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Die Seherin von Garmisch

Titel: Die Seherin von Garmisch Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martin Schueller
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vierzehn Uhr, heute, eine SMS ,
abgehend … Oh … ja …« Sie sah die beiden an und verzog skeptisch die Miene.
»Natürlich, die richterliche Genehmigung reich ich nach. Vielen Dank.«
    Sie verstaute das Gerät wieder.
    »Bredemaier hat heute genau zwei Mal telefoniert.
Beide Male mit der Taxizentrale Garmisch.«
    »Keine SMS ?«,
fragte Schafmann.
    »Nein.«
    »Dann haben wir uns wohl geirrt«, sagte Schwemmer.
»Vielleicht war es ja keine SMS ,
vielleicht hat er es nur auf stumm geschaltet oder so was.«
    »Das kann natürlich sein«, sagte Isenwald
achselzuckend.
    »Aber vielleicht«, sagte Schafmann, »hat er auch mehr
als ein Handy.«
    Sie sahen sich schweigend an. Es war nicht
ungewöhnlich, dass Polizisten neben ihren Diensthandys auch das private
dabeihatten. Aber irgendwie passte das bei Bredemaier nicht ins Bild, fand
Schwemmer.
    »Weitere Vorschläge?«, fragte er. Als er keine Antwort
bekam, ging er vom Fenster zu seinem Schreibtisch. »Dann probieren wir es mal
mit einem Schuss ins Blaue«, sagte er.
    Er setzte sich und zog bedächtig die Computertastatur
heran. Er gab das Offenbacher Kennzeichen ein, das Magdalena Meixner ihm via
Burgl zu überprüfen gegeben hatte.
    »Autoverleih Klaus Schmitt, Offenbach«, las er vor,
als ihm die Frage nach dem Halter beantwortet wurde.
    »Schmitt?« Isenwald sah ihn skeptisch an.
    »Es gibt Leute, die heißen so«, sagte Schwemmer. »Sagt
einem das was?«
    »Moment … Da war was …« Schafmann kniff grübelnd die
Augen zusammen. »Doch! Kenn ich. Das ist ‘ne Deckadresse. Weißt doch noch, vor
drei, vier Jahren, die Riesensache mit den Drogenkurieren im Dorint-Hotel?«
    Natürlich wusste Schwemmer noch. Die Kripo
Garmisch-Partenkirchen hatte den Verkehr geregelt, während LKA und BKA die Herrschaften aus ihren Apartments geholt und danach den Lorbeer und die
Beförderungen kassiert hatten.
    »Die hatten Wagen von Schmitt«, sagte Schafmann.
    »Die Drogenkuriere?«, fragte Isenwald.
    »Nein«, sagte Schafmann. »Die vom BKA .«
    * * *
    Frau Isenwald hatte mitkommen wollen, aber Schwemmer
hatte sie daran erinnert, dass sie letztes Jahr Magdalena Meixners Schuhschrank
durchsucht hatte und ihr Auftauchen im »Lenas« deshalb wahrscheinlich eher
unfreundlich aufgenommen werden würde. Es hatte Schwemmer sowieso schon überrascht,
dass Magdalena bei ihm um Rat fragte. Aber offenbar war der Zorn verraucht, den
seine Ermittlungen bei ihr hinterlassen hatten.
    Der kleine Parkplatz des Hotels am Loisachufer war
voll, sodass er fast hundert Meter weiter parken musste, aber ein paar Schritte
an der frischen Luft taten ihm nur gut.
    Von Interpol hatten sie Foto und Fingerabdrücke von
Luc Deloitte bekommen. Dem ersten Eindruck nach hatte Bredemaier recht, aber
sie würden den Vergleich der Abdrücke abwarten.
    Siegfried Schieb war angeliefert worden, kurz bevor
Schwemmer die Wache verlassen hatte, und wurde gerade von Schafmann verhört.
    Seine Waffe war immer noch nicht aufgetaucht, was ihm
wie ein kalter Klumpen im Magen lag, besonders seit er am Morgen den toten
Franzosen gesehen hatte.
    Und jetzt noch Bredemaier und das BKA .
    Er hätte noch mehr frische Luft brauchen können, aber
er hatte die Glastür des ›Lenas‹ erreicht und ging hinein.
    Hinter dem Portierstresen stand der Angestellte von
Magdalena, mit dem sie seit einiger Zeit verlobt war. Schwemmer überlegte
angestrengt, und der Name fiel ihm gerade rechtzeitig noch ein.
    »Grüß Gott, Herr Weidinger«, sagte er. »Die Frau
Meixner hatte bei mir angerufen. Ist sie zu sprechen?«
    Weidinger begrüßte ihn freundlich und ging sofort
Magdalena holen. Der Mann machte einen angenehm entspannten Eindruck auf
Schwemmer. Und er trug ein auffallend elegantes Hemd.
    Als Magdalena aus ihrem Büro kam, starrte Schwemmer
zunächst einigermaßen verdutzt auf ihren deutlich gerundeten Bauch.
    »Ich wusst ja gar nicht … Wann ist es denn so weit?«,
fragte er statt einer angemessenen Begrüßung.
    »Im Juli«, sagte sie lächelnd.
    »Und wer ist der … Glückliche?«
    »Na, der Andi!« Sie zeigte auf Weidinger, der sich
sichtlich mindestens so freute wie sie.
    »Ja, dann … wünsch ich nur das Beste«, murmelte
Schwemmer.
    Sie boten ihm Kaffee an, den er freundlich ablehnte,
denn davon hatte er heute ausreichend gehabt. Er fragte nach ihrem Problem.
Magdalena überzeugte sich, dass keine Gäste in der Nähe waren, dann bat sie ihn
hinter den Tresen und zeigte nach vorn durch die Glastür.
    »Mir ist das das erste

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