Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine
»Hauptmann, ich bin Hauptmann Manhès und Adjutant des Großherzogs von Berg, des Generals Murat.«
»Kann ich Ihnen in irgendeiner Weise zu Diensten sein, lieber Kollege?«, fragte ihn der Offizier.
»Eine halbe Meile von hier entfernt wurden wir von sechs Briganten überfallen; drei haben wir getötet; wenn Sie die Leichen begraben lassen wollen, um der Pestgefahr zu begegnen, finden Sie sie auf der Straße, tot oder so gut wie tot. Wir haben zwei Gefangene gemacht. Hätten Sie die Freundlichkeit, ihnen eine Wache zu geben mit der Empfehlung, ihnen bei der ersten Bewegung das Bajonett in den Bauch zu stoßen, solange wir ein Frühstück einnehmen, das wir dringend benötigen und zu dem wir Sie gerne einladen würden, sollten Sie so gütig sein, daran teilzunehmen? Sie können uns berichten, wie die Dinge hier stehen, und wir können Ihnen berichten, wie die Dinge dort stehen.«
»Meiner Treu«, sagte der Offizier, »dieses Angebot ist zu verlockend, als dass ich widerstehen könnte.«
Sogleich befahl er zwei Soldaten, ihr Gewehr zu ergreifen und sich links und rechts neben dem Wagen zu postieren, und auch der Wink bezüglich des Bajonetts wurde nicht vergessen.
»Und jetzt«, sagte der Offizier, »erweisen Sie mir die Ehre, mich Ihrem Reisegefährten vorzustellen, damit Sie ihm meinen Namen nennen können, mag er noch so unbekannt sein; ich bin Hauptmann Santis.«
Beide betraten die Küche der Herberge, wo sie Leo vorfanden, der damit beschäftigt war, sich unter dem Wasserhahn Gesicht und Hände zu waschen. »Mein Lieber«, sagte Manhès, »ich stelle Ihnen Hauptmann Santis vor, der unsere Banditen von zwei Schildwachen bewachen lassen wird. Hauptmann Santis, ich stelle Ihnen Graf Leo vor.«
»Ein schöner Name, Monsieur«, sagte Hauptmann Santis.
»Und wohlverdient«, sagte Manhès, »das kann ich Ihnen versichern; Sie hätten ihn vorhin erleben müssen: Zwei Schuss, zwei Tote; und der dritte war ihm nicht einmal die Mühe wert, zu zielen; er hat sich in den Kopf gesetzt, ihn lebend zu fassen, und mit dieser kleinen weißen Hand, die Sie sehen, hat er ihn am Hals gepackt und beinahe erwürgt; daraufhin bat der Brigant um Gnade und hat alles gestanden.«
Der Wirt trat näher, um zuzuhören; Manhès ergriff die Zipfelmütze des Wirts an ihrem Zipfel, wirbelte sie um den Finger wie ein spielendes Kind, und als der Wirt seine Mütze zu erhaschen trachtete, sagte er: »Mein guter Mann, ich darf Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie versäumt haben, uns zu grüßen. Jetzt haben Sie es getan, und Sie können Ihre Baumwollmütze zurückhaben; bereiten Sie uns jetzt das denkbar beste Frühstück zu, und während wir darauf warten, geben Sie uns zwei oder drei Flaschen des berühmten Lacrimae Christi, den kennenzulernen es mich schon so lange gelüstet.«
Der Herbergswirt ging, um seinen Kellermeister in den Keller zu schicken, seine Küchenjungen die Öfen heizen zu lassen und seine Zimmermädchen den Tisch decken zu lassen.
Und während er sich kopfschüttelnd entfernte, hob er die Arme und murmelte: » Questi Francesi! Questi Francesi! «
Manhès brach in Gelächter aus. »Wir sind«, sagte er, »und bleiben ein ewiges Rätsel für diese guten Leute, die nicht begreifen können, dass wir uns wie die Löwen schlagen und wie die Kinder spielen können; sie können nicht begreifen, was unsere Stärke ausmacht. Auf, Kellermeister, bring uns zu unserem Zimmer und lass uns den Lacrymae Christi deines Wirts verkosten; und ich gebe dir mein Wort, dass ich dich zwingen werde, eine Flasche zu leeren, ohne abzusetzen, wenn er nichts taugt.«
Der Kellermeister stieg die Treppe hinauf, und die beiden Offiziere und Graf Leo folgten ihm.
Wie der Zufall es wollte, war der Wein gut.
»Mein Junge«, sagte Manhès, nachdem er den Wein gekostet hatte, »du wirst mir nicht den Verdruss bereiten, diesen Wein, dem ich ein anderes Schicksal zu bereiten gedenke, in deinen Magen zu versenken, aber du wirst mir die Freude machen, diese Münze in deine Tasche zu stecken.«
Und er warf dem Kellermeister ein Geldstück im Wert von drei Francs zu, das dieser in seiner Schürze auffing.
»Und jetzt«, sagte er zu dem Hauptmann, »erzähl uns, was hier vor sich geht.«
»Ich glaube, dass das, was dort vor sich geht, interessanter ist«, erwiderte dieser.
»Die Sache ist die«, sagte Manhès, »dass die Kampagne langsam angegangen wurde. Das Ganze hat einen Monat gedauert; die Kampagne begann am 8. Oktober, die Kapitulation
Weitere Kostenlose Bücher