Die Rückkehr des Dunkelelf 2 - Kampf der Kreaturen
sehen … oder doch?«
»Versiegelte Gänge, mit Pech bestrichen«, antwortete Nanfoodle zerstreut.
»Was haben sie also einem Gnom mit deiner Mission zu bieten, der von so weit her gekommen ist?«, fragte der Halbling. »Immerhin wolltest du nur nach Torgar sehen, oder nicht? Und die Beziehungen zwischen Mirabar und Mithril-Halle fördern.«
Nanfoodle schüttelte den Kopf und schnaubte.
»Ich wünschte, es wäre so«, sagte er.
Regis erstarrte und kämpfte gegen das Bedürfnis an, sich nach hinten sinken zu lassen. Er drehte den Rubin weiter.
»Ja, wenn das nur so wäre!«, stimmte er begeistert zu. »Also sag mir, guter Gnom, wieso bist du wirklich hier?«
Shoudra Sternenglanz verspürte ein unerklärliches Kribbeln im Nacken, als ein Zwerg sie informierte, dass ihr Freund bei Verwalter Regis saß, und das schon seit über zwei Stunden. Die Sceptrana durchquerte die Flure halb im Laufschritt, aber dann wurde sie wieder langsamer, als sie versuchte nachzudenken. Wieso war sie so nervös? Nanfoodle war schließlich ausgesprochen zuverlässig.
Sie kam in ein Vorzimmer, wo drei Zwerge in entspannter Haltung standen, aber unangenehm aussehende Hellebarden bereithielten.
»Seid gegrüßt«, sagte einer von ihnen zu Shoudra, und er deutete auf die Tür zum Audienzzimmer.
Ein zweiter Zwerg, der neben der Tür stand, schob sie auf, und Shoudra hörte von drinnen Lachen und sah ein gemütliches Feuer flackern. Dennoch, all das beruhigte sie nicht; irgendetwas stimmte hier nicht. Sie ging zur Tür und spähte hinein, und sie sah Nanfoodle, der dümmlich lachend auf einem dick gepolsterten Sessel saß, und ihm gegenüber den erheblich nüchterneren Regis, der den verwundeten Arm wieder in die Schlinge gesteckt hatte.
»Wie schön von Euch, zu uns zu stoßen, Sceptrana Shoudra«, sagte der Halbling und zeigte auf den leeren Sessel.
Shoudra machte einen Schritt ins Zimmer, dann zuckte sie zusammen, als die Tür hinter ihr zufiel.
»Nanfoodle und ich haben gerade über den Stand der Beziehungen zwischen Mirabar und Mithril-Halle gesprochen«, erklärte Regis, und wieder bedeutete er der reglosen Sceptrana, sich auf den dritten Sessel zu setzen.
Shoudra hörte ihn kaum, denn sie musterte aufmerksam das Zimmer. An den Wänden hingen Wandbehänge, außer über der Feuerstelle, aber sie lagen nicht flach an der Wand an. Shoudras Blick wanderte weiter nach unten, und sie bemerkte, dass die Zehen von mehreren Stiefelpaaren unter dem Wandschmuck hervorragten.
Langsam wandte sie den Blick wieder Regis zu.
»Es ist eine interessante Beziehung, denkt Ihr nicht auch?«, sagte der Halbling, und die plötzliche Veränderung seines Tonfalls war unmissverständlich.
»Eine, die wir zu stärken hoffen«, erwiderte Shoudra mit einem Blick auf den offensichtlich betrunkenen Nanfoodle.
»Tatsächlich?«, fragte Regis.
Shoudra sah ihn an.
»Ihr wollt unsere Beziehung stärken, indem ihr das Erz von Mithril-Halle schwächt?«, fragte der Halbling, holte einen großen Beutel hinter sich vom Sessel und warf ihn Shoudra vor die Füße.
Shoudra bückte sich langsam und griff nach dem Beutel, aber sie brauchte ihn nicht einmal zu öffnen, um zu wissen, was er enthielt: Nanfoodles Erz schwächende Lösung.
Die Sceptrana wandte ihre verblüffte Miene dem Gnom zu, der so heftig lachen musste, dass er beinahe vom Sessel gefallen wäre.
»Mein neuer Freund Nanfoodle hat mir alles erzählt«, erklärte Regis.
Er schnippte mit den Fingern, und die Wandbehänge wurden zur Seite gezogen. Dahinter standen drei grimmige Zwerge. Die Tür hinter Shoudra ging ebenfalls auf, und die Sceptrana wusste, dass die Zwerge mit den Hellebarden hereingekommen waren.
»Er hat mir gesagt«, fuhr Regis fort, »dass Ihr auf Befehl des Markgrafen hergekommen seid, um unser Erz zu sabotieren. Dass Mirabar vorhatte, auf solche Weise einen Handelskrieg gegen Mithril-Halle zu führen. Ihr wolltet unseren Ruf ruinieren und unsere Kunden stehlen.«
Shoudra begann den Kopf zu schütteln.
»Ihr müsst verstehen …«, begann sie.
»Verstehen?«, unterbrach Regis sie. »Geschwächtes Metall in unseren Händen, wenn wir gegen Ork-Horden kämpfen? Geschwächtes Metall auf den Barrikaden, die wir errichten, um die Ungeheuer aus unseren Hallen fern zu halten? Was gibt es da zu verstehen, Sceptrana?«
»Wir wussten doch nicht, dass ihr im Krieg steht!«, rief Shoudra.
»Oh, dann ist eure Spionage selbstverständlich nicht so wichtig!«, erwiderte der Halbling
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