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Die Quelle

Die Quelle

Titel: Die Quelle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Larissa Cosentino
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bekommen. Am Besten wäre es, wenn
du uns dann in der Arena trennst. Jeder von uns sollte die Arena aus einem
unterschiedlichen Blickwinkel betrachten können. Geht das?“
    Balsik dachte kurz über die Worte des kleinen
zähen Mannes nach. Einer von ihnen würde dann ohne Aufsicht sein. Das
passte ihm zwar nicht, doch Leathan hatte eindeutig darum gebeten, ihre
Wünsche zu befolgen.
    „Ich werde es versuchen. Ich muss aber dann einen von
euch unter Aufsicht einen meiner Kollegen lassen, wenn es euch recht ist.“
    Ein Blick auf das silberfarbene Medaillon von Balsik, und
der Baseffmann verstand augenscheinlich, denn er nickte, während sein
Blick härter wurde. Jetzt war er eindeutig beleidigt, doch Balsik eilte
weiter der Straße entlang, in der Hoffnung, der Baseff würde seinen
Groll beherrschen können. Was hatte Leathan mit den beiden bloß vor?
Er wünschte sich, er hätte den Mut gehabt dies zu erfragen,
womöglich hätte er sich dann wohler gefühlt.
    *
    Leathan stand bei seinem Pferd und streichelte es, mehr
um sich selbst als um das Tier zu beruhigen. Schließlich stieg er auf. Er
versuchte dabei die Feindseligkeit der anderen Krieger zu ignorieren, die ihn
hasserfüllt musterten, seit sie aus dem Tempel gekommen waren. Der
hünenhafte Krieger aus Marindas Clan war sogar so weit gegangen, mit
seinen Fingern über seine Kehle zu streifen, als er ihn angesehen hatte.
Eindeutig war die Geste, die verriet, dass er vorhatte ihm die Kehle
aufzuschlitzen. In der Menschenmenge entdeckte Leathan schließlich
Sulidian, der als einziger der Anwesenden nicht nur Anführer der für
das Turnier auserwählten Krieger war, sondern sich auch der Herrschaft
über seinen gesamten Clan rühmen konnte. Er wirkte tatsächlich,
als sei er der geborene Anführer. Die routinierte Ruhe mit der er sich
bewegte und die möglicherweise ein Anzeichen für sein Alter war,
beeindruckten nicht nur diejenigen, die ihn aus der Ferne betrachteten.
Sulidians eigene Krieger, mit denen er autoritär und doch zugleich
respektvoll umzugehen schien, bewahrten eine achtungsvolle Distanz zu ihm und
verhielten sich, als würden sie alles dafür geben, um ihn nicht zu
enttäuschen. Es dauerte nicht lang, bis Sulidian bemerkte, wie Leathan ihn
beobachtete. Kurz nickte er ihm zum Gruße zu und stieg auf sein Pferd, um
zu ihm zu reiten. Ein Blick in seine Gedanken, während er ihm
entgegentritt, verriet Leathan noch einiges mehr über Sulidian. Nicht
umsonst war er der gefürchteste Armeeanführer.
    ‚Warst du das, in meinen Gedanken?’, dachte Sulidian, als
wisse er genau, er würde hineinspähen. Leathan konnte nicht umhin
kurz zu lächeln und als Antwort zu nicken. So hatten sie sich
ausgetauscht, noch ehe sie ihre Pferde nebeneinander zum Stillstand brachten.
Einige der Wachen beobachteten das Manöver, doch da beide Krieger
friedlich wirkten, verhinderten sie die Begegnung nicht. Entgegengesetzt der
Nomadensitten sprach Leathan den Clanführer zuerst an und zwar so leise,
dass niemand außer ihnen beiden die gesprochenen Worte hören konnte.
    „Sulidian, Anführer deines Clans, sei
gegrüßt. Verzeih mir meine direkten Worte, doch eine lange
Unterhaltung würde deinem Ruf sicherlich schaden. Dein Verdacht war
richtig. Einer deiner Krieger hat den Anschlag auf Sihldan geplant. Du
weißt welcher es ist. Nenn mir einen Grund, weshalb ich euch nicht disqualifizieren
lassen soll.“
    Sulidian zeigte keinerlei Gefühlsregung, doch er
schien keineswegs Leathans Worte anzweifeln zu wollen. Seine Worte wählte
er mit Bedacht.
    „Ich kenne keinen Grund, doch du offensichtlich schon,
sonst wären wir beide nicht hier. Du hast sicherlich genug in unseren
Gedanken gesehen, um zu wissen, dass ich dein Schweigen brauche. Mein Clan braucht
endlich etwas Ruhe. Die meisten meiner Krieger sind erwachsen geworden, ohne
jemals Zeiten des Friedens kennen gelernt zu haben. Ich kann dir versprechen,
den Schuldigen für seine unverzeihliche Tat zu strafen. Ich kann dir auch
versprechen, dass ich nichts davon ahnte, bis der Priester es zur Sprache
gebracht hat. Doch all das willst du sicherlich nicht hören. Also sprich:
Was verlangst du?“
    Mit Sulidian zu verhandeln war offensichtlich ein
Leichtes, denn er wusste, was er wollte und er akzeptierte bereits, dafür
zahlen zu müssen.
    „Der Priester hat jeden auf mich gehetzt, damit muss ich
selber klar kommen, aber ich brauche jemanden, der den Helden von Marindas Clan
von mir fern hält.“
    Freundlich, fast

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