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Die Quelle

Die Quelle

Titel: Die Quelle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Larissa Cosentino
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gewesen, meinen Ausflug zu verraten, als Sihldans Geld
anzunehmen. Wie also, könnte ich es dir nachtragen? Ich weiß dennoch
deine Freundschaft zu schätzen, Balsik, und deshalb wünsche ich dir
nur das Beste. Du solltest dich endlich frei kaufen und dein Leben
genießen.“
    Beschämt blickte Balsik zu Boden, doch dann entsann
er sich eines besseren und rückte einmal mehr Leathans Kleidung zurecht, obwohl
diese längst perfekt saß. „Ich habe mir gedacht, dass ich bis nach
dem Turnier warte. Ich wollte noch an deiner Seite bleiben, falls du etwas
brauchst. Ich kann dich doch nicht gerade in diesen schweren Zeiten einem
unerfahrenen Diener überlassen… Zumindest das schulde ich unserer
Freundschaft.“
    Leathan lächelte den kleinen Mann herzlich an.
„Danke… Das bedeutet mir viel und ja, ich bin froh; dass du jetzt an meiner
Seite bist. Wir sollten jetzt wohl los, oder?“
    Balsik nickte eifrig, und tauchte ganz in seine Rolle
ein, als er feierlich Leathan zu Kegalsiks Tempel begleitete, wo die Segnung
vor dem Turnier bald stattfinden würde.
    *
    Alle Clans waren bereits im Tempel versammelt. Die
Krieger musterten sich abschätzend, während sie in dem großen
Saal auf Kegalsiks Segen warteten. Auch wenn in der Vergangenheit einige unter
ihnen befreundet gewesen waren, angesichts des Turniers waren Freundschaften
vorerst vergessen. Es galt nur noch, den Sieg für seinen eigenen Clan zu
erringen.
    Die Priester Kegalsiks und einige Gardisten waren
bemüht, sich so zu platzieren, dass sie zwischen den verschiedenen Clans
standen und so Abstand zwischen den Herausforderern schufen, um unnötige
Konfrontationen zu verhindern. Obwohl alle wussten, dass ein Kampf vor dem
Turnier zu einem Ausschluss des Clans führen konnte, gab es immer wieder
hitzigere Krieger, die sich an dieser Turnierregel nicht hielten, da sie sich
sowieso kaum Chancen auf einen Sieg einräumten. Indem sie einen wichtigen
Krieger eines gegnerischen Clans eliminierten, meinten sie, sich mehr Chancen
für zukünftige Turniere zu verschaffen.
    In dieser geladenen Atmosphäre, betrat Leathan als
einer der letzten Krieger Isentiens den Tempel. Sihldan wartete bereits mit
seinen Kriegern auf ihn, sein Blick wirkte stolz und selbstsicher. Leathan
hatte nicht vergessen, was Sihldan ihm zuvor nahe gelegt hatte. ‚Der Kampf beginnt
schon im Tempel, wenn wir versammelt werden. Wer seinen Blick senkt, hat den
ersten Kampf verloren.’ Obwohl Leathans Gedanken gerade mit vielen anderen Themen
beschäftig waren, hatte er die Warnung seines Freundes nicht vergessen und
er bemühte sich, seinen Blick hart und unnachgiebig wirken zu lassen,
während er sich zu seinen Kumpanen begab.
    Gebieterisch nickte Sihldan ihm als Teil seiner
Vorstellung zu, während unter dem Blick von Kegalsiks Statue das stumme
Säbelrasseln zwischen den anderen Kriegern fortgeführt wurde. Leathan
begab sich wie vereinbart an Sihldans Seite und tat es ihnen gleich.
Herausfordernd ließ er seinen Blick durch die Runde schweifen, doch sein
Ziel war nicht dasselbe. Er nutzte diese Gelegenheit, um einige Klänge
aufzurufen und nicht nur optisch sondern auch gedanklich seine Gegner zu
erforschen. Seine Aufmerksamkeit galt vor allem den Clananführern, Sihldan
nicht mitgezählt waren es zehn an der Zahl... Zehn in deren Gedanken er in
dieser kurzen Zeitspanne etwas Verräterisches suchte, denn einer von ihnen
musste den Mordversuch an Sihldan in Auftrag gegeben haben. Doch welcher? Es
war eher unwahrscheinlich, dass einer der Favoritenclans dieses Risiko
eingegangen war. Sie hatten es nicht nötig, durch Mord zu siegen, das würde
ihnen auch in der Arena gelingen können. Entfiel daher Sulidian, der in
seinem schlichten Ledergewand so wenig prahlerisch wirkte, dass er gerade aus
diesem Grund beeindruckte. Entfiel ebenfalls Lidriak, der um mindestens einen
Kopf größer war, als jeder andere im Saal. Fast war Leathan froh
darüber, nicht in den Gedanken des Anführers von Marindas Clan lesen
zu müssen, denn dieser hünenhafte Krieger gehörte zu der Art von
Menschen, deren Blutrünstigkeit sich schon auf ihrem Antlitz
widerspiegelte.
    Doch wer von den acht anderen wäre bereit eine
Disqualifikation in Unehren zu riskieren? Derzeit waren all ihre Gedanken
gefangen in ihren Ängsten und Hoffnungen vor dem Kämpfen. Es gab
nichts zu entdecken. Durch einen kurzen Blick zur Tür des Tempels, nahm
Leathan Augenkontakt zu Histalien auf, der ihn um den Gefallen gebeten hatte,
die Clananführer

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