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Kinder Des Nebels

Kinder Des Nebels

Titel: Kinder Des Nebels Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brandon Sanderson
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hinrichten lassen, weil er mich hintergangen hat. Um die Wahrheit zu sagen, würde ich ihn vielleicht tatsächlich in dieser Minute umbringen, wenn ich nur wüsste, wo er ist. Als ich die Gelegenheit dazu hatte, konnte ich es jedoch nicht.
    Der Mann ist für mich wie ein Vater gewesen. Bis zum heutigen Tag weiß ich nicht, warum er plötzlich der Meinung war, ich sei nicht der prophezeite Held. Warum hat er sich gegen mich gewendet und mich vor der gesamten Versammlung der Weltenbringer denunziert?
    Wollte er, dass der Dunkelgrund gewinnt? Selbst wenn ich nicht der Richtige sein sollte - wie es Kwaan nun behauptet -, kann doch meine Anwesenheit bei der Quelle der Erhebung nicht schlimmer als das sein, was geschehen wird, wenn der Dunkelgrund weiterhin das Land verwüstet.

Kapitel 29
    E s ist beinahe vorbei,
las Vin.
    Wir können die Höhle von unserem Lager aus sehen. In wenigen Stunden werden wir sie erreicht haben. Ich weiß, dass es der richtige Ort ist. Ich spüre es irgendwie. Es pulsiert in meinem Kopf.
    Es ist so kalt. Ich schwöre, dass die Felsen selbst aus Eis bestehen, und der Schnee liegt an manchen Stellen so tief, dass wir uns einen Weg hindurchgraben müssen. Ich sorge mich um Fedik. Er ist nicht mehr derselbe, seit jene aus Nebel geschaffene Kreatur ihn angegriffen hat, und ich befürchte, er könnte von einer Klippe fallen oder durch eine der vielen eisigen Spalten im Boden gleiten.
    Die Terriser aber sind ein Wunder. Es ist ein großes Glück, dass wir sie mitgenommen haben, denn diese Reise hätte kein gewöhnlicher Träger überlebt. Den Terrisern scheint die Kälte nichts auszumachen. Etwas in ihrem seltsamen Stoffwechsel scheint ihnen die übernatürliche Fähigkeit zu verleihen, den Elementen zu widerstehen. Vielleicht haben sie sich die Wärme ihrer Körper zum späteren Gebrauch »aufbewahrt«?
    Sie reden aber nicht über ihre Kräfte. Ich bin sicher, Raschek ist dafür verantwortlich. Die anderen Träger betrachten ihn als ihren Anführer, auch wenn ich nicht glaube, dass er die vollkommene Kontrolle über sie hat. Bevor er niedergestochen wurde, hatte Fedik befürchtet, die Terriser könnten uns hier oben im Eis allein lassen. Ich glaube allerdings nicht, dass das geschehen wird. Ich bin aufgrund der Prophezeiungen von Terris hier, und diese Männer werden nicht ihre eigene Religion verraten, nur weil ein paar von ihnen mich nicht mögen.
    Ich habe Raschek endlich zur Rede gestellt. Natürlich wollte er nicht mit mir reden, aber ich habe ihn dazu gezwungen. Und schließlich hat er lang und breit über seinen Hass gegenüber meinem Volk und Khlennium gesprochen. Er glaubt, wir hätten sein Volk versklavt. Er glaubt, die Terriser hätten ein besseres Schicksal verdient. Andauernd sagt er, sie sollten herrschen, weil sie übernatürliche Kräfte haben.
    Ich fürchte seine Worte, denn ich erkenne die Wahrheit in ihnen. Gestern hat einer der Träger einen Felsblock von ungeheurer Größe gestemmt und ihn fast beiläufig zur Seite geschleudert. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine solche Kraft beobachtet.
    Ich glaube, diese Terriser können sehr gefährlich sein. Vielleicht haben wir sie wirklich ungerecht behandelt. Aber Männer wie Raschek müssen in ihre Schranken gewiesen werden. Verrückterweise glaubt er, dass alle Völker außerhalb Terris ihn unterdrücken. Er ist noch so jung und schon so zornig.
    Es ist sehr kalt. Wenn wir hier fertig sind, möchte ich gern an einem Ort leben, wo es das ganze Jahr hindurch warm ist. Braches hat von solchen Orten erzählt - von Inseln im Süden, wo große Berge Feuer erschaffen.
    Wie wird es sein, wenn alles vorbei ist? Ich werde wieder ein gewöhnlicher Mann sein. Ein unbedeutender Mann. Das klingt schön. Es ist sogar erstrebenswerter als eine warme Sonne und ein Himmel ohne Wind. Ich bin es so leid, der größte Held aller Zeiten zu sein; ich bin es leid, Städte zu betreten, in denen ich entweder bewaffnete Feindseligkeit oder fanatische Verehrung vorfinde. Ich bin es leid, für das geliebt oder gehasst zu werden, was ich nach der Aussage einiger alter Männer letztendlich tun werde.
    Ich will vergessen sein. Unbekannt. Ja, das wäre schön.
    Falls jemand einmal diese Zeilen lesen wird, dann soll er wissen, dass Macht eine schwere Bürde ist. Man sollte nicht danach trachten, durch ihre Ketten gefesselt zu sein. Die Prophezeiungen von Terris sagen, dass ich die Macht haben werde, die Welt zu retten. Sie deuten aber auch an, dass ich

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