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Dreizehn Stunden

Titel: Dreizehn Stunden Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Deon Meyer
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wir hatten keine Studios oder Labels, wir verkauften Bootlegs aus dem Kofferraum unserer Tourbusse, so war das, in den späten
     Achtzigern. Ich war Mädchen für alles, habe den Bus gefahren, versucht, die Musiker vom Saufen abzuhalten, Essen gekauft,
     die Bühne mit aufgebaut, mich um die Technik gekümmert, die Plakate aufgehängt, die Karten verkauft … Es waren wilde Zeiten,
     damals, einfach toll. Voëlvry war Protestmusik auf Afrikaans, Sie wissen schon, gegen die Apartheid, und die |228| Studenten strömten nur so herbei. Das können Sie sich gar nicht vorstellen! Tausende Fans, während ihre Väter und Mütter in
     den Vorstädten schnulzige Schlager hörten. Auf einmal gab es diese neue Bewegung, und sie spielte sich direkt vor ihrer Nase
     ab. Damals hat mich Adam entdeckt und mich angeworben, damals begann unsere Zusammenarbeit. Wir waren diejenigen, die Voëlvry
     richtig groß rausgebracht haben. Wir haben den Musikern ein Label gegeben, wir haben sie als Bewegung gruppiert, wir haben
     für Management, Marketing und Promotion gesorgt. Der Erfolg war unglaublich, und sehen Sie sich an, wo afrikaanssprachige
     Musik heute steht! In den letzten fünf, sechs Jahren ist der Markt regelrecht explodiert, weil die Sprache angeblich vom Untergang
     bedroht ist. Doch die Zeitungen berichten über sexuelle Belästigung. Was soll das, frage ich Sie? Oder sie schreiben ausschließlich
     über De la Rey, De la Rey, dabei hat sich nicht einer von diesen Leuten die ganze CD angehört. Wussten Sie, dass sich bei
     De la Reys anderen Stücken außer seinem großen Hit alles nur ums Saufen und Bumsen dreht?«
    »Welche Stücke?«
    »Na, die auf der De-la-Rey-CD !«
    Dekker schüttelte gedankenverloren den Kopf und fragte: »Hat Adam Barnard in den letzten Wochen irgendetwas von einer DVD
     erzählt?«
    »Welche DVD?«, fragte Mouton aufrichtig erstaunt.
    »Irgendeine DVD.«
    »Na ja, wir produzieren gerade mehrere DVDs. Die von Jos und Melinda soll demnächst im Fernsehen laufen, eine Live-Aufnahme.«
    Wieder schüttelte Dekker den Kopf. »Hat Barnard irgendetwas von einer DVD erzählt, die er mit der Post erhalten hat?«
    »Wieso sollte ihm jemand eine DVD schicken? Produktion und Promotion gehören zu meinen Aufgaben. Wenn er irgendetwas erhalten
     hätte, hätte er es mir gegeben.«
    »Möglicherweise hat er eine Sendung mit einer DVD erhalten. Letzte Woche. Hat er etwas darüber gesagt?«
    »Nein, nicht mir gegenüber. Was für eine DVD war das? Wer hat gesagt, dass er sie erhalten hat?«
    |229| »Hat er seine Post selbst geöffnet?«
    »Adam? Ja, wer sonst hätte es getan haben sollen?«
    »Hatte er keine Sekretärin?«
    »Natasha ist unsere persönliche Assistentin, aber sie würde nie unsere Post öffnen. Im Übrigen läuft bei uns praktisch alles
     elektronisch. Wenn es eine DVD gegeben hätte, hätte er sie mir gebracht. Was war denn drauf?«
    »Ich kann Ihnen im Moment keine Einzelheiten verraten, Meneer Mouton. Wer kann mir etwas über Zahlungen sagen, die Meneer
     Barnard vor etwa einer Woche getätigt hat?«
    »Zahlungen? Warum wollen Sie das denn wissen?«
    »Willie …«, mahnte Groenewald.
    »Das ist meine Firma, Regardt, und ich habe ein Recht darauf, es zu erfahren. Was behaupten die Geysers über Adam?«
    »Willie, während der laufenden Ermittlungen braucht der Inspekteur dir gar nichts zu sagen.«
    »Das weiß ich auch, Regardt, aber trotzdem ist es nach Adams Ableben meine Firma, und ich bestehe darauf, dass …«
    »Meneer Mouton, leider sind Sie dazu verpflichtet, meine Fragen zu beantworten.«
    Der Adamsapfel hüpfte, die rechte Hand zupfte am silbernen Ohrring. »Wie war noch mal Ihre Frage?«
    »Wer kann mir etwas über die letzten finanziellen Transaktionen erzählen, die Meneer Barnard in der vergangenen Woche getätigt
     hat?«
    »Ab wann denn genau?«
    »Kann ich nicht sagen.«
    »Adam hat die Finanzen persönlich verwaltet und die Schecks eigenhändig unterschrieben. Aber Wouter müsste es wissen, der
     Buchhalter.«
    »Wo kann ich Wouter finden?«
    »Er sitzt hier nebenan.«
    »Danke«, sagte Dekker und stand auf. »Ich werde auch Meneer Barnards Büro durchsuchen müssen. Hat es seit gestern Abend jemand
     betreten?«
    »Fragen Sie Natasha, ich weiß es nicht.«
    Dekker ging zur Tür.
    |230| »Sie lügen«, sagte Mouton. »Die Geysers lügen, um ihre eigene Haut zu retten. Zahlungen? Welche Zahlungen?«
    »Willie!«, sagte Groenewald.
     
    Griessel saß im Büro des abwesenden

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