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Der Wunschzettel - Be Careful What You Wish For

Titel: Der Wunschzettel - Be Careful What You Wish For Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandra Potter
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entgeht.
    »Aber das ist grausam«, protestiere ich, hebe Billy Smith hoch und drücke ihn in einem spontanen Anfall von Beschützerinstinkt an mich.
    »Manchmal muss man grausam sein, um nett sein zu können«, erklärt er schlicht.
    »Nett zu wem?«, hake ich nach.
    »Nun ja, erstens einmal zu deinen Möbeln«, erklärt er mit einer Geste in Richtung Sofa, dessen Beine Billy Smith im Lauf der Jahre zu Zahnstochern verarbeitet hat. »Er macht alles kaputt.«
    Hilflos betrachte ich mein Sofa und spüre, wie meine Fantasie eines gemeinsamen Heims von James und mir im Handumdrehen zunichte wird. »Oh, das macht nichts. Es ist uralt«, erkläre ich leichthin.
    »Das sehe ich.« Lachend setzt er sich hin und wischt die Katzenhaare ab, die sich an sein Hosenbein klammern - wie Eisenspäne an einen Magneten.
    »Wie ich sehe, gehören Sie nicht zu den Katzenfans«, bemerkt Gabe, setzt sich hin und reibt die Finger aneinander. Augenblicklich springt Billy Smith aus meinen Armen und tappt zu ihm hinüber.
    »Oh nein, ich liebe Tiere«, widerspricht James, »und normalerweise lieben Tiere mich.« Er lächelt mir charmant zu. »Dein Kater ist wahrscheinlich nur ein weiterer Vertreter des männlichen Geschlechts, der um deine Aufmerksamkeit buhlt.«
    Unerwartet verlegen angesichts des Kompliments vor Gabe lächle ich schüchtern. Das ist das erste Mal, dass Gabe und James sich begegnen, und die Atmosphäre ist ein wenig angespannt. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.
    »Und ich mache ihm keinen Vorwurf daraus«, fährt James fort, streckt die Hand aus und zieht mich auf sein Knie. Ich spüre etwas in James aufflackern, das man auch als Besitzgier missverstehen könnte - nicht dass ich jemals etwas missverstehen würde.
    »Hey, ich gehe gleich los. Soll ich die Post einwerfen?« Gabe steht auf und sieht mich fragend an.
    »Oh, klar … danke.«
    »Briefe?«, fragt James interessiert.
    »Nur unwichtiger Kram«, wiegle ich ab und frage mich, warum ich nicht die Wahrheit sage. Schließlich sollten wir keine Geheimnisse voreinander haben, oder? Andererseits habe ich mit James noch kaum über meine Arbeit geredet oder ihm meine beruflichen Wünsche anvertraut. Nicht dass er kein Interesse bekundet hätte. Ganz im Gegenteil. Es war eher so, dass ich, als er mich danach gefragt hat, so beeindruckt von seiner Karriere war, dass ich mich lieber bedeckt gehalten habe.
    »Sekunde. Der Brief liegt in meinem Zimmer. Ich hole ihn kurz.« Ich springe von James’ Schoß und gehe in mein Zimmer. Ich stecke ihn in einen Umschlag, kritzle die Adresse drauf und kehre eilig in den Flur zurück, wo Gabe bereits wartet. »Danke«, flüstere ich und reiche ihm den Umschlag.
    »Kein Problem.«
    »Heather?« James streckt den Kopf zur Tür heraus, und sein Blick flitzt zwischen Gabe und mir hin und her. »Können wir?«, fragt er.
    Ich werde rot. Keine Ahnung warum, aber ich fühle mich, als wäre ich bei etwas erwischt worden, das ich nicht tun sollte. »Oh … ja. Es ist ja schon so spät.«
    »Tja, dann viel Spaß, ihr beiden.« Gabe öffnet die Haustür. »War nett, Sie kennen zu lernen, James.«
    »Gleichfalls, Dave.«
    »Gabe«, korrigiere ich ihn.
    »Tut mir leid, Gabe«, entschuldigt sich James und legt den Arm um meine Taille, während Gabe zur Tür hinausgeht. Ich beäuge ihn argwöhnisch. Hat er das mit Absicht getan?
    »Willst du dich denn nicht umziehen?« James sieht an mir hinunter, worauf mir einfällt, dass ich ja noch immer im Schlafanzug bin. »Oh, ja …« Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich bin überhaupt nicht bei der Sache. »Es dauert nur eine Minute«, verspreche ich. Verdammt, ich wünschte, ich hätte genug Zeit, um zu duschen und mir die Haare zu waschen. Ich bin in einem grauenhaften Zustand.
    »Keine Sorge, es macht mir nichts aus, zu warten«, erklärt James freundlich.
    »Aber ich dachte -«
    »Lass dir so viel Zeit, wie du brauchst.« Er küsst mich auf die Wange und kehrt ins Wohnzimmer zurück.
    So viel Zeit, wie ich brauche? Ungläubig sehe ich ihm nach. Das muss der Traum jeder Frau sein. Also schiebe ich jeden Anflug von Besorgnis beiseite, gehe ins Badezimmer, um zu duschen und mich fertig zu machen. Schließlich habe ich ein romantisches Abendessen vor mir, oder nicht?

KAPITEL 24
    Als ich James’ Wohnung betrete, finde ich sie in Kerzenschein getaucht vor. Der große Eichentisch ist für zwei Personen gedeckt, und im Eiskübel wartet bereits eine gekühlte Flasche Champagner - das Ganze ist auf

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