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Im fernen Tal der Hoffnung

Im fernen Tal der Hoffnung

Titel: Im fernen Tal der Hoffnung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Nicole Alexander
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sperrte den Mund auf.
    Oscar erhob sich, wobei er den Stuhl so heftig zurückschob, dass er umfiel und dabei einen kleinen Tisch streifte. Schwarz-Weiß-Fotografien in Silberrahmen fielen auf den roten Teppich.
    Â» Wie können Sie es wagen, Hamish Gordon! Sie, der seine Farm auf Betrug und Viehdiebstahl aufgebaut hat, kommt her und besitzt die Kühnheit, mich zu beschuldigen… Sie schottischer Emporkömmling. Man muss sich ja schämen, mit Ihnen bekannt zu sein!«
    Â» Ich erwarte Wiedergutmachung für den Schaden, den Sie mir zugefügt haben, Sir. Das Wasser habe ich schon wieder auf eigene Kosten nach Wangallon zurückgeleitet. Sie werden jedoch eine Rechnung über die Rinder erhalten, die mir fehlen. Ich glaube, es sind etwa fünfzig Stück.«
    Â» Ich warne Sie, Gordon…«
    Hamish wandte sich an Oscars Sohn. » William, ich wünsche Ihnen viel Glück bei Ihren Bestrebungen.«
    Â» Sie verdammter Emporkömmling!«, schrie Oscar. » Wir hätten euch alle in den Highlands verhungern lassen sollen, als wir die Gelegenheit dazu hatten!«
    Mehr als diese Worte des Engländers waren nicht nötig, um Hamish wieder an das Ufer des Sees zurückzubringen. Der Winter nahte. Der Duft von Kräutern stieg ihm in die Nase, als er über die weite Wasserfläche blickte. Seine Geschwister lagen unter den kalten Steinen seiner Heimat begraben. Und in der Hütte hinter ihm lag seine geliebte Mutter, tot. Seine Familie hatte für die Engländer geschuftet, war für die Engländer gestorben.
    Hamish sprang auf und schlug Oscar Crawford mit der Faust mitten ins Gesicht. Es krachte, Haut platzte auf, und Knochen knackte. Die Wucht des Schlags ließ den älteren Mann zu Boden taumeln, und dort lag er und rang nach Luft. Sein Sohn keuchte erschreckt auf. Hamish rieb sich die Faust und wandte sich ihm zu, aber der Junge wich unerwartet feige zurück. » Da siehst du, was du dir herangezogen hast.« Hamish warf Vater und Sohn einen finsteren Blick zu und verließ das Arbeitszimmer. Ohne stehen zu bleiben, drängte er sich an dem Diener vorbei und schlug ihm das Tablett aus der Hand. Jasperson folgte ihm, wobei er vorsichtig um das zerbrochene Geschirr und den vergossenen Tee herum trat.
    Â» Hol die Pferde, McKenzie«, grollte Hamish. Er presste die Lippen zusammen, und an seinem Hals pochte eine dicke Ader. » An dem Tag, an dem ich Crawford Corner in Besitz nehme«, stieß er durch zusammengebissene Zähne hervor, » werde ich dieses Haus bis auf die Grundmauern niederbrennen.«
    Die Männer stiegen auf und ritten davon. Jasperson überließ Hamish die Führung, als sie losgaloppierten. » Jetzt weißt du, wie solche Männer sind, McKenzie.« Jasperson verzog die Lippen zu einem Lächeln, als er mit dem Kinn auf den Mann vor ihnen wies.

Winter 1989
    Boxer’s Plains
    Anthony beschleunigte, und die Yamaha raste die Straße entlang. Bei jedem Schlagloch wurde sein Körper durchgeschüttelt, und der Schmerz schoss durch seine rechte Hand, an der zwei Finger bandagiert waren. Anthony bedauerte nur, dass er bei Jim Macken nicht fester zugeschlagen hatte. Er schaltete das Motorrad herunter. Seine Hand pochte, aber er wünschte sich, der Schotte hätte ihm Gelegenheit gegeben, zweimal zuzuschlagen. An der alten Armeebrücke über den Wangallon River hielt er an. Das schlammige Wasser wirbelte stromabwärts. Am anderen Ufer stolzierten Wasservögel, ein einsames Wallaby und ein paar Kängurus hatten sich zum Trinken niedergelassen. Anthony zog den Reißverschluss an seiner Öljacke zu und streckte die Finger in den Handschuhen. Der Morgen war kälter, als es vom Küchenfenster in Wangallon aus ausgesehen hatte.
    Er ließ das Motorrad wieder an und fuhr weiter in Richtung Boxer’s Plains. Er hatte zwei Nächte lang wach gelegen und darüber gegrübelt, warum alles so kompliziert geworden war. Die Landentwicklung war doch vernünftig, umso mehr, als sie Jims Erbe auf jeden Fall ausbezahlen mussten. Warum war Sarah dann so fest entschlossen, etwas zu stoppen, was gut für Wangallon war? Dass die Gordons stur waren, wusste er aus eigener Erfahrung, und es stimmte sicher auch, dass Wangallon vor allem eine Weidefarm war, aber der Busch veränderte sich, und der Betrieb musste mit der Zeit gehen.
    Er wusste, dass sein Mädchen Veränderungen nicht mochte, und wenn er an

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