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Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe

Titel: Der Herr der Ringe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J. R. R. Tolkien
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Merry den Zügel zu, lief dem Neuankömmling entgegen und umarmte ihn. »Halbarad!«, sagte er. »Von allen Freuden habe ich diese am wenigsten erwartet!«
    Merry stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Er hatte geglaubt, dies sei eine letzte Arglist von Saruman, um dem König aufzulauern, wenn er nur wenige Mannen um sich hatte; doch schien es nicht nötig zu sein, bei Théodens Verteidigung zu sterben, jedenfalls jetzt noch nicht. Er steckte sein Schwert in die Scheide.
    »Alles ist gut«, sagte Aragorn und wandte sich um. »Hier sind einige meiner eigenen Sippe aus dem fernen Lande, wo ich lange lebte. Aber warum sie kommen und wie viele sie sind, soll Halbarad uns berichten.«
    »Ich habe dreißig bei mir«, sagte Halbarad. »Das sind alle von unserer Sippe, die in Eile zusammengerufen werden konnten; doch die Brüder Elladan und Elrohir sind mit uns geritten, denn es ist ihr Wunsch, in den Krieg zu ziehen. Wir ritten so rasch wir konnten, als dein Ruf kam.«
    »Aber ich habe euch nicht gerufen«, sagte Aragorn, »außer in Gedanken. Oft habe ich an euch gedacht, und selten mehr als heute Nacht; aber ich habe keine Botschaft gesandt. Doch komm! Alle diese Dinge müssen warten. Du findest uns auf einem Ritt in Eile und Gefahr. Reite jetzt mit uns, wenn der König es erlaubt.«
    Théoden war freilich froh. »Es ist gut«, sagte er. »Wenn diese Verwandten in irgendeiner Weise Euch ähnlich sind, Herr Aragorn, dann werden dreißig solcher Recken eine Streitmacht sein, die sich nicht nach Köpfen zählen lässt.«
    Dann machten sich die Reiter wieder auf den Weg, und Aragorn ritt eine Weile mit den Dúnedain; und nachdem sie über die Neuigkeiten im Norden und im Süden gesprochen hatten, sagte Elrohir zu ihm:
    »Ich bringe dir Botschaft von meinem Vater: Die Tage sind kurz. Wenn du in Eile bist, gedenke der Pfade der Toten.«
    »Immer schienen mir meine Tage zu kurz zu sein, um meinen Wunsch zu erfüllen«, antwortete Aragorn. »Doch groß fürwahr wird meine Eile sein, ehe ich diesen Weg einschlage.«
    »Das werden wir bald sehen«, sagte Elrohir. »Aber lasst uns nicht mehr auf offener Straße von diesen Dingen sprechen.«
    Und Aragorn sagte zu Halbarad: »Was ist das, was du trägst, Vetter?« Denn er sah, dass Halbarad statt eines Speers einen langen Stab trug, gleichsam ein Banner, aber es war fest aufgerollt in einem schwarzen Tuch und wurde mit vielen Riemen zusammengehalten.
    »Es ist ein Geschenk, das ich dir von der Herrin von Bruchtal bringe«, antwortete Halbarad. »Sie hat es im Geheimen gefertigt, und lange dauerte die Arbeit. Aber auch sie sendet dir Botschaft: Die Tage sind nun kurz. Entweder unsere Hoffnung kommt, oder alle Hoffnung endet. Daher sende ich dir, was ich für dich gemacht habe. Lebe wohl, Elbenstein!«
    Und Aragorn sagte: »Nun weiß ich, was du trägst. Trage es noch eine Weile für mich!« Und er wandte sich um und blickte weit gen Norden unter den großen Sternen, und dann schwieg er und sprach nicht mehr, solange der nächtliche Ritt dauerte.
    Die Nacht war weit fortgeschritten und der Osten schon grau, als sie endlich vom Klammtal heraufritten und wieder zur Hornburg kamen. Dort sollten sie sich niederlegen und eine kurze Weile ruhen und dann miteinander beratschlagen.
    Merry schlief, bis er von Legolas und Gimli geweckt wurde. »Die Sonne steht hoch«, sagte Legolas. »Alle anderen sind längst munter. Komm, Herr Faulpelz, und schau dir die Gegend an, solange du kannst!«
    »Hier war eine Schlacht vor drei Nächten«, sagte Gimli, »und hier haben Legolas und ich ein Spiel gespielt, das ich um nur einen einzigen Ork gewonnen habe. Komm und sieh dir an, wie es war. Und hier gibt es Höhlen, Merry, die ein Wunder sind. Wollen wir sie aufsuchen, Legolas, was meinst du?«
    »Nein, dazu ist keine Zeit«, sagte der Elb. »Verdirb das Wunder nicht durch Eile. Ich habe dir mein Wort gegeben, dass ich mit dir hierher zurückkomme, wenn es wieder Tage des Friedens und der Freiheit gibt. Doch jetzt ist bald Mittag, und zu dieser Stunde essen wir und brechen dann wieder auf, wie ich höre.«
    Merry erhob sich und gähnte. Die paar Stunden Schlaf waren nicht annähernd genug für ihn gewesen; er war müde und ziemlich niedergeschlagen. Pippin fehlte ihm, und er hatte das Gefühl, er sei nur eine Bürde, während alle anderen Pläne schmiedeten für den Erfolg einer Angelegenheit, die er nicht ganz verstand. »Wo ist Aragorn?«, fragte er.
    »In einem hohen Gemach in der Burg«, sagte

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