Ein Todsicherer Job
mal.«
»Hilfe. Bitte. Schmerzen. So – schreckliche – Schmerzen.« Charlie röchelte wie ein Cowboy, der sterbend im Staub lag.
Er hörte, dass der Riegel zurückgeschoben wurde, und dann ging die innere Tür auf. »Sie sind ja wirklich schwer verletzt«, sagte sie.
»Bitte...«, sagte Charlie und streckte ihr die Hand entgegen. »Helfen Sie mir! «
Sie hakte die Fliegengittertür auf. Charlie verkniff sich ein Grinsen. »Oh, ich danke Ihnen«, ächzte er.
Sie stieß das Gitter auf und sprühte ihm eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. »Ich hab Twilight Zone auch gesehen. Mistkerl!« Die Türen knallten zu. Der Riegel wurde vorgeschoben.
Charlies Gesicht fühlte sich an, als stünde es in Flammen.
Als er endlich wieder was erkennen konnte, humpelte er zu seinem Lieferwagen, wo er eine Frauenstimme sagen hörte: »Ich hätte dich bestimmt reingelassen, Liebster.« Dann wehte ein Chor von grässlichem Mädchengelächter aus dem Gully. Er wich an seinen Lieferwagen zurück, bereit, den Degen aus seinem Stock zu ziehen, doch dann hörte er etwas, das wie das Bellen eines kleinen Hundes dort unten im Gully klang.
»Wo kommt der denn her?«, fragte eine der Hexen.
»Er hat mich gebissen! Der kleine Pisser! «
»Schnapp ihn dir! «
»Ich hasse Hunde. Wenn wir den Laden hier übernehmen – keine Hunde mehr!«
Das Bellen verklang, dann auch die Stimmen der Gully- hexen. Charlie atmete tief durch und versuchte, das Brennen aus seinen Augen zu blinzeln. Er musste sich erst mal sammeln, aber dann würde er sich die alte Dame holen, mit oder ohne Pfefferspray.
Er brauchte fast eine ganze Stunde, um sich in Position zu bringen, aber als er dann so weit war, setzte er den Schlackenstein ab, klappte sein Handy auf und wählte die Nummer, die ihm die Auskunft gegeben hatte.
Eine Frau antwortete. »Hallo.«
»Ma’am, hier spricht das Gaswerk«, sagte er mit seiner allerbesten Gaswerkstimme. »Mein Verteilernetz zeigt mir an, dass bei Ihnen der Druck gefallen ist. Wir schicken gleich einen Wagen los, aber Sie sollten dafür sorgen, dass alle anwesenden Personen das Haus sofort verlassen.«
»Nun, ich bin hier im Moment die Einzige im Haus. Aber so leid es mir tut: Ich rieche kein Gas.«
»Es könnte sein, dass es sich unter dem Haus sammelt«, sagte Charlie und war stolz auf sich, dass er so schnell geschaltet hatte. »Ist noch jemand im Haus?«
»Nein, nur mein Kätzchen Samantha.«
»Ma’am, bitte holen Sie Ihre Katze und gehen Sie auf die Straße hinaus. Unser Wagen wird Sie dort in Empfang nehmen. Gehen Sie bitte jetzt gleich, okay?«
»Hm, na gut.«
»Danke, Ma’am.« Charlie legte auf. Er spürte, dass sich unter ihm im Haus etwas rührte. Er rutschte an den Rand des Verandadaches und hob den Stein über seinen Kopf. Es wird wie ein Unfall aussehen , dachte er, als wäre der Stein einfach vom Dach gerutscht. Er war froh, dass ihn da oben niemand sehen konnte. Er schwitzte vom Klettern, hatte Flecken unter den Achseln, und seine Hose war verknittert.
Er hörte, wie die Tür aufging, und machte sich bereit, den Stein zu werfen, sobald sein Zielobjekt unter dem Dach hervorkam.
»Guten Tag, Ma’am.« Eine männliche Stimme von der Straße her.
Charlie warf einen Blick hinunter und sah Inspector Rivera auf dem Gehweg stehen, nachdem er offenbar gerade aus einem Auto gestiegen war. Was, zum Teufel, wollte der hier?
»Sind Sie vom Gaswerk?«, sagte Mrs. Posokowanowich.
»Nein, Ma’am, ich bin von der Polizei.« Er zeigte ihr seine Marke.
»Man hat mir gesagt, es gäbe ein Leck in der Gasleitung«, sagte sie.
»Darum kümmert sich schon jemand, Ma’am. Würden Sie wieder ins Haus gehen, dann komme ich gleich zu Ihnen, okay?« »Na gut, okay.«
Charlie hörte, wie die Türen aufgingen und sich schlossen. Seine Arme zitterten, weil er den großen Stein noch immer hochhielt. Er versuchte, leise zu atmen, weil er mit seinem Keuchen nicht Riveras Aufmerksamkeit erregen wollte.
»Mr. Asher, was machen Sie da oben?«
Fast hätte Charlie das Gleichgewicht verloren und wäre vom Dach gekippt. »Sie können mich sehen?«
»Ja, das kann ich allerdings. Und ich kann auch den Stein sehen, den Sie da festhalten.«
»Ach, das alte Ding....«
»Was hatten Sie damit vor?«
»Reparaturen?«, probierte Charlie. Wieso konnte Rivera ihn sehen, wenn er doch in seinem Seelenschiffchen-Abhol-Modus war?
»Tut mir leid, aber ich glaube Ihnen nicht, Mr. Asher. Ich denke, Sie sollten den Stein fallen
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