Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die Sommerfrauen: Roman (German Edition)

Die Sommerfrauen: Roman (German Edition)

Titel: Die Sommerfrauen: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Mary Kay Andrews
Vom Netzwerk:
ihr einen Cosmo. Ihr habt nicht zufällig irgendwas zu essen da, oder? Wir haben nämlich heute Abend noch nichts in den Magen bekommen.«
    Ty runzelte die Stirn. »Die Küche macht sonntags schon früh zu, aber ich seh mal, was ich tun kann.« Er drehte sich um, bereitete ihre Getränke zu und war kurz darauf wieder da. »Mögt ihr Quesadillas? Sucht euch erst mal einen Tisch, dann lasse ich welche zu euch rüberbringen.«
    »Das wäre super!«, freute sich Julia und schob einen Zwanziger über die Theke. »Ich glaube, du hast uns gerade das Leben gerettet.«
    Sie fanden eine Sitzecke am anderen Ende und setzten sich mit ihren Happy-Hour-Drinks. »Na«, sagte Julia. »Das war ja ein Zufall, was? Dass wir den Garagenmann ausgerechnet hier treffen?«
    »Hm«, machte Ellis nur und trank schnell einen Schluck.
    Eine junge Bedienung brachte einen riesigen Teller Hühnchen-Quesadillas.
    »Ich finde ihn total heiß«, sagte Julia und sah an Ellis vorbei zu Ty, der hinter der Theke stand, Getränke einschenkte und locker mit den Gästen plauderte. »Du nicht?«
    Ellis zuckte lässig mit den Achseln. »Ich schätze, mit der Zeit kann man ihn mögen. Es war nett von ihm, uns noch Essen zu besorgen, obwohl die Küche schon geschlossen ist.«
    »Ich glaube, er mag dich«, sagte Julia mit leicht neckendem Unterton. »Hab eben auf die Uhr geguckt. Die Happy Hour war schon vor einer halben Stunde vorbei, und er hat uns trotzdem den Sonderpreis gemacht.«
    »Ach, Quatsch«, sagte Ellis und beschäftigte sich damit, Crème fraîche auf eine Quesadilla zu häufen. »Er wollte nur nett sein. Wie kommst du darauf, dass er mich mag?«
    »Ich kann hellsehen, vergessen?«, sagte Julia und widerstand der Verlockung zu erzählen, dass sie Ellis und Ty in der vergangenen Nacht im Mondschein beobachtet hatte. »Ich kann in die Zukunft schauen. Und ich sehe deutlich einen Mann in Ihrer Zukunft, Miss Ellis Sullivan.«
    »Na, hoffentlich«, entgegnete Ellis mit Nachdruck.
    »Seit wann suchst du denn einen Mann?«, wollte Julia wissen.
    »Meinst du etwa, ich interessiere mich nicht für Männer?«
    Julia zuckte mit den Schultern. »Etwa doch?«
    »Na … warum denn nicht? Also, ich weiß, dass wir uns versprochen haben, Männer hätten in diesem Urlaub nichts zu suchen. Aber um ehrlich zu sein, bin ich schon länger mit keinem Mann mehr ausgegangen.«
    »Wie lange nicht?«
    Ellis wusste genau, wie lange es her war. Fünf Jahre und einen Monat. Sie hatte einen kurzen, katastrophalen Versuch übers Internet unternommen: neun Treffen mit vier verschiedenen Typen. Ihr wurde schummrig, wenn sie nur daran dachte.
    Sie spielte mit einem Salatblatt auf ihrem Teller. »Bitte, ich will nicht darüber reden«, sagte sie leise.
    »Wie schlimm kann das schon sein?«, fragte Julia.
    »Grässlich«, erwiderte Ellis und trank einen großen Schluck von ihrem Cosmopolitan. »Vernichtend.«
    »Und genau aus dem Grund solltest du darüber sprechen«, redete Julia auf sie ein. »Dorie und ich sind deine besten, ältesten Freundinnen. Mich kannst du mit gar nichts schockieren!«
    Das stimmte. Wenn es um Wahrheit oder Pflicht ging, hatte Julias Geständnis am Vorabend die Latte für alle sehr hoch gelegt.
    »Wenn ich es dir erzähle, schwörst du dann, es niemals einer Menschenseele zu verraten?«
    Julia beugte sich vor, bis ihre Stirn Ellis fast berührte. »Selbstverständlich. Aber willst du es noch nicht mal Dorie erzählen?«
    »Nein. Dorie würde es nicht verstehen. Sie ist so hübsch, sie musste sich noch nie Gedanken machen, ob sie einen Mann kennenlernt. Nicht dass du je dieses Problem gehabt hättest.«
    Julia legte den Kopf schräg. »Hey, weißt du nicht mehr, wie ich auf der Highschool aussah? Mit dieser üblen Dauerwelle, die meine Mutter mir damals machte? Mit der Klammer im Mund und der flachen Brust? Und dann meine Pickel! Ich hatte doch total das Pizzagesicht. Außerdem wog ich nur vierzig Kilo und sah aus wie ein Storch im Salat.«
    Ellis seufzte. »Ja, aber als wir siebzehn waren, trugst du keine Klammer mehr, die Pickel waren weg, und du hattest Kurven bekommen. Das war die Rache des hässlichen Entleins.«
    »Meine Mutter hatte eben doch recht«, stimmte Julia zu. »Ich war wirklich ein Spätentwickler.«
    »Aber nicht so spät wie ich«, sagte Ellis leise. »Ich bin vierunddreißig, Julia. Und mit einem Mann war ich nicht mehr zusammen, seit …« Sie unterbrach sich und zwang sich dann doch, weiterzusprechen. »Seit ich mich von Ben getrennt

Weitere Kostenlose Bücher