Elfenlicht
Todeskommando ohne die geringste Aussicht auf Erfolg. Dein Angriff würde an den Schlachtreihen der Trolle abprallen wie eine Erbse, die du gegen eine Felswand schleuderst.«
»Du bist also der Auffassung, wir sollten lieber in Feylanviek darauf warten, dass die Trolle den Zeitpunkt unseres Untergangs bestimmen?«
Der Fürst von Alvemer, der Widerspruch offensichtlich nicht gewohnt war, sah ihn in sprachloser Wut an.
»Im Übrigen wird von heute Morgen an niemand mehr über eine drohende Niederlage sprechen«, fuhr Ollowain ungerührt fort. »Das ist Gift für die Moral unserer Krieger. Wer gegen diesen Befehl verstößt, den werde ich auf der Stelle vom Heer ausschließen und nach Hause schicken. Wir brauchen einen Sieg, und ich bin entschlossen, ihn zu erkämpfen.«
»So wie in Phylangan?«, fragte Elodrin.
Jeder im Zelt hielt den Atem an.
Ollowain lächelte, als habe der Flottenkommandant ihm ein Kompliment gemacht. Das Letzte, was sie jetzt brauchten, waren Eifersüchteleien und Intrigen im Oberkommando. Er hätte Elodrin für einen besseren Befehlshaber gehalten. Offenbar hatte es ihn zutiefst verletzt, sein Kommando an Ollowain abtreten zu müssen. »Ich habe meine Lehren aus Phylangan gezogen, Fürst. So wie jeder gute Feldkommandant aus Schlachten lernt, gleich ob es Siege oder Niederlagen sind. Außerdem hatte ich die Ehre, von einem überaus begabten Strategen die Schwächen meiner Verteidigung in einer Gefechtssimulation am Falrach-Tisch aufgezeigt zu bekommen. Phylangan galt als uneinnehmbar. Es ist gefallen, weil unsere Feinde sich als beweglicher im Geiste erwiesen haben, als wir es waren. Wer sich auf reine Verteidigung festlegt, der hat damit die erste Schlacht schon verloren, denn er überlässt seinem Gegner die Initiative. Feylanviek ist nicht zu halten. Es wird uns so lange wie möglich als Versorgungsstützpunkt dienen, aber ich werde keinen Kämpfer opfern, um es zu verteidigen. Wir sind beweglicher als der riesige Heerzug der Trolle. Die Steppen des Windlands sind ein endlos weiter Raum, in dem unsere beweglichen Truppen operieren können. Dem sind die Trolle nicht gewachsen. Wir werden sie hinaus in die Steppen locken. Wir werden die Büffelherden davonjagen und ihre Nachschubwege kappen. Und wenn sie zu hungern beginnen, dann wird ihre riesige Zahl ihren Untergang nur beschleunigen. Es wird etliche Scharmützelgeben, Überfälle und Plünderzüge. Aber zu einer Schlacht im herkömmlichen Sinne werden wir es nicht kommen lassen. Jeder hier im Zelt sollte sich dessen bewusst sein, dass wir verloren sind, wenn wir auch nur eine einzige verlustreiche Niederlage erleiden. Der Entscheidungsschlacht, die die Trolle suchen, werden wir uns nicht stellen. Wir kämpfen nur zu unseren Bedingungen. Und so werden wir siegen.«
»Meine Rede!«, stimmte der Minotaurenfürst begeistert zu.»Hoch die Ärsche und ran an den Feind. Das ist der richtige Geist!«
Melvyn hatte ihnen säuerlich lächelnd zugehört. Nun richtete er sich auf und achtete darauf, dass die Ketten an seinen Händen für alle gut zu sehen waren. »Alles schön und gut. Nur sollten wir nicht darauf hoffen, unseren Feind zu überraschen.« Er blickte zu Caileen. »Allein deine dreihundertzweiundachtzig Streitwagen werden dort draußen in der Steppe eine Staubwolke aufwirbeln, die man einen ganzen Tagesmarsch weit sieht.«
»Deshalb werden wir nachts marschieren.« Ollowain deutete auf die Karte. »Hier gibt es in einer langgezogenen Senke einen lichten Waldstreifen. Das Unterholz ist nicht so dicht, dass Streitwagen und leichte Kutschen es nicht passieren könnten. Das Laubdach schützt uns vor neugierigen Blicken.« Der Schwertmeister fuhr mit dem Finger ein wenig weiter die Karte hinauf. Er tippte nervös mit dem Finger auf einen schwarzen Punkt. »Jerash, ein Ruinenfeld inmitten des Graslands. Ein Ort der flüsternden Stimmen im Wind. Dort gibt es nur Staub und alte Steine. Ich war schon einmal dort. Weite Bogengänge haben den Jahrhunderten getrotzt. Ein kleines Heer wie unseres würde dort ganz brauchbare Deckung finden. Aber machen wir uns nichts vor, es ist kein so gutes Versteck wie der Wald am Tag zuvor. Wir müssen darauf setzen, dass unsere Feinde ahnungslos sind und dass sie nicht nach uns suchen.«
Orimedes und die übrigen Kentauren scharrten unruhig mit den Hufen. Auch Ajax, der Minotaurenfürst, machte ein bedrücktes Gesicht.
»Jerash ist verflucht«, murmelte Orimedes halblaut. »Das ist kein guter Platz, um dort
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