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Die Glorreichen Sieben 03 - und das Geheimnis der gruenen Maske

Die Glorreichen Sieben 03 - und das Geheimnis der gruenen Maske

Titel: Die Glorreichen Sieben 03 - und das Geheimnis der gruenen Maske Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Weidenmann
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sein Glas mit dem Thermalwasser. „Da drehen die Burschen ein piekfeines Ding, sind ganz sicher, daß alles glattgeht, und dann fallen sie auf die Nase, weil ein kleiner Junge verpennt hat! Vorausgesetzt, der Koffer ist tatsächlich in dem Wertpaket.“ Er blieb stehen und blickte auf. „Wieso kommen Sie damit eigentlich erst jetzt zu mir?“
    „Sie sind gut“, erwiderte der Chefredakteur belustigt. „Wenn ich Ihnen bei Ihren Unterwassermassagen oder Schlammpackungen dazwischengekommen wäre, hätten Sie mich doch glatt aus dem Anzug gepustet.“
    „Bah“, knurrte Herr Wunderlich, nahm einen Schluck aus seinem Glas und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. „Heute ist Freitag, und Freitag ist schlecht“, überlegte er. „Aber vielleicht haben wir Glück.“ Er reichte Herrn Kubatz sein leeres Glas. „Bitte geben Sie’s für mich zurück“, meinte er und hatte es plötzlich eilig.
    „Es gibt da einen Kollegen in Hamburg, der auch pensioniert ist.“ Er lächelte jetzt ein wenig. „Wir Rentner halten zusammen, müssen Sie wissen.“
    „Und die beiden Herren?“ fragte der Chefredakteur. „Vielleicht türmen sie einfach.“
    „Das ist vorerst nicht zu befürchten“, erwiderte Herr Wunderlich. „Erstens haben sie ja bisher keine Ahnung davon, daß sie mit dem Paket gesehen wurden. Zweitens kommen am Nachmittag irgendwelche Versicherungsinspektoren. Das hab’ ich selber durch Zufall gehört. Und sie müssen daran interessiert sein, daß gerade mit der Versicherung alles picobello in Ordnung geht. Wo kann ich Sie auftreiben, falls es was Neues gibt?“ Er hatte sich bereits umgedreht.
    „In der Redaktion“, erwiderte Herr Kubatz und schmunzelte wieder. „Jetzt brennt’s Ihnen unter den Schuhsohlen, wie?“
    „Allerdings“, meinte Herr Wunderlich und blieb noch einmal stehen.
    „Freude am Beruf“, grinste der Chefredakteur. „Einem Gefängnisdirektor tut jeder leid, der frei herumläuft.“
    „Jetzt übertreiben Sie aber“, lachte Herr Wunderlich, der ja bekanntlich wie eine Mischung aus Bergsteiger und Universitätsprofessor aussah. Er war bereits zwischen den übrigen Kurgästen verschwunden, bevor Herr Kubatz ihm widersprechen konnte.

    Im Hotel zum Kurfürsten hatte Fritz Treutlein wieder einmal Mister Pinkerton eingeseift und dann rasiert.
    Er wünschte noch einen angenehmen Tag, trabte über die Treppe und anschließend durch den Speisesaal. Die Hotelgäste hatten sich zum Mittagessen versammelt und löffelten gerade an einer Blumenkohlsuppe herum.
    Als Fritz Treutlein aus dem Korridor in die Halle gelaufen kam, blieb er mit einem Ruck stehen und drückte sich blitzschnell hinter eine Säule.
    Drüben schob sich nämlich in diesem Moment Herr Knebusch durch die gläserne Drehtür. Er trug im rechten Arm irgendeinen Gegenstand, über den ein Trenchcoat geworfen war, und hatte in der linken Hand eine braune Ledermappe.
    „Guten Tag, Herr Knebusch“, grüßte der Pikkolo Fridolin aus der Portiersloge und holte bereits den Zimmerschlüssel aus dem Fach. „Herr Pelz hat heute seinen freien Nachmittag und läßt Ihnen ausrichten, daß der Koffer gefunden wurde. Das Hotel Monopol in Riva hat
    „Herr Paschke ist auf seinem Zimmer?“ wollte das Babygesicht wissen und ging, ohne aufzublicken, weiter zum Lift.
    „Fühlen Sie sich nicht ganz wohl?“ fragte der Page Fridolin besorgt und fügte dann hinzu: „Ja, der Schlüssel von 115 ist oben.“
    Fritz Treutlein war inzwischen aus seinem Versteck wieder ein paar Schritte in den Korridor zurückgegangen und kam jetzt anspaziert, als ob er gerade erst aufgekreuzt wäre.
    „Oh, Sie haben wohl beide Hände voll“, bemerkte Fritz Treutlein katzenfreundlich und drückte bereits den Knopf für den Lift. „Darf ich Ihnen behilflich sein?“
    „Nicht nötig“, murmelte das Babygesicht.
    „Dann entschuldigen Sie“, erwiderte Fritz Treutlein und ging so dicht an Herrn Knebusch vorbei, daß er mit seinem Ellenbogen den Trenchcoat streifte, so daß ein kleiner Teil des Gegenstandes, den er bisher ganz zugedeckt hatte, sichtbar wurde. Ein goldener Henkel und ein Stück weißen Porzellans.
    Herr Knebusch schlafwandelte in den Lift und ließ sich in den ersten Stock tragen.
    Andy sprang auf und wirbelte herum, als er hörte, wie im Nebenzimmer aufgeschlossen wurde. Er drückte sich geräuschlos hinter den Kleiderschrank an die Wand und hielt den Atem an.
    Bis die Zwischentür aufging und Knebusch in ihrem Rahmen stand.
    „Allein?“

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