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Der Kopfgeldjägerkrieg 01 - Die mandalorianische Rüstung

Der Kopfgeldjägerkrieg 01 - Die mandalorianische Rüstung

Titel: Der Kopfgeldjägerkrieg 01 - Die mandalorianische Rüstung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: K.W. Jeter
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und Bedeutungen hinaus. In der ständigen Umzingelung durch Feinde hing der Fortbestand ihrer Art von den feinsten Nuancen der Sprache und Gestik ab. Also erkauften sich die Lyunesi ihr Leben mit ihrem Auslegungstalent, das sogar das der fortschrittlichsten Protokolldroiden weit übertraf. Auf Ryoone hieß das, dass sie die fließenden und sich rasch wandelnden diplomatischen Beziehungen, die sich wie toll auflösenden und rasch wieder bildenden Bündnisse zwischen den anderen Völkern ihrer Welt, die Kriegserklärungen und übereilt abgeschlossenen Friedensverträge zwischen intelligenten Wesen, die nicht einmal die gleichen metabolischen Grundlagen geschweige denn die Sprache teilten, erst ermöglichten. Jenseits und diesseits von Ryoone waren die Lyunesi überall in der Galaxis an allen Kommunikationsknotenpunkten zu finden, wo sie
    die Auswahl und Feinabstimmung von Nachrichten und Verhandlungen zwischen den entschieden eigensinnigen Sektoren des Imperiums besorgten.
    Ihre besondere Fähigkeit, die Absichten und Geheimnisse anderer Spezies zu ergründen, besaß allerdings auch ihre Kehrseite. Es kam zuweilen vor, dass gewisse Lyunesi Opfer ihrer eigenen Feinfühligkeit wurden. Sie wurden von einer alles verzehrenden Leidenschaft ergriffen, schlimmer noch, diese Leidenschaft wurde von dem Objekt ihrer Begierde fast immer erwidert. Anders als die Angehörigen der Falleen-Spezies, die ihre Eroberungen mit großer Kaltblütigkeit und einem bemerkenswerten Mangel an Emotionen machten, fanden sich die Lyunesi und die hypererotischen Ziele ihres Verlangens schon bald in Situationen wieder, in denen keiner der beiden Beteiligten auch nur den letzten Rest einer auf Selbsterhaltung bedachten Intelligenz zu bewahren vermochte. In Anbetracht der hochrangigen diplomatischen Positionen, in denen die Lyunesi so häufig tätig waren, kam das Ergebnis für gewöhnlich einer Katastrophe gleich.
    Einer tödlichen Katastrophe.
    »Ich kenne die Geschichte«, nickte Boba Fett. Sowohl im Allgemeinen als auch in jenem besonderen Fall des Oph Nar Dinnid, von dem ihm seine eigenen Quellen berichtet hatten. »Hochrangige Frauen sollten sich lieber mit jemandem wie Prinz Xizor einlassen. Die Erfahrung ist, wie man hört, intensiver und angenehmer. Und wenn es vorbei ist, kommt die Frau vielleicht sogar mit dem Leben davon. Zumindest wenn sie einen klaren Kopf behält.« Fett nahm an, dass so etwas bei seinem gelegentlichen Auftraggeber Xizor als Ritterlichkeit durchging. »Das Problem der Lyunesi ist, dass sie nicht klug
    genug zur Herzlosigkeit sind.«
    »Ja, nun, dieser Dinnid hat es jedenfalls geschafft, in einen Riesenhaufen Nerfmist zu treten.« Bossk grinste höhnisch. Er hatte das Licht der Welt ohne derart nutzlose sentimentale Gefühle erblickt. »Er arbeitete für einen der bedeutendsten Lehnsmännerclans draußen im Narrant-System. Um welchen es sich dabei handelt, kann ich Ihnen nicht sagen...«
    »Das müssen Sie auch nicht. Die sind alle gleich.« Boba Fett war mit diesen Clans wohl vertraut, die nichts weiter waren als locker assoziierte Bündnisse genetisch verwandter Spezies, die ihre Differenzen unter dicken Schichten ritueller Huldigungen und interner Blutschwüre verbargen. Was jedoch nicht funktionierte, daher bedurften sie, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig umbrachten und ausrotteten, der Gegenwart der äußerst diplomatisch zu Werk gehenden Lyunesi. Ein lukratives Betätigungsfeld für die Einheimischen eines rückständigen Planeten wie Ryoone - solange sie die Sache nicht vermasselten.
    Doch das taten sie eigentlich immer.
    »Lassen Sie mich raten«, sagte Boba Fett. »Dinnids Arbeitgeber erwischten ihn in einer, nun, sagen wir mal, kompromittierenden Situation mit der Gattin oder Tochter eines der höchsten Häuser des Clans.«
    »Da liegen Sie ganz richtig.« Bossks Augen blitzten wie seine Fangzähne. Das außerordentliche Vergnügen, das den Trandoshanern die Probleme anderer bereiteten, ging über die bloße innere Vorwegnahme des Profits weit hinaus, der gewöhnlich aus diesen Problemen zu schlagen war. »Des Obersten Lehnsherrn höchstpersönlich. Und ganz nach Art dieser Lyunesi, denen wirklich jeder Instinkt abgeht, fand die Entdeckung der
    Affäre in aller Öffentlichkeit statt. Während einer offiziellen Clanschwurfeier. Im Beisein von ein paar tausend Lehnsmännern samt Gefolgschaft in der Großen Halle ihres Herrn. Irgendwer stieß zufällig an den Vorhang hinter dem Thron, der Vorhang fiel

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