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Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition)

Titel: Die Legenden der Albae: Tobender Sturm (Die Legenden der Albae 4) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Markus Heitz
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seiner Zunftgeschwister keinerlei Hehl. »Wir entschlüsselten die ersten vier Zauber, dann aber erreichten wir einen Punkt, an dem wir besonders vorsichtig sein müssen. Diese eine Rune steht für den Tod.« Er langte hinter sich und griff ein aufgeschlagenes Buch, wo er die entsprechende Stelle mit einem Band markiert hatte. »Sollten wir einen Fehler begehen, setzt dieses nachfolgende Symbol einen Blitz frei, der die Halbmaske zerstört. Und damit auch Nodûcors Kopf.«
    »Gut gedacht vom schlauen Lethòras, doch schlecht für uns.« Shôtoràs hob den Stock und pochte damit gegen das Metall, der Kopf des Schlafenden wackelte leicht. »Wir sind so wenig davon entfernt, die stärkste Waffe unser Eigen nennen zu dürfen. Danach gibt es nichts mehr, vor dem wir uns zu fürchten hätten.« Er blickte die Cîani an. »Wird es schwer werden, seinen Verstand gefügig zu machen?«
    »Nein. Wir woben bereits einen Zauber, der ihn zum einen schlafen lässt und zum anderen dafür sorgt, dass er Befehle von dir annimmt wie ein Hund von seinem Herrn. Sobald wir ihn wecken«, erläuterte eine Cîanai, »folgt er dir aufs Wort. Dein Bildnis ist fest in seinem Verstand verankert.«
    Shôtoràs nickte abwesend und wandte sich zum Ausgang. »Arbeitet schneller«, befahl er.
    »Es könnte sein«, warf Tanôtaï behutsam ein, »dass wir den Falschen haben, Regent.«
    Die Cîani starrten die Todestänzerin an, als wären abgrundwiderliche Beleidigungen über ihre sinnlichen Lippen gekommen.
    »Tut nicht so überrascht. Wir haben keine Gewissheit, dass er wahrhaftig die Windstimme ist.« Tanôtaï zeigte auf Nodûcor, und ein Diamant an ihrem Handgelenk blinkte auf. »Cushròk scheint ihn gefangen zu haben, wie Aiphatòn berichtete. Doch wir werden erst wissen, ob er Stürme entfesselt, wenn er zum Sprechen kommt.«
    Shôtoràs lächelte. »Ich bin mir sehr sicher. Das genügt.« Das silberne Stockende deutete auf die Tür. »Begleite mich hinaus. Du scheinst dich zu langweilen, und Langeweile führt zu schädlichen Gedanken. Für dich habe ich eine bessere Verwendung als die Bewachung von Scheintoten.«
    Die Cîani widmeten sich beruhigt wieder ihren Unterlagen und den Runen.
    Der Regent und Tanôtaï verließen den Raum und schritten durch den Gewölbegang, die Treppe hinab bis zum ersten Innenhof. Dort warteten Vailóras und vier seiner Krieger, die auf Nachtmahren saßen; ein weiterer Rappe war gesattelt worden.
    »Ich möchte«, sagte Shôtoràs zu ihr, »dass du mit ihnen reitest. Ihr werdet Aiphatòn für mich suchen. Ich bin sicher, dass er sich in der Nähe aufhält, um seinen Speer zurückzuerlangen.«
    Tanôtaï verzog den Mund. Es schmerzte sie, dass es ihr nicht gelungen war, den Kaiser zu töten. Jemand, der ihren Dolch und einen Sturz überlebte, hatte bewiesen, außerordentlich zu sein, was ihren Misserfolg kaum besser machte. »Ich freue mich, dass du mich ausgesucht hast, sie zu begleiten.«
    »Sicherlich fand er bei Unwissenden Beistand und Pflege. Verbreitet die Kunde, dass Aiphatòn beim Versuch ums Leben kam, mich umzubringen und die Herrschaft an sich zu reißen«, richtete er seine Anweisungen an Vailóras und seine Krieger. Furchtlos streichelte er einen Nachtmahr, der sich die Zuwendung schnaubend gefallen ließ. »Damit sollte man euch die benötigten Neuigkeiten zutragen, die ihr braucht, um ihn zu finden.«
    »So gehen wir vor, Regent.« Vailóras wendete seinen Rappen.
    Inàste, führe ihn zu mir. Dann brenne ich meinen Namen auf seine Panzerplatten. Tanôtaï stieg auf, und sie ritten durch das schmale Tor hinaus, über die breite Hauptstraße und verließen alsbald Dsôn Dâkiòn über eine der Brücken.
    Der Benàmoi lenkte den Nachtmahr nach Südosten. »Dort ist das nächste Dorf«, erklärte er der Todestänzerin. »Möglicherweise schleppte er sich in eine der Scheunen. Die Bewohner müssen nicht zwangsläufig wissen, dass er sich bei ihnen versteckt. Wir sind also freundlich«, gab er die Anweisung an seine Krieger aus.
    Ich werde es nicht sein. Tanôtaï sah die Hütten, daneben die gewaltigen Heu- und Getreidespeicher vor ihnen auftauchen.
    Darin wurden die Ernten zwischengelagert, bevor sie in die Vorratstürme der Stadt gefahren wurden. Den Bauern blieben genug Körner und Halme, um durch den Winter zu kommen, das Saatgut erhielten sie im Frühjahr vom Regenten. So verhinderten die Albae, dass sich die Bewohner aus dem Staub machten.
    »Ein guter Ort, um sich zu verbergen«, befand sie,

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