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Getäuscht - Thriller

Titel: Getäuscht - Thriller Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Bastei Lübbe
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verletzten, inkompetenten Mitarbeiterin versetzte ihn in Rage.
    »Wo ist sie?«, fragte er, während er die Blumen auf einen Abstelltisch schleuderte und das Buch achtlos auf ihren Betttisch fallen ließ.
    »Er hat nicht die leiseste Ahnung«, antwortete Prudence.
    »So eine gequirlte Scheiße«, fluchte Connor, der inzwischen seine guten Vorsätze, im Umgang mit seinen Mitarbeitern auf vulgäre Ausdrücke zu verzichten, in den Wind geschrieben hatte. »Er war vorgestern Nacht zwei Stunden mit ihr zusammen, und gestern Morgen haben sie es wie die Karnickel in seinem Hotelzimmer getrieben. Worüber, glaubst du, haben sie dabei gesprochen - über das Wetter?«
    »Ich weiß nur, dass er sie eher finden will als die Polizei.«
    »Er will sie ausfindig machen? Wie denn?« Prudence gab keine Antwort. Connor schlug mit der Hand auf ihren Betttisch. »Wie, verdammt noch mal?«
    Prudence sah Connor kurz von der Seite an. »Frag ihn. Er hat es schließlich schon einmal geschafft.«
    »Wo wollte er hin? Er muss doch etwas gesagt haben!«
    »Ich weiß es nicht.«
    »Bestimmt nicht? Du hast deine Haltung mir gegenüber doch nicht wegen der Sache mit deinem Mann geändert, oder? Du weißt doch noch, auf welcher Seite du stehst?«
    Prudence drehte Connor ihr Gesicht zu. Ihre Wangen waren gerötet. »Seit du mich vor drei Monaten gefeuert hast, gehöre ich zu keiner Seite mehr.«
    »Da täuschst du dich gewaltig, Süße«, fuhr Connor sie an. »Bei uns gelten die gleichen Spielregeln wie bei den Arschlöchern in Belfast. Einmal dabei, immer dabei. Das solltest du dir hinter die Ohren schreiben.«
    Prudence wandte sich ab und starrte aus dem verdreckten Fenster.
    Connor ging auf die andere Seite des Bettes und baute sich vor dem Fenster auf. »Wie lief denn die OP?«
    »Gut, soweit ich weiß.«
    »Wirklich? Was haben sie gemacht?«
    »Ein paar Knochen gerichtet, ein paar Nervenstränge geflickt. Ich war zu sehr mit Beruhigungsmitteln vollgepumpt, um alles mitzukriegen.«
    Connor griff nach ihrer Hand, hob sie hoch und betrachtete sie aufmerksam.
    »Lass das!«, rief Prudence.
    »Tut es sehr weh?«
    »Hör auf! Du reißt noch die Narbe wieder auf.«
    Connor ließ die Hand zurück aufs Bett fallen. »Wenn du mir nicht Wort für Wort erzählst, was gestern Nacht vorgefallen ist, dürfte das deine geringste Sorge sein. Die ungeschminkte Wahrheit, wenn ich bitten darf.«
    Prudence presste ihre Hand fest auf die Brust und wimmerte.
    »Wann immer es dir passt«, sagte Connor.
    Sie warf ihm einen verängstigten Blick zu, trank einen Schluck Wasser und schilderte ihm die Ereignisse der vergangenen Nacht, so gut sie konnte. Sie war eine intelligente Frau, und ihr Bericht war ziemlich akkurat.
    »Bleibt nur noch die eine Frage«, sagte Connor, als Prudence geendet hatte. »Wenn du schon deinen Mann erschossen hast, warum dann nicht auch Ransom?«
    »Du hast gesagt, dass du ihn lebend willst. Ich habe mich bloß an deine Anweisungen gehalten.«
    »Du weißt, wie man mit einer Waffe umgeht. Du hättest ihm ins Bein oder in den Fuß schießen können. Dann wäre Ransom uns wenigstens nicht durch die Lappen gegangen. Stattdessen brichst du heulend zusammen und rufst einen Rettungswagen.«
    »Ich stand unter Schock.«
    »Du hast versagt.« Connor betrachtete die Instrumente, die Atmung und Blutdruck kontrollierten.
    »Mein Mann war tot. Was hätte ich deiner Meinung nach tun sollen?«
    »Dich an deine Anweisungen halten. Hättest du nur fünf Minuten länger durchgehalten, hätten wir uns um die ganze Sache kümmern können. Ich hoffe, deine Geschichte für die Polizei ist lupenrein.«
    »Das ist sie.«
    »Enttäusch mich nicht.«
    Connor trat nahe ans Bett und beugte sich zu ihr hinunter, bis sein Gesicht direkt vor ihrem war. »Ein einziger Patzer, die kleinste Äußerung, für wen du arbeitest, und ich finde es heraus. Ich sorge dafür, dass dein britischer Pass keiner genauen Prüfung standhält. Ich hetze die Behörden auf deine Vergangenheit. Du wirst in nur neunzig Tagen des Landes verwiesen, und ich wette darauf, dass die Familie deines Mannes es nicht zulassen wird, dass du die Mädchen mitnimmst. In dem kleinen miesen Land, aus dem du kommst, ist es bei weitem nicht so angenehm wie hier. Irgendeinen Krieg gibt es dort immer.«
    »Raus hier«, sagte Prudence.
    Doch Connor ließ sich nicht beeindrucken. »Ich frage mich, was deine Mädchen wohl sagen, wenn sie herausfinden, dass du es warst, die ihren Papa erschossen hat.«
    »Raus!«, rief

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