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Hexer-Edition 16: Stirb, Hexer!

Hexer-Edition 16: Stirb, Hexer!

Titel: Hexer-Edition 16: Stirb, Hexer! Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Wolfgang Hohlbein
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Augenblicke verstört dagestanden und die Tür angestarrt, durch die Rowlf verschwunden war, aber schließlich war das Entsetzen, mit dem ihn dieser mit ausgeglühten metallenen Teilen übersäte Raum erfüllt hatte, stärker gewesen als seine Furcht; er hatte ein armlanges Eisenstück aufgenommen und sich der Tür genähert, durch die der Riese aufgetaucht war.
    Dahinter erstreckte sich ein kurzer, von einer brennenden Fackel erhellter Gang, in dessen Stirnwand eine Tür aus niedrigen Eisenbohlen eingelassen war, zu Frankensteins Erleichterung jedoch nur mit einem wuchtigen Riegel verschlossen.
    Er hatte eine sehr bestimmte Ahnung von dem, was er hinter dieser Tür finden würde. Trotzdem begann sein Herz vor Aufregung zu jagen, als er seine improvisierte Keule von der rechten in die linke Hand wechselte und den Riegel zurückzog.
    Im ersten Moment sah er nichts außer Schwärze. Unsicher trat er zurück, löste die Fackel aus ihrer Halterung und trat geduckt durch die niedrige Tür.
    Der flackernde rote Lichtschein des brennenden Holzes ließ die zusammengekauerten Gestalten von fast einem Dutzend Menschen aus der Dunkelheit treten. Die meisten von ihnen schienen zu schlafen oder starrten mit leerem Blick vor sich hin, aber einer von ihnen hob den Kopf, als Frankenstein eintrat.
    »Howard!«, rief er. »Gottlob, du lebst!«
    Howard starrte ihn an, öffnete den Mund, um etwas zu sagen, brachte aber keinen Laut hervor. Als er die Hände zu heben versuchte, sah Frankenstein, dass sie mit einer Kette zusammengehalten und zusätzlich mit einem eisernen Ring im Boden verbunden waren. Rasch kniete er neben Howard nieder, zerrte einen Moment ebenso sinnlos wie vergeblich an den rostigen eisernen Gliedern und kam endlich auf die Idee, seinen Eisenstab als Hebel zu benutzen, um Howard zu befreien.
    »Viktor«, murmelte Howard. »Wie … wie kommst du hierher?«
    »Das ist eine lange Geschichte«, antwortete Frankenstein ausweichend. »Bedank dich bei deinem Freund Rowlf. Ohne ihn hätte ich euch niemals gefunden.« Er hatte das erste Glied der Kette aufgebogen, ließ keuchend die Arme sinken und sah zu, wie Howard sich selbst befreite. »Alles in Ordnung?«
    »Ich … denke schon«, antwortete Howard ausweichend. »Was ist mit -«
    »Immer der Reihe nach«, unterbrach ihn Frankenstein. »Hilf mir, die anderen zu befreien.«
    Howard gehorchte. Mit Frankensteins improvisiertem Hebel gelang es ihnen innerhalb kurzer Zeit, das knappe Dutzend Gefangener zu befreien. Frankenstein war nicht besonders überrascht, nicht nur Dr. Gray und Lordoberrichter Darender, sondern auch alle anderen Gesichter wiederzuerkennen, die er draußen – aus Stahl und Gummi nachgeahmt – vorgefunden hatte. Einige der Männer befanden sich in einem bemitleidenswerten Zustand. Wie Howard ihm erklärte, waren sie zum Teil seit Tagen hier unten gefangen.
    Wenn er erwartet hatte, sofort mit Fragen bestürmt zu werden, so sah er sich getäuscht. Die meisten Männer schienen schlichtweg froh zu sein, endlich aus ihrem lichtlosen Gefängnis herauszukommen und fragten nicht viel nach dem Wieso und Woher ihres so unerwartet aufgetauchten Retters. Zudem befanden sich zumindest drei von ihnen in einem körperlichen Zustand, der – vorsichtig ausgedrückt – als kritisch zu bezeichnen war.
    Erst als die drei Männer halbwegs versorgt waren, nahm Howard Frankenstein beiseite und begann ihn auszufragen.
    »Das Beste wird sein, ich zeige es euch«, sagte Frankenstein. Er wandte sich zu Darender um. »Fühlen Sie sich kräftig genug, mitzukommen, Sir?«
    Darender stemmte sich schnaubend hoch und schloss sich ihm und Howard an, ebenso wie Cohen, der bisher kein Wort gesprochen hatte, sondern Frankenstein nur finster anstarrte, als wäre er der allein Schuldige an ihrer ganzen Misere.
    Der Zorn auf seinen Zügen schlug in jähe Betroffenheit um, als sie den Gang durchquerten und in die Maschinenkammer gelangten. Auch Lord Darenders Augen wurden rund vor Unglauben und Entsetzen – vor allem, als er niederkniete und in einem der halb zerschmolzenen Kunstgesichter sein eigenes Konterfei erblickte.
    »Großer Gott«, flüsterte er. »Was ist das?«
    »Wie Rowlf es ausdrückte – de Lausdrecks Gruselkabinett«, antwortete Frankenstein.
    »Wessen?«, fragte Howard.
    »Sarim de Lausdreck«, antwortete Frankenstein. »Er sagte, du würdest ihn kennen.«
    Howards Mundwinkel zuckten, aber er nickte bloß, ließ sich auf ein Knie sinken und drehte eine der bizarr

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