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Im fernen Tal der Hoffnung

Im fernen Tal der Hoffnung

Titel: Im fernen Tal der Hoffnung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Nicole Alexander
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mit Achtbarkeit, war langweilig.
    Der Diener klopfte einmal an eine Zedernholztür und wartete, bis ein ungeduldiges Ja, ja von drinnen ertönte. Hamish bedeutete McKenzie, im Flur zu warten, als sie angekündigt wurden.
    Oscar Crawford war offensichtlich nicht auf Besuch eingestellt. Er trug einen butterblumengelben Morgenmantel aus Seide über einem dunkelgrünen Gewand aus dem gleichen Stoff. Seine bemerkenswerten weißblonden Haare waren unter der gestreiften Seidenkappe, die ihm das Aussehen eines Clowns verlieh, kaum zu sehen. Auf seinem prachtvollen Schreibtisch mit der lederbezogenen Platte lagen Papierstapel und zahlreiche Mappen, die mit Bändchen zugebunden waren. Auf einem Silbertablett vor ihm standen mehrere kleine Glasflaschen, die er eifrig musterte.
    Â» Es ist verdammt früh für einen Besuch, Gordon, vor allem wenn er ohne Einladung stattfindet.«
    Hamish setzte sich auf den Ledersessel gegenüber, schlug die Beine übereinander und lächelte. » Könnte ich einen Tee haben?«
    Der Diener blickte seinen Herrn an.
    Verärgert nahm Oscar seine Kappe ab und ließ sie auf den Schreibtisch fallen. » Ja, ja, bringen Sie Tee für alle. Und nehmen Sie das hier mit.« Er wies auf das Tablett, das der Diener sofort abräumte. » Der negative Aspekt des Alters«, erklärte Crawford. » Ich sehe, Sie sind immer noch im Dienst, Jasperson?«
    Jasperson, der rechts neben Hamish stand, nickte.
    Â» Und immer noch so wortkarg. Nun, setzen Sie sich. Ich brauche nicht noch einen Diener, der wie eine Hausfliege herumlungert.«
    Â» Ich bin gekommen, um Ihnen ein Angebot für Crawford Corner zu machen.« Hamish kam direkt auf den Punkt. » Es ist mein drittes Angebot, wenn ich mich recht erinnere, und es wird mein letztes sein.«
    Oscar lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und legte die Finger aneinander. » Ich verstehe. Und das, nachdem Sie mir meinen Verwalter abgeworben haben?«
    Â» Er ist freiwillig gegangen.«
    Oscar wedelte abwehrend mit der Hand.
    William Crawford betrat das Arbeitszimmer seines Vaters, gekleidet für einen Tag im Freien. Der Junge sah fit aus und war gebräunt. Anscheinend war er keineswegs der Bücherwurm, für den Hamish ihn gehalten hatte. Er hatte einen festen, selbstbewussten Händedruck.
    Â» Crawford Corner ist nicht zu verkaufen, obwohl mich Ihr Angebot natürlich ehrt.«
    Â» Mein Junge«, stellte Oscar ihn vor, » möchte sich nicht vom Familienbesitz trennen.«
    Wut stieg in Hamish auf. » Ein Anwalt will hier leben? Auf diesem kümmerlichen…«
    Williams ausdrucksloses Gesicht erstarrte zur Maske. » Die Crawfords haben noch andere Interessen als nur Land.«
    Hamish runzelte die Stirn. Dieser Junge musste eine Lektion erteilt bekommen. Er hatte noch einiges zu lernen. » Das ist wohl auch der Grund, weshalb weiter westlich vor zehn Jahren zwanzigtausend Hektar Land verkauft worden sind, um die Hypothek auf ein Gewerbegrundstück in Sydney abzulösen. Ja, ich kann verstehen, wie wichtig es ist, sich für mehr als nur Land zu interessieren.« Er schnipste ein unsichtbares Staubkorn von seiner Hose.
    Crawford hustete in ein weißes Taschentuch. » Lasst uns friedlich bleiben, Gentlemen.«
    Â» Mein Beruf«, betonte William, » lässt mir mehrere Möglichkeiten, Sir. Allerdings gehört der Verkauf unseres Landes nicht dazu.«
    Hamish zog eine Augenbraue hoch. » Sie müssen sich nicht vor mir rechtfertigen, William. Wenn Sie jedoch vorhaben, auf diesem Land zu bleiben, dann würde ich Ihnen raten, einen guten Herdenleiter einzustellen, damit das Anwesen in ihrer Abwesenheit gut geführt wird.« Einen Moment lang war es still im Raum. Hamish war klar, dass er die Grenze überschritten hatte.
    William schob sich eine Haarsträhne aus der Stirn. » Ich glaube, Sie haben den Zweck Ihres Besuchs bereits erklärt, Mr Gordon.«
    Hamish ignorierte den Jungen. » Wie gedenken Sie, Ihre Wassersituation wieder in Ordnung zu bringen? Wasser von der Bewässerungsrinne abzuzweigen, ist illegal. Und ich werde nicht zulassen, dass Wangallons Herden deswegen vor Durst eingehen.«
    William blickte seinen Vater an. Offensichtlich hatte Oscar seinen frisch nach Hause zurückgekehrten Sohn nicht in seine jüngsten Machenschaften eingeweiht.
    Â» Und dann gibt es noch das Problem, dass Rinder fehlen«, fuhr Hamish fort.
    William

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