Im fernen Tal der Hoffnung
Ende mehr dahinter? Ihr kam es so vor, als ob ihr Vater und Frank viel zu sehr darauf bedacht waren, Boxerâs Plains nicht anzutasten. » Wir sind keine Bauern.«
» Aber vielleicht sollten wir es werden«, erwiderte Ronald. » Lies mal die Landwirtschaftszeitung, Sarah. Man kann wieder Geld damit machen. Die Welt will ernährt werden.« Ronald tätschelte ihren Arm. » Wenn du und Anthony heiratet, solltest du ihn wirklich Wangallon alleine managen lassen. In einer Beziehung können nicht zwei das Sagen haben. Sieh mich nicht so an, Sarah. Du musst nicht immer alles schwerer machen, als es ist. Ich halte es für eine gute Idee, Land umzuwandeln, also geh zur Bank, sprich mit ihnen und dann sucht ihr ein anderes Stück Land dafür aus. Aber zuerst einmal muss Jim Macken nach den Bedingungen deines GroÃvaters ausbezahlt werden. Er hat einen Anspruch auf seinen Anteil. Ich würde vorschlagen, du verkaufst das Stück mit den Schwarzeichen an der Ostgrenze.«
Alleâ Anthony, ihr Vater und der Anwaltâ, alle sahen es gleich. Vielleicht war es ja dumm von ihr, das Unvermeidliche bekämpfen zu wollen. Vielleicht sollte sie Jim tatsächlich sein Erbe haben lassen. Dann konnte sie in Ruhe nach Wangallon und zu Anthony zurückfahren. » Und was ist mit Jim? Er möchte dich kennenlernen.«
Ronald warf ihr einen Blick zu, und einen Moment las Sarah darin die unnachgiebige Härte eines Angus Gordon. » Ich habe nicht die Absicht, Jim Macken kennenzulernen. Für mich existiert er nur auf dem Papier, und am besten bleibt er da auch.«
Hochsommer 1909
Wangallon Town Hotel
McKenzie zog fest an Laurens Haaren, bis ihr Hals so gestreckt war, dass sie keine Luft mehr bekam. Sie spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg, und riss sich los. Vor Schmerz kniff sie die Augen zusammen. McKenzie stieà noch ein einziges Mal heftig zu und sank dann über ihrem verschwitzten Körper zusammen.
» Geh runter. Du bist schwer.« Gehorsam rollte er zu einer Seite und beobachtete amüsiert, wie sie ihre Haare von seinem Handgelenk befreite. Lauren wischte sich den Schweià von der Stirn.
» Besonders hübsch bist du ja nicht.« Er kniff sie in einen Nippel, und seine schwieligen Hände glitten rau über ihre Haut.
» Und du bist hässlich«, versetzte sie.
Er stieà sie in den weichen Bauch und schwang dann die Beine über die Seite der klumpigen Matratze.
Er zog Münzen aus der Tasche seiner Hose, die über das FuÃende des Betts hing, und legte eine mehr als sonst hinzu.
» Was hast du denn vor?«, fragte Lauren und betrachtete den kleinen Haufen.
» Deine Stimme erinnert mich an eine streunende Katze, die ich mal zum Essen geschlachtet habe.«
» Vielen Dank.« Sie ergriff die Münzen und legte sie auf den Nachttisch neben dem Bett. Dann richtete sie sich auf, wobei sie die Decke bis zur Taille zog. Darüber standen ihre Brüste wie zwei weiche Hügel. » Hast du alles dabei?«
McKenzie warf ihr seinen Tabaksbeutel und das Papier zu. Tabakskrümel fielen auf ihre weiÃe Haut. Sie tupfte sie mit der Spitze des Zeigefingers ab und steckte sie sich in den Mund.
» Da war einmal ein Mädchen.«
» Wo?«
» Da, wo ich herkomme.«
» Und wo ist das?«
» Du kennst es sowieso nicht. Auf jeden Fall, dieses Mädchen ist mir überallhin gefolgt, wie Pferdemist, der dir an den Schuhen klebt. Sie kam in meine Hütte, wollte es, und ich gab es ihr.«
Misstrauisch kaute Lauren an einem Stück Tabak. Sie redete nicht gern über die Probleme anderer Leute. Das brachte ihr nichts.
» Sie hielt den Hals auch so wie du eben. Eine dünne blaue Linie lief über ihren Hals, und ich packte ihn und lieà nicht mehr los.«
Lauren spuckte den ausgekauten Tabak auf den Boden und blickte ihn mit groÃen Augen an. » Du hast sie getötet.«
McKenzie zuckte mit den Schultern. » Sie hat es nicht anders gewollt, also habe ich es getan.«
Lauren lachte. Er erzählte solche Sachen doch nur, damit er härter wirkte. Langsam zog er sich an und spritzte sich so lange Wasser aus der Waschschüssel ins Gesicht, bis sein Hemd ganz nass war. Lauren zog an der Zigarette und zupfte sich einen Krümel von der Zunge.
Dieser McKenzie war ein seltsamer Kerl. Kam einfach mitten am Nachmittag zu ihr. Eine unheilige Zeit, um es miteinander zu treiben. Sie zog ihr Hemd
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