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Im fernen Tal der Hoffnung

Im fernen Tal der Hoffnung

Titel: Im fernen Tal der Hoffnung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Nicole Alexander
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verdrehte die Augen. » Schon wieder?«
    Â» Ja, die Diesellieferung hat sich verspätet«, log Anthony. » Diese Woche können sie auch nicht mehr liefern, und wir haben kein Diesel mehr.«
    Â» Na gut.« Bruce hievte seinen massigen Körper aus dem Liegestuhl. » Dann machen wir eben frei. Ich hatte sowieso Heißhunger auf Steak und Fritten im Wangallon Pub heute Abend. Ruf uns an, wenn du uns wieder brauchst.«
    Â» Mach ich. Danke, Kumpel.« Anthony schüttelte Bruce die Hand. Der Kerl hatte einen Griff wie ein Schraubstock.
    Â» Du musst den Zaun dahinten flicken.« Neville wies mit dem Daumen über seine Schulter. » Ich bin da drüben an den Draht gekommen. Alter Zaun?«
    Â» Ja, ziemlich alt. Wir können ihn ja als Markierung benutzen und bis dahin roden.«
    Â» Ja, okay«, bestätigte Neville und spuckte auf den Boden.
    Bullet wartete an der hinteren Treppe, als Anthony nach Hause kam. Zu seiner Überraschung hielt der Hund lange genug still, um sich den Kopf tätscheln zu lassen. Frettchen winselte kläglich.
    Â» Ihr vermisst sie auch, Kumpels, was?« Anthony kratzte den Dreck von seinen Stiefelsohlen.
    Wie auf ein Stichwort blickte Bullet den Weg entlang. Als er sein Frauchen nicht sah, trottete er zum Regenwassertank und legte sich neben Frettchen.
    Â» Ich sage ihr, dass du dich nach ihr sehnst.«
    Anthony ging hinein, um sich die Hände zu waschen. Ob Sarah wohl schon in der Wohnung war, in der sie in Sydney immer übernachtete? Halb war er geneigt, ins nächste Flugzeug zu steigen und nach Sydney zu fliegen. Er war schon lange nicht mehr dort gewesen, und um eine Liebesaffäre wieder zu entfachen, ging nichts über ein schönes Hotelzimmer. Zwar fand er ihre Entscheidung, Jim Macken zu bekämpfen, nicht richtig, aber vielleicht konnte er Sarah ja wegen der Landentwicklung überzeugen. Er ging ins Arbeitszimmer, um auf der Liste, die jedes Jahr gefaxt wurde, die Flugtermine nachzuschauen. Er wollte gerade im Reisebüro anrufen, als das Telefon klingelte.
    Â» Hey, ich habe gerade an dich gedacht. Das muss Gedankenübertragung gewesen sein. Wie läuft es denn so?«
    Â» Ganz gut«, erwiderte Sarah ohne Enthusiasmus. » Sieht so aus, als ob ich mich bei dir entschuldigen müsste. Frank sagt, ich würde wahrscheinlich verkaufen müssen.«
    Anthony wusste, dass das ein harter Schlag für sie war. » Das tut mir leid. Dann kommst du also nach Hause?«
    Sarah seufzte. » Nein, ich möchte noch zu Dad fahren, um ihm alles zu erzählen.«
    Â» Oh…« Dann war die Reise nach Sydney wohl gestrichen. Anthony klappte das Farmbuch zu. » Gut. Es gibt keinen Grund, warum du ihn heraushalten solltest, schließlich hat er das Problem verursacht.«
    Â» Das ist aber ein bisschen sehr deutlich, oder?«
    Ihre Stimme klang gepresst. Es war wohl richtig gewesen, dass er die Landarbeiten kurzfristig abgeblasen hatte. » Sarah, ich habe beschlossen…«
    Â» Wenn du die Arbeiten auf Boxer’s Plains noch nicht gestoppt hast, Anthony, dann tu es sofort. Die Bank unterstützt uns nicht. Ich habe gerade mit ihnen gesprochen. Sie sind höchstens bereit, unseren Überziehungskredit zu erhöhen, damit die Baufirma das bekommt, was wir ihr bis jetzt schulden– aber bei allem, was darüber hinausgeht, macht sie nicht mit.«
    Â» Ich verstehe.« Er zerknüllte den Flugplan, den er noch in der Hand hielt.
    Â» Wirklich? Ich fasse es nicht, dass du keine Budgetplanung bei der Bank eingereicht hast.« Anthony schwieg. » Der Anwalt ist auch der Meinung, dass du dieses Projekt vergessen kannst.« Sarah holte tief Luft. Sie hatte das Gefühl, dass sie sich anhörte wie Anthonys Boss und nicht wie seine Partnerin und Verlobte. » Anthony? Hallo? Anthony? Bist du noch da?« Verständnislos blickte sie auf den Hörer. Die Leitung war tot. » Verdammt.« Anthony hatte noch nie einfach aufgelegt.

Sommer 1908
    Wangallon Station, Silvesterabend
    McKenzie wollte Mr Gordon nicht verärgern, aber er war neugierig– und er hatte einen leeren Magen. Zunächst waren sie hastig von Crawford Corner aufgebrochen, aber bald schon langsamer geworden. Fast zwei Stunden lang waren sie über eine Weide geritten, und jetzt befanden sie sich am Fluss. Es war so heiß, dass McKenzies Haut juckte. Als er sich den behaarten Arm kratzte, sammelte sich Dreck unter

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