie den Schlauch, so dass ihre neu entdeckte Waffe auf seinen Schritt zielte.
    Nate hob abwehrend die Hände. »Schon gut, Madam«, sagte er gedehnt in einer armseligen Imitation eines lächerlichen Hollywood-Cowboy-Dialekts. »Ich ergebe mich.«
    »Das sind genau die Worte, die ich am liebsten aus dem Mund eines Mannes höre«, versetzte sie und bückte sich nach dem Hahn, um das Wasser abzudrehen. Ein stechender Schmerz erinnerte sie daran, dass ihre Rippen bei weitem noch nicht verheilt waren. »Immerhin stinkt der Pfahl nicht mehr so sehr, dass es jeden Streuner im Umkreis von hundert Meilen zum Pinkeln hierher zieht.«
    »Du würdest dich doch darüber freuen und jeden einzelnen in deine

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