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Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition)

Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition)

Titel: Die Anderen IV - Der Weg aus der Dunkelheit (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Chris P. Rolls
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sein, mit dem, was man sich wünscht, es könnte wahr werden?“ Im Rückspiegel beobachtete er Roger, der sofort nickte, ohne indes zu begreifen, worauf Max hinaus wollte. Der Barde grinste unecht.
    „Nun, daran ist mehr dran, als man denken sollte. Thomas glaubt, dass es menschliches Wünschen, Sehnen und Verlangen war, das den Dämonen den Weg aus der Schwarzen Leere hinein in unsere Welt bereitet hat.“
    „Die Schwarze Leere?“, warf Michael aufmerksam ein. „Was ist das?“
    „Das scheint ihre Welt zu sein, der Ort, wo sie herkommen“, antwortete Max. „Die Hölle, eine Parallelwelt oder Was-weiß-ich. Ein Ort, an dem sie existierten, bevor Menschen sie herbeigesehnt oder herangewünscht haben.“
    Max bog in den, mit Schlaglöchern übersäten, Weg zum Krähennest ein und hielt vor dem Haus, aber keiner machte Anstalten auszusteigen.
    „Psychogone“, meinte Angelika unvermittelt. „Meinst du das damit?“ Ihre Augen leuchteten und ihr Gesicht war angespannt. „Psychogone werden mit Magie erschaffen. Man bündelt dazu freie Elementale. Man kann sie mit Magie beschwören. Aber sie real werden zu lassen, also nicht nur auf der astralen Ebene, oder gar zu beherrschen, gelang kaum jemandem und man braucht in jedem Fall eine unglaublich mächtige Magie dazu.“
    Max grinste verlegen das typische Max-Grinsen und zuckte die Schultern.
    „Äh, keine Ahnung“, erklärte er offensichtlich verwirrt, lauschte in sich hinein und sein Gesicht erhellte sich. „Genau! Im Grunde ist es wohl genau das. Ein oder mehrere magisch begabte Menschen, haben ihre Vorstellung beschworen und wahr werden lassen. Thomas glaubt, dass die Dämonen in der Schwarzen Leere keine Gestalt und keine Funktion haben, nur als „Etwas“ existieren. Real werden sie erst, wenn ein Mensch ihnen Gestalt und Funktion gibt, wenn er sie in ein Lebewesen formt und zu sich ruft.“
    „Ich habe absolut keine Ahnung, wovon ihr da redet“, gab Roger unumwunden zu und schaute verwirrt von einem zum anderen.
    „Ist auch nicht so einfach zu erklären“, gab Angelika zu. „Vereinfacht ausgedrückt, sind Dämonen demnach lebendig gewordene Wünsche von Menschen. Nein, sie sind die Personifizierung von Wünschen oder Vorstellungen.“
    „Wer würde sich denn einen grünen, schleimigen, vielarmigen mit Krallen und Zähnen ausgerüsteten Dämon herbeiwünschen?“, wandte Roger misstrauisch zweifelnd ein. „Der zudem noch den dringenden Wunsch verspürt, dich zu töten?“
    Angelika schüttelte den Kopf. „Kaum einer wird eine bewusste Vorstellung davon haben, was er sich wünscht. So etwas geschieht unterbewusst. Elementale können Ängste, Befürchtungen, negative Gefühle sein, genauso wie Liebe, Freude, Hoffnung. Aber negative Elementale sind so übermächtig, dass sie nicht nur als unangenehmes Gefühl, als kalter Hauch existieren, sondern Gestalt annehmen können, zu Psychogonen werden. Ich muss es nachschlagen, aber ich glaube, ich kann mehr darüber herausfinden.“ Sie klang enthusiastisch und öffnete rasch die Tür.
    „Aber wieso will dieser Dämon Finn nicht töten? Er scheint ihn derzeit sogar wirklich zu lieben. Was ist so besonders an diesem einen Dämon?“, hakte Roger noch einmal nach. Der Gedanke beschäftigte ihn am meisten. „Thomas wusste mehr darüber, oder? Zumindest hat er etwas vermutet.“ Der Barde wirkte nachdenklich und drehte sich zu Roger um.
    „Mir scheint, dass zwischen diesem Dämon und Finn eine ganz spezielle Beziehung besteht, die weit über alles hinausgeht, was es bislang gab“, erklärte er und wurde von einer aufgeregter werdenden Angelika unterbrochen: „Ich habe es gespürt! Es ist ein enges Band zwischen ihnen. Sehr alt und derart kompliziert, dass ich es nicht begreifen konnte, aber jetzt, wo du es sagst ...“ Sie überlegte. „Schöpfer. Finn ist ein Schöpfer, das war es, was ich gespürt habe, als ich das erste Mal seine Hand gehalten habe. Kann es sein ...?“ Ihre Augen wurden groß, als der Gedanke Fuß fasste und sie sah Max ungläubig an. Dieser nickte bedächtig.
    „Thomas glaubt es auch. Es scheint, als ob Finn diesen Dämon mit seinen Wünschen und Träumen erschaffen oder herbeigerufen hätte. Nenne es, wie du willst. Mir kommt es so vor, als ob er ihm den Weg aus der Schwarzen Leere in unsere Welt gezeigt hat. Dieser Dämon ist der Psychogon, den Finn selbst erschaffen hat.“
    „Das ist doch Unsinn“, unterbrach Roger und auch Michael sah skeptisch aus. „Dieser Dämon ist alt,

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