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HISTORICAL JUBILÄUM Band 03

HISTORICAL JUBILÄUM Band 03

Titel: HISTORICAL JUBILÄUM Band 03 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: RUTH LANGAN
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gewittert hatte. „Tanz für mich, für mich allein“, verlangte er. In dem Schankraum wurde es mucksmäuschenstill.
    Ambrosia stemmte die Hände in die Hüften und sah auf ihn hinunter. Wie hätte sie sich Sledges Befehl, sich auf seinen Tisch zu stellen, widersetzen sollen?
    Als sie reglos stehen blieb, entrollte er vielsagend seine Peitschenschnur. „Vielleicht brauchst du ein wenig Ansporn?“
    Sie sah ihn mit hasserfülltem Blick an und begann, sich langsam auf dem Tisch zu bewegen.
    „Schneller! Zeig deine Beine her!“ Er leerte ein weiteres Mal seinen Becher, und ein Schankmädchen eilte herbei, um ihn sogleich wieder zu füllen, denn Sledge war berüchtigt für seinen Jähzorn, wenn ihm etwas nicht hurtig genug ging.
    Ambrosia hob ihren Rock und drehte sich immer schneller. Die Männer begannen, im Takt ihrer Bewegungen in die Hände zu klatschen.
    „Heb den Rock höher. Ich sehe nicht genug.“
    Sie biss die Zähne zusammen und tat, was Sledge von ihr verlangte. Immer schneller drehte sie sich, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen. Sein Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Noch nie zuvor war Ambrosia mit derart unverhohlener Lüsternheit gemustert worden.
    Verzweifelt wehrte sie sich gegen die in ihr aufsteigende Angst. Sie musste stark sein und durfte in ihrer Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Sie musste bereit sein, wenn sich eine Möglichkeit zur Flucht bot. Eher würde sie sich selbst ihren kleinen Dolch ins Herz stoßen, bevor sie sich diesem Untier von Mann ergab.
    „Komm hierher zu mir, Frau!“ Eli Sledge streckte die Hand nach ihr aus, und das Händeklatschen erstarb. Plötzlich herrschte eine gespannte, erwartungsvolle Stille.
    Von ihrem Platz auf dem Tisch aus konnte Ambrosia über sämtliche Köpfe hinwegsehen. Da erblickte sie ein blutverschmiertes Gesicht vor dem geöffneten Fenster und hätte beinahe laut aufgeschrien. Doch gerade noch rechtzeitig erkannte sie, dass es sich um Riordan handelte!
    „Ich habe gesagt, du sollst zu mir kommen.“ Sledge war gereizt, weil Ambrosia ihm nicht aufs Wort gehorchte.
    Sie wusste, dass sie die Aufmerksamkeit aller weiterhin auf sich lenken musste. Sonst würde sie Riordan in tödliche Gefahr bringen. Ihren geliebten Riordan!
    In einer aufreizenden Geste warf sie den Kopf zurück und schritt mit geschmeidigen Bewegungen über den Tisch. Dabei zwang sie sich zu einem betörenden Lächeln. „Wenn du mich haben willst, musst du schon kommen und mich holen.“
    Sie hatte kaum zu Ende gesprochen, da war Sledge bereits aufgesprungen und entrollte seine Peitschenleine. Er stieß seinen Stuhl zurück und sprang mit einem Satz auf den Tisch. Ein teuflisches Grinsen entstellte seine Züge. „Und nun, Weib, werde ich dich lehren, was es heißt, Eli Sledges Wünsche zu missachten. Diese Lektion wirst du so schnell nicht vergessen.“
    Die Männer standen mittlerweile dicht gedrängt um den Tisch herum. Sie waren aufgeheizt von dem vielen Ale, das sie in sich hineingeschüttet hatten, und von der Vorstellung, in Kürze über die junge Frau herfallen zu können. Mit obszönen Rufen feuerten sie ihren Kapitän an.
    Ambrosia sah, wie sich Riordan durch das schmale Fenster zwängte. Beim Anblick von all dem Blut auf seinem Gesicht und Körper hätte sie am liebsten laut aufgeschrien. Welche unsagbaren Schmerzen musste er erleiden! Doch er war ihretwegen gekommen! Und sie durfte ihn jetzt nicht im Stich lassen.
    Es war unschwer zu erkennen, dass Riordan Zeit brauchte, einen sicheren Stand zu finden und mit seinem Messer genau zu zielen. Also musste sie weiterhin die Männer in ihren Bann ziehen.
    „Du nennst mich ständig ‚Weib‘“, sagte sie zu Sledge. „Möchtest du nicht wissen, wie ich heiße?“
    „Nein, warum sollte ich?“
    „Weil du meine Familie kennst“, entgegnete Ambrosia. „Meinen Vater. Meinen Bruder.“ Die Stimme drohte ihr zu versagen.
    „Ich kenne die beiden?“ Sledge hatte offensichtlich keine Ahnung, wen er vor sich hatte.
    „Ja. Mein Name ist Ambrosia Lambert. Du hast meinen Vater John und meinen Bruder James getötet.“
    Eli Sledge zog seine Peitsche zurück und lächelte böse. „Lambert. Das ist ja wunderbar! Es hat mir großen Spaß gemacht, Captain Lambert und seinen Sohn zu töten. Sie waren dem verdammten König treu ergeben. Nun werde ich ganz besonderes Vergnügen haben bei dem, was ich jetzt mit dir mache. Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du mich anflehen …“
    Sledge verstummte plötzlich. Seine Augen wurden

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