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Koenigsmoerder

Koenigsmoerder

Titel: Koenigsmoerder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karen Miller
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dafür gesorgt, dass man sich um ihn kümmert. Wenn dies vorüber ist... wenn ich...« Er holte tief und schmerzhaft Atem und stieß ihn wieder aus. »...tot bin, könnt Ihr dann dafür sorgen, dass das, was von meinen Ersparnissen übrig ist, den Weg zu ihm finden wird? Bitte?«
    Darrans Miene war eine Mischung aus Überraschung und Kummer. »Asher, all Euer Geld ist beschlagnahmt worden. Eure Besitztümer ebenfalls. Ihr könnt nicht einmal einen Kuick oder ein Hemd Euer eigen nennen.«
    Er hätte damit rechnen müssen. Jed. Er schluckte seine Wut herunter. Dann fiel ihm etwas anderes ein, und er richtete sich ungeachtet des Schmerzes scharf auf.
    Seine schweren Ketten klapperten. »Cygnet? Was ist mit Cygnet?«
    »Es tut mir leid«, sagte Darran nach einer langen Pause. »Die Ställe sind geräumt worden. Jemand meinte... Es tut mir aufrichtig leid, aber Conroyd Jarralt hat Euer Pferd jetzt.«
    Es war eine schlimmere Qual als alles, was man seinem Fleisch und seinen Knochen angetan hatte. Er drückte die blutbefleckten Hände ans Gesicht und spürte, wie das Salz in den offenen Wunden brannte. Spürte, wie seine eiserne Willenskraft zu guter Letzt doch noch brach. Sein geliebter Cygnet, den Händen und Fersen dieses Mannes ausgeliefert, grausamen Gebissen und noch grau-sameren Sporen preisgegeben.
    Darran trat näher. »Ihr solltet wissen, Asher, dass man mir alles erzählt hat.«
    Seine Stimme verklang zu einem Flüstern. »Ist es wahr, dass Ihr Magie... Ihr wisst schon?«
    Er riss die Gedanken von dem armen Cygnet los und ließ die Hände sinken.
    »Was spielt es für eine Rolle?«
    »Asher! Ist es wahr?«
    Er lehnte den Kopf an seinen Käfig. Es hatte keinen Sinn mehr, irgendetwas abzustreiten. »Ja. Aber ich an Eurer Stelle würde mit niemandem darüber reden.
    Jarralt wird Euch töten.«
    Darran schien hin‐ und hergerissen zu sein zwischen Grauen 307
    und Faszination. »Aber wenn Ihr tatsächlich... Macht... besitzt, könnt Ihr Euch nicht befreien?«
    Er hatte sich dieselbe Frage gestellt. Wahrscheinlich war es möglich. Theoretisch.
    Er konnte zum Beispiel einen Frost über die Stadt kommen lassen, der all ihre Bürger in Eisstatuen verwandelte. Dann wäre er frei gewesen, um aus diesem Käfig auszubrechen und wegzulaufen. Aber lange, bevor sie gefroren wären, hätten die Wachen ihn bewusstlos geschlagen. Oder getötet. Außerdem gab es keinen Ort, an den er sich hätte wenden können.
    »Nein. Ich kann es nicht.«
    Darran trat noch näher, bis sein Gesicht beinahe den Käfig berührte. »Ich weiß, warum Ihr es getan habt.«
    Er ließ die Lider sinken. »Das >Warum< spielt keine Rolle. Nicht mehr.«
    »Ihr habt es getan, weil Ihr ihn liebt.«
    Diese Feststellung brachte ihn zum Lachen. Mühsam öffnete er die Augen wieder. »Jetzt glaubt Ihr es?« Er atmete tief ein und versuchte, den messerscharfen Schmerz zu dämpfen. »Gar war mir mehr ein Bruder als Zeth oder Wishus oder Bede oder irgendeiner von ihnen. Hundertmal hätte ich weggehen können. Hätte es tun sollen. Wollte es tun. Aber ich habe es nicht getan. Und ich habe Barls Gesetz gebrochen, weil er mich darum gebeten hat.
    Weil er mir versprochen hat, mich zu schützen, und ich ihm geglaubt habe. Ich dachte, sein Wort würde etwas bedeuten.« Er ballte die Fäuste. »Ihr solltet besser auf Euch Acht geben, alter Mann. Seht Euch lange und gründlich an, was hier geschehen ist, und fragt Euch, ob Ihr wirklich bei ihm bleiben solltet. Denn dies ist der Ort, an den Eure Ergebenheit Euch führt.«
    Darran schlang die Finger um die Gitterstäbe. »Asher, hört zu.«
    Hinter dem Käfig kauerten sich Jesip und die anderen Wachen jetzt um einen offenen Kohleofen, um Bier zu trinken und Fleischpasteten hinunterzuschlingen.
    Einer von ihnen stocherte mit einem Schüreisen in den Kohlen; die Öffnung des Ofens erglühte unter einer stetigen, scharlachroten Hitze. Sengende Erinnerungen regten sich. Asher spürte, wie seine Muskeln sich zu 308
    sammenzogen und er die Kontrolle über seine Gedärme verlor. Scham stieg in ihm auf. »Asher?«
    Die Scham verwandelte sich in Wut. »Verschwindet, Darran. Es gibt nichts, was Ihr hier ausrichten könnt, und ich bin Euer räudiges, altes Gesicht leid.«
    Darran ließ die Gitterstäbe los. »Nicht bevor Ihr gehört habt, was ich zu sagen habe.«
    »Es interessiert mich nicht.«
    »Dies alles war nicht Gars Schuld.«
    Er stieß einen würgenden Laut aus. »Nicht seine Schuld? Natürlich ist es seine Schuld! Er hat gesagt,

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