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Erebos

Erebos

Titel: Erebos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Ursula Poznanski
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überlege dir einen Wunsch für deinen Kristall.«
    Zuletzt wendet der Bote sich an Feniel. »Willst du sterben oder mir folgen?«
    Zögernd hebt sie den Kopf. »Dir folgen.«
    »Das dachte ich mir. Dann komm.«
    Er hebt sie mit einem Ruck hinter sich aufs Pferd und sie galoppieren davon, ohne dass er sich noch einmal umdreht.
    Und mein Kristall?, will Sarius fragen, aber dafür ist es schon zu spät. Enttäuscht stellt er sich zu den anderen ans Feuer.
    »Sari hat einen Wunschkristall gefunden und sagt kein Wort. Schüchtern, wie?«, lästert Drizzel.
    »Ich hab noch nie einen gefunden«, klagt Sapujapu. »Was mache ich falsch?«
    »Du musst deine toten Gegner ziemlich verhackstücken«, erklärt Sarius. »Unappetitlich, ich weiß. Ist auch mein erster Wunschkristall. Einmal hätte ich fast einen gehabt, aber Lelant, der Arsch, hat ihn mir vor der Nase weggeschnappt.«
    Ganz so ist es zwar nicht gewesen, aber egal. Lelant ist ein Arsch, das jedenfalls ist die reine Wahrheit.
    »Was wirst du dir wünschen?«, will Blackspell wissen.
    »Weiß ich noch nicht. Und außerdem binde ich es nicht ausgerechnet dir auf die Nase.«
    »Zeigst du ihn mal her?« Nurax streckt seine Werwolfpranke aus, was Sarius unwillkürlich einen Schritt zurückmachen lässt.
    »Vergiss es.«
    Das Gespräch versiegt. Sie stehen ums Feuer herum und warten.
    »Vielleicht gehe ich einfach schlafen«, sagt Sapujapu plötzlich. »Ich bin todmüde.«
    Nun, als Sapujapu es ausspricht, bemerkt Sarius seine eigene Müdigkeit, als wäre sie ein Tier, das gerufen wurde und den Kopf hebt. Aber er wird nicht schlafen gehen, bevor er nicht weiß, was er mit seinem Wunschkristall anfangen kann.
    »Du verpasst doch alles, wenn du jetzt aufhörst«, sagt Nurax. »Die coolsten Quests gibt es immer nachts!«
    »Das hilft mir nichts, wenn ich einpenne und sie mich abschlachten«, gibt Sapujapu zurück. »Ehrlich, Leute, ich bin fertig für heute.«
    Kaum hat Sapujapu seinen Satz beendet, tauchen zwei der Gnome aus dem Gebüsch auf, hektisch wie immer.
    »Alarm! Ortolan hetzt uns neue Monster an den Hals, sie überfallen die Schmiede im Süden! Wir brauchen Verstärkung, folgt uns!«
    Drizzel läuft sofort los, Nurax gleich hinterher. Blackspell lässt Sarius nicht aus den Augen, worauf wartet er? Auf eine günstige Gelegenheit, ihm den Wunschkristall zu klauen? Vorsichtshalber zieht Sarius sein Schwert, woraufhin der Vampir sich abwendet und den anderen nachsetzt.
    »Kommst du wirklich nicht mehr mit, Sapujapu?«
    Sarius und der Zwerg sind die beiden Letzten, die noch am Feuer stehen.
    »Nein, sorry. Ich kann kaum noch aus den Augen schauen und habe echt Angst, dass eines dieser Monster mich allemacht. Vielleicht sehen wir uns morgen, ja?«
    Sapujapu trollt sich in Richtung Rosenhecke, deren Blüten auch in der Nacht hell leuchtende Punkte in der Landschaft sind. Sarius sieht ihm bedauernd hinterher. Schade, Sapujapu kann er richtig gut leiden, im Unterschied zu den anderen Knallköpfen, denen er jetzt wohl oder übel folgen muss.
    Er läuft los. Die anderen machen jede Menge Lärm, so schnell wird er ihre Spur nicht verlieren. Wenn er sich ein bisschen beeilt, holt er sie vielleicht sogar noch ein.
    Ein heiserer Schrei lässt ihn zusammenzucken. Am nächtlichen Himmel entdeckt er einen goldenen Fleck, der Kreise zieht wie ein riesiger fliegender Stern. Beim nächsten Schrei begreift er, dass es der goldene Falke ist, und duckt sich instinktiv.
    »Keine Sorge, er ist nicht auf der Jagd.«
    Sarius schreit erschrocken auf. Vor ihm steht der Bote und winkt mit seiner knöchrigen Hand, winkt ihn zu sich.
    »Was ist dein sehnlichster Wunsch, Sarius? Du hast einen der magischen Kristalle gefunden. Verwende ihn klug. Was wünschst du dir?«
    So viel ich kriegen kann, denkt Sarius. Er sieht zu seinem Gegenüber auf, direkt in das gelbe Licht seiner Augen.
    »Können es zum Beispiel mehrere Level sein? Oder ein Platz im Inneren Kreis?«
    Der Bote lächelt.
    »Ein Platz im Inneren Kreis gehört zu den Dingen, die man erringen muss. So wie die Liebe eines Menschen oder das Vertrauen eines Freundes. Doch abseits solcher Wünsche ist vieles möglich, wahrscheinlich mehr, als du dir vorstellen kannst.«
    In Sarius arbeitet es. Er hat einen Wunsch frei, wie im Märchen. Nur die Fee ist sehr hässlich ausgefallen.
    »Vielleicht hat Nick Dunmore ein Anliegen?«, schlägt der Bote vor. »Ein besonderes Anliegen?«
    Nick Dunmore würde gern zum Chemie-Genie mutieren, denkt Sarius

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